Wie erkenne ich, ob ich LTE habe?

Ratgeber gegen die gängigen LTE-Mythen


Die Redaktion von LTE-Anbieter.info stolpert in diversen Foren und Frageportalen immer wieder auf die Frage, wie man eigentlich feststellen kann, ob man „schon LTE hat“. Was auf den ersten Blick vermeintlich einfach erscheint, ist gar nicht immer so klar und simpel. Wir zeigen, warum das so ist und welche Möglichkeiten es je nach Nutzungsart gibt, dies herauszufinden.


4G oder nicht 4G?
Einige Studien belegten schon vor Jahren, dass die meisten Mobilfunkkunden zwar ganz genau die Bezeichnung ihres Smartphones kennen, aber in den seltensten Fällen Näheres zum eigenen Tarif wissen. Also weder Preis, noch Datenrate für das mobile Internet, noch sonstiges... Von daher verwundert es kaum, dass es bei der Frage nach dem verwendeten Mobilfunkstandard nicht besser steht.


Außerdem geistern einige Mythen, verquickt mit viel Halbwissen, durch die Welt. Etwa, dass LTE immer besonders schnell ist. Ein Hinweis vorweg, um Missverständnisse zu vermeiden. LTE und 4G meinen im gängigen deutschen Sprachgebrauch dasselbe, auch wenn es technisch streng betrachtet nicht ganz korrekt ist.

1.  LTE-Indiz: Geschwindigkeit?!

Einer der populärsten Mythen ist, dass LTE immer sehr schnell ist und man daran erkennen kann, ob man LTE hat. Die einfache Formel „mehr Speed=LTE“ geht aber nicht immer auf! O2 bietet beispielsweise LTE-Tarife mit nur mageren 2 MBit!

In der Praxis kann es durchaus zu folgendem Szenario kommen: Zwei Freunde sitzen sich in einem Café gegenüber. Beide machen einen Speedtest. A kommt auf ca. 200 MBit/s und B auf 10 MBit/s. Wer hat LTE, wer sogar schon 5G? A meinen sicher die Meisten muss 5G sein? In der Tat kann es sich genau anders herum verhalten. Als Beispiel sei hier O2 Free Unlimited Smart genannt. Das Angebot ist 4G- und 5G-fähig, wurde vom Anbieter aber auf 10 MBit limitiert! Von daher stellt sich eher die Frage, ob man mit 2G, 4G oder 5G verbunden ist. 3G wurde hingegen 2021 vollständig deaktiviert und spielt keine Rolle mehr.

Fazit: Die Datenrate alleine sagt noch nicht zwingend etwas über die Technik aus, denn es steht den Mobilfunkanbietern frei die Geschwindigkeit in den Tarifen beliebig festzulegen. Es gibt durchaus auch LTE-Tarife, die nur eine Downloadrate von z.B. 25 MBit bieten statt 300-500 MBit.

Erst bei Geschwindigkeiten über 1000 MBit/s läge ein eindeutiges Indiz vor, dass es sich um 5G handeln muss. Denn andere am Markt angebotene Mobilfunktechniken schaffen das nämlich nicht. Mehr hier im Speed-Ratgeber. Bei deutlich unter 0,1 MBit wurde man hingegen gedrosselt (Volumen alle) oder man ist mit 2G verbunden.

Merke: Die Datenrate kann, muss aber nichts darüber aussagen, ob man LTE hat oder nicht!


2. LTE-Indiz: Vertrag?!

Mythos Nummer 2 lautet: Wer einmal einen Vertrag ohne LTE abgeschlossen hat, kann es nicht nutzen. Auch das ist falsch! Es gibt etliche Beispiele aus der Vergangenheit, in denen die Netzbetreiber ihre Politik geändert haben. Eplus etwa, die bis Mitte 2016 allen Anwendern Zugang zum eigenen 4G-Netz freistellten. Seit spätestens 2021 bieten nunmehr alle Mobilfunkanbieter ihren Kunden Zugang zur 4. Generation, da das alte 3G im selben Jahr abgeschaltet wurde. Wer demnach einem kompatiblen Router/Stick/Smartphone/Tablet oder ähnlich nutz, kann mit Highspeed-LTE ohne Aufpreis surfen. Unterstützt das Gerät hingegen noch kein LTE, muss leider Ersatz her! Gebrauchte Router, Sticks oder Smartphones gibt es aber schon teils deutlich unter 50 Euro!

Tipp: Es kann unter Umständen aber sein, dass zu alte SIM-Karten (meist älter 10 Jahre) gewechselt werden müssen.

Fassen wir zusammen: Sobald die 4. Mobilfunkgeneration vor Ort verfügbar ist, lässt sich diese auch nutzen. Neue Verträge sind in der Regel nicht nötig. Dazu am besten den Anbieter-Support kontaktieren.

Fazit: Ob Vertrag oder Prepaid spielt heute keine Rolle mehr. Im Prinzip gewähren mittlerweile alle Anbieter Zugang zu 4G.


3. LTE-Indiz Prepaid?

Mythos Nummer 3: Es gibt keine Prepaid-Angebote mit LTE. Dies hielt sich fälschlicher Weise auch jahrelang in den Köpfen vieler Nutzer, da es tatsächlich nach der Einführung des 4G-Standards für über 3 Jahre gültig war. Spätestens seit 2021 ist auch im Prepaid-Bereich 4G/LTE Standard! Mehr zu den Möglichkeiten hier.

Wie findet nun heraus, was der Status Quo ist?

Am einfachsten ist das, wenn man sich die Frage als Smartphone- bzw. Tablet-Nutzer stellt. Hier gibt es gleich mehrere einfache Möglichkeiten. Nummer 1: Wer auf einem Android-Gerät das mobile Internet aktiviert, erhält oben rechts in der Kopfleiste den aktuellen Mobilfunkstandard eingeblendet – gleich neben den Signalstärke-Balken. Leider variiert von Modell zu Modell die Kodierung etwas. LTE wird auch mit „4G“ abgekürzt. Liegt hingegen nur 2G vor Ort an, wird meist „EDGE", "GPRS" oder nur "E" eingeblendet. Wie schon erwähnt, gibt es 3G hierzulande dagegen nicht mehr. Die Abkürzungen waren "3G", "UMTS", "H" für HSPA oder "H+" für DC-HSPA+.

LTE Symbol am Smartphone

Weit mehr Informationen kann man dem Smartphone mit speziellen Apps entlocken. Bei Network Signal Info erhält man z.B. Details über den Namen des eigenen Mobilfunkanbieter, des Netzproviders (z.B. SIM.de als Anbieter und O2 Provider) und zum aktuell genutzten Funkstandard.

Tipp: Über die Android-Einstellungen kann gewählt werden, was man bevorzugt. Der Weg führt über „Tethering & Netzwerke“ -> „Mobile Netzwerke“ -> „Netzwerkmodus“.

Check am LTE-Router oder Surfstick

Wer einen Router oder Surfstick nutzt um unterwegs ins Internet zu gelangen, verbindet sich auf zwei mögliche Arten. Bei einigen Sticks öffnet sich nach dem Einstecken entweder eine Verbindungssoftware (meist bei älteren Modellen) oder aber das Browserfenster. Bei Routern hilft ein Blick ins Menü über den Browser. Wie sie das erreichen ist von Modell zu Modell unterschiedlich, mehr dazu hier. Oder aber sie kennen die IP und geben diese in der Browserzeile ein.


In beiden Fällen informiert das Menü den Nutzer über den aktuell genutzten Mobilfunkstandard. Der folgende Screenshot zeigt das Beispiel eines Speedstick IV von der Telekom, gefolgt von einem alten Vodafone-Stick und einem Gigacube Huawei-Router. Suchen Sie also nach Stichwörtern, wie „verbunden mit“ oder den gängige Abkürzungen. Also wie 4G, LTE, 3G, UMTS, HSPA etc.

Telekom-Stick (alt):
Beispiel Surfstick Menü Telekom


Vodafone Stick (alt):
Browsermenü zeigt Verbindungsstatus


Vodafone Gigacube-Router:
LTE im Gigacube Router



DSL-Ersatzlösungen für Zuhause

Hierbei handelt es sich praktisch immer um 4G oder 5G. Der Markt hält heute etliche Lösungen derart bereit, wie Sie hier in unserem großen LTE-Zuhause Ratgeber erfahren.

Auch interessant: Wie ermittle ich die eigene Rufnummer?

Noch Fragen?

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