Testbericht Speedport Pro

Der neue Hybrid- und VDSL-Router im Praxistest


Die Deutsche Telekom bietet seit Februar 2019 einen neuen Hybrid-Internet tauglichen Router namens Speedport Pro. Das Gerät eignet sich nicht nur für alle Breitbandzugänge von der Telekom, sondern wirbt auch noch mit ungewöhnlich starkem WLAN. Satte 9600 MBit sollen im Idealfall möglich sein. LTE-Anbieter.info hat sich den neuen „Super-Router“ für Sie angesehen. Was kann er besser als der Vorgänger? Wo liegen die Stärken sowie Schwächen und lohnt der Umstieg für Nutzer des alten Speedport Hybrid?


Speedport Pro (Hybrid) von der Telekom mit Verpackung

1. Was ist das für ein Router?

Man könnte es wohl am besten mit dem Wort "Multifunktionsrouter" zusammenfassen. Während die meisten Modelle immer nur für eine Zugangsart ausgelegt sind, z.B. nur LTE oder nur DSL, bedient der Speedport Pro gleich mehrere Zielgruppen. So unterstützt er alle Telekom MagentaZuhause-Tarife über DSL und VDSL inklusive (Super-)Vectoring. Darüber hinaus ist das Modell Hybrid-fähig, kann also mit den Magenta-Hybrid Tarifen verwendet werden. Selbst für Nutzer der Glasfaser-Angebot ist der Speedport Pro ideal, allerdings benötig man noch ein separates Fiber-Modem.


1.1. Achtung: Kein LTE Solobetrieb möglich

Wichtig ist im Vorfeld zu erwähnen, dass man den Speedport nicht als LTE-Router ohne Hybrid-Tarif betreiben kann. Die Verwendung einer SIM mit LTE-Datentarif funktioniert nicht! Magenta-Zuhause Hybrid kombiniert schnelles 4G mit DSL oder VDSL zu einem noch schnelleren Anschluss. Bisher gab es von der Telekom nur den Speedport Hybrid Router, der aber bereits über 4 Jahre alt ist. Wir hoffen, dass diese Beschränkung künftig vielleicht durch ein Firmwareupdate behoben wird. Immerhin ließe sich so eine Art Fallback-Lösung etablieren, falls doch mal der DSL-Zugang ausfällt ...

Hinweis: Der Speedport Pro lässt sich nicht als solo LTE-Router betreiben, sondern nur mit Hybrid-Tarifen!

ohne Hybrid-SIM kein LTE

2. Erster Eindruck, Lieferumfang und Unboxing

Als der Postbote das Paket lieferte, fiel sofort das ungewohnt hohe Gewicht auf. Auch die Größe der Router-Verpackung sorgte für einen ersten Wow-Effekt. Ein derartiges Monstrum hatten wir noch nie als Testgerät in den Händen. Der Karton brachte es auf satte 3,35 Kilogramm.

Speedport Pro: riesige Verpackung

Beim Auspacken sollte man unbedingt auf die angedeuteten Pfeile achten, sonst kommt einem der gesamte Inhalt entgegen. Innen steht der Speedport Pro auf einer Pappform, darunter lagert das Zubehör.

Lieferumfang vom Speedport Pro

Letzteres fällt sehr opulent aus. Neben dem obligatorischen Netzteil, ist ein Netzwerkkabel mit 1,5 Meter (gelbe Stecker), Link-Kabel 1,5 m (blau), DSL-Kabel 10 m (grau) sowie ein Telefonadapter enthalten. Zudem ein durchaus ungewohnt dickes Handbuch mit knapp 70 Seiten. Das Linkkabel dient übrigens zur Verbindung eines Glasfasermodems mit dem Speedport Pro – interessant also nur für Nutzer der Magenta-Fiber Tarife.




3. Design & Handling

Der Speedport Pro sorgte schon Monate vor seiner Verfügbarkeit in Deutschland für Schlagzeilen. So gewann er einen Design-Preis, genauer gesagt den „reddot award 2018“ sowie den „German Innovation“ Award. Nun, ehrlich gesagt, können wir nicht ganz nachvollziehen, wo die Jury  Designvorzüge gesehen hat. Wahrscheinlich sammelte der Speedport Pro eher Punkte im Handling als bei der Optik. Letzteres ist zwar bekannter Maßen Geschmacksache, doch ein echter Augenschmeichler geht anders.

Speedport Pro von vorne mit leuchtenden LED

Zum einen sticht er aufgrund seiner Größe in jedem Zimmer sofort hervor, zumal Hybrid-Nutzer ja ohnehin für eine Platzierung in Fensternähe sorgen sollten (Stichwort LTE-Empfang). Doch bei Fensterpositionierung hat Schwarz den negativen Nebeneffekt, dass sich der Router im Sommer zusätzlich extrem aufheizt, was die Lüfter im inneren fordert.

Andererseits besteht das Gehäuse aus mattem Plastik, was nicht unbedingt sehr nobel wirkt. Zudem sollte man den Router möglichst mit Handschuhen anfassen. Denn schon nach kurzer Zeit verewigen sich unschöne Fettfingerabdrücke auf der Außenseite, was den Eindruck nochmals extrem trübt.

Positiv fanden wir, dass sämtliche Anschlüsse versteckt wurden. Dazu später mehr! Ganz oben sticht zudem ein rotes Label hervor mit der Aufschrift „Hier öffnen“. Am Kopf lässt sich nämlich eine kleine Klappe öffnen. Darunter wurden die wichtigsten Zugangsdaten aufgeführt, also WLAN- und Router-Passwort, sowie ein QR-Code für eine Hilfs-App. Zudem hat man ein kleines Mini-Faltblatt (genannt „Router-Pass“) hinterlegt, auf dem z.B. die Bedeutung der LED-Signalfarben verzeichnet sind. Hier nochmal alle kurz im Überblick:

Leuchtanzeigen Bedeutung:
Die 5 Leucht-LEDs auf der Vorderseite können verschiedene Informationen kodieren.

  • grünes Lauflicht: Hier arbeitet der Speedport Pro und warten ist angesagt.
  • 1 grüner Leuchtpunkt ganz oben: Bedeutet, der Speedport ist online.
  • 1 gelber Punkt in der Mitte: Die Telefon-Funktion ist gestört.
  • 2 gelbe Punkte ganz oben und unten: LTE-Empfang ist zu schwach (siehe unten).
  • 3 gelbe Punkte: Internet-Leitung nicht synchron. Bitte Kabelverbindungen prüfen.
  • 4 gelbe Punkte: Internetverbindung ist fehlgeschlagen. Leitung und Zugangsdaten prüfen.
  • 1 roter Punkt blinkt: Gerätefehler, bitte an den Telekom-Support wenden.

5 Info LEDs am Speedport Pro

Darüber hinaus können die LEDs genutzt werden, um die LTE-Empfangsqualität anzuzeigen. Halten Sie dazu für 3 Sekunden die Plustaste auf der Vorderseite des Speedport Pro gedrückt. Die Anmeldetaste leuchtet dann blau solange die LTE-Statusanzeige aktiv ist.

  • keine LED leuchtet: SIM falsch eingelegt oder kein Empfang
  • 1 blaue LED: Schlechter LTE-Empfangspegel – Router neu ausrichten / positionieren
  • 2 blaue LEDs: Guter Empfang aber nicht perfekt
  • 3 - 5 blaue LEDs: sehr gute Signalqualität


Das "N" Symbol oben im Bild ist übrigens kein Design-Element sondern zeigt an, dass sich darunter ein NFC-Chip verbirgt (Near Field Communications). Damit können Smartphones, welche ebenfalls NFC unterstützten, noch einfacher mit dem Router per WLAN angebunden werden.

4. Technische Eckdaten des Speedport Pro

Der High-End Router der Telekom (Hersteller Sagemcom) bietet einige Vorzüge. Im Gegensatz zum Vorgänger, dem Speedport Hybrid, verfügt der Pro nun über ein CAT6 LTE-Modem, wodurch sich die Maximaldatenrate von 150 auf 300 MBit verdoppelt. Da das Gerät aber aller Wahrscheinlichkeit nach für mindestens 4 Jahre im Hardwareportfolio der Telekom angeboten wird, stellt sich aber schon die Frage, warum man nicht gleich auf ein etwas zukunftsfreudigeren Chipsatz gesetzt hat, also mit CAT9 oder höher. Mit wenigsten 600 MBit wäre man für einige Zeit halbwegs state of the art geblieben. Immerhin beherrscht heute fast jedes Smartphone über 300 Euro sogar Gigabit LTE. Unterstützt werden die gängigsten deutschen 4G Frequenzen (Hinweis: Die Nutzung des Speedport Pro ist auf Deutschland beschränkt.) bei Band 3, 7, 20, 28 und 32.

Bei kabelgebundenen Breitbandtechniken beherrscht der Router ADSL und VDSL samt Vectoring bzw. Supervectoring (bis 250 MBit). Dank der Hybrid-Fähigkeit, könnten also künftig neue Bündel-Tarife mit 250 MBit + 300 MBit angeboten werden. Gegenüber LTE-Anbieter.info hat die Telekom aber zunächst Pläne derart verneint.

Telefonie ist natürlich ebenfalls möglich. So lassen sich per DECT bis zu 5 Schnurlostelefone anbinden (CAT-IQ 2.0 kompatibel). Zudem steht eine TAE-Buche zur Verfügung sowie eine „Intern ISDN-Buche“. An erstere lässt sich optional der mitgelieferte Telefonadapter anschließen, der dann Platz für ein Telefon und Fax bietet. Alle weiteren Eckdaten vom Speedport Pro können Sie übrigens hier einsehen.

Telefonadapter zum Speedport-Router

Hinweis: Über die S0-Schnittstelle will die Telekom später per Firmware-Update auch Magenta Smart Home und WLAN-Mesh unterstützen

5. Anschlussmöglichkeiten & LTE-Antennen

Kommen wir zu den Anschlüssen des Speedport Pro. Auf der Rückseite befinden sich hinter einer kleinen Plasteklappe die ersten 5 Ports. Zunächst zwei USB 3.0 Anschlüsse z.B. zur Anbindung von Daten-USB-Sticks. Darunter folgt ein SFP-Port, über den künftig ggf. neue Funktionen nachgerüstet werden könnten. Auf der rechten Seite befindet sich ein TAE-Telefonanschluss (z.B. für den mitgelieferten Adapter) und ein ISDN-Port.

Anschlüsse auf der Rückseite

Alles anderen, sogar der Netzteilanschluss, wurden auf die Bodenseite verlagert. Dort befinden sich insgesamt 4 Gigabit-LAN Anschlüsse. LAN 1 fungiert optional als Link- (Glasfasermodem) oder WAN-Port. Ganz rechts und grau eingefärbt befindet sich zu guter Letzt der DSL-Anschluss.

Anschlüsse unten beim Speedport Pro

Etwas über der Power-Buchse hat Sagemcom noch einen Micro-SD-Kartenschlitz (microSDXC bis 2 Terrabyte) verbaut. Diese muss per FAT32, NTFS oder exFAT formatiert sein und kann dann als Datenspeicher für einen Mediaserver im Haushalt dienen. Der Schacht für die Micro SIM-Karte (Hybrid) befindet sich ebenfalls unten. Das folgende Bild illustriert, wie man diese richtig herum einführt.

Speedport Pro SIM-Schacht und Reset Taste

Kommen wir zu den Anschlüssen für zusätzliche, externe LTE-Antennen. Hier können wir uns kurz fassen, es gibt schlicht keine! Dies sorgte bereits im Vorfeld durch die Bank für Kopfschütteln. Viele Interessenten haben daher schon vor dem Release eine Umrüstung ausgeschlossen, da einfach der LTE-Empfang vor Ort ohne Zusatzantennen zu schlecht oder gar nicht möglich ist. Auch wir haben uns gefragt, wie man einen derart teuren und als Flaggschiff konzipierten Router ohne diese Feature planen kann. Offensichtlich ist die Telekom von ihrem LTE-Netz derart überzeugt, dass es ihrer Ansicht nach keiner Zusatzantennen bedarf ...

6. Test des LTE-Modems

Normaler Weise testen wir an dieser Stelle immer die Qualität des integrierten LTE-Modems und vergleichen es im Test mit anderen Routern, wie z.B. der FritzBox 6890. Da wir aber in der Redaktion aktuell über keinen Hybrid-Tarif der Telekom verfügen, war dies leider nicht möglich. Wie schon erwähnt, ist ein Betrieb mit reinen 4G-Datentarifen, auch von der Deutschen Telekom, nicht möglich.

Wir haben uns dafür in vielen Foren umgesehen, was Nutzer so bezüglich des Empfangs berichten. Im Vergleich zum alten Speedport Hybrid ist dabei unisono von einer nicht unerheblichen Verbesserung beim Empfang die Rede. Allerdings bezieht sich dies natürlich nur auf Nutzer, welche vorher keine externen Antennen nutzten. Wer schon beim Vorgänger ohne Antennen keinen oder sehr schlechte Empfangswerte hatte, sollte also keinesfalls wechseln!

7. Test des DSL- und VDSL-Modems

Der Telekom Speedport Pro verfügt über ein integriertes Modem für alle gängigen DSL-Standards von ADSL bis hin zu VDSL mit Supervectoring. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 250 Mbit/s im Download und 40 Mbit/s im Upload. Für den Testbericht wurde der Router an zwei verschiedenen VDSL Anschlüssen verwendet, einer davon war mit Vectoring-Technik für Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s ausgerüstet. Der Speedport Pro hinterließ im DSL-Betrieb einen sehr zuverlässigen Eindruck und erreichte stets die maximal vom Anbieter versprochene Synchronisationsrate. Ausfälle der DSL-Verbindung wurden nicht registriert. Auch der Betrieb in Zusammenhang mit einem Telekom Entertain TV-Receiver funktionierte mit der aktuellsten Firmware problemlos.


DSL Übertragungsrate anzeigen

Die Einrichtung der DSL-Verbindung ist an modernen IP-Anschlüssen der Telekom völlig problemlos. Auf die Eingabe von Zugangsdaten kann verzichtet werden, wenn der Anschluss bereits auf BNG umgestellt wurde. Ansonsten leitet ein Einrichtungsassistent durch den Konfigurationsprozess. Auch der Betrieb mit alternativen DSL-Anbietern ist möglich, hier müsen in jedem Fall Zugangsdaten im Speedport Pro hinterlegt werden.


Leider liefert der Speedport Pro nur wenige Informationen über die DSL-Verbindung. Im Webinterface findet man diese Informationen unter dem Reiter Einstellungen, System-Informationen. Dort ist zum Beispiel die Synchronisationsrate im Down- und Upstream hinterlegt. Ein Vergleich mit den FRITZ!Box Modellen von AVM zeigt jedoch: andere Hersteller bilden deutlich detailliertere Informationen zur DSL-Verbindung ab.


8. WLAN: Wenn es eine Nummer größer sein muss …

Zumindest auf dem Papier sorgt der Speedport Pro für einen weiteren Wow-Effekt. Denn kein anderer Router bietet im Heimbereich aktuell mehr Performance. Theoretisch lassen sich bis zu 9600 MBit im heimischen Wifi-Netz erreichen. Möglich machen diese 8 Antennen bei 5 GHz + nochmal 4 Antennen bei 2,4 GHz. Zusammen mit modernem QAM1024 und Beamforming-Technik sind dann derart horrende Werte möglich. Brutto zumindest! Denn in der Praxis sind selbstredend geringere Werte zu erwarten, schon deshalb, weil die genutzten Endgeräte bei 5 GHz auch über MIMO 8x8 verfügen müssten. Derartige Geräte sind aber noch die absolute Ausnahme. Eine bessere Wahl wäre wahrscheinlich der Support des Nachfolgers von WLAN ac (Wifi 5), also WLAN ax (Wifi 6), gewesen. Doch auch hier fehlt es noch an kompatiblen Endgeräten.

8.1 WLAN im Test

Sehr wohl konnten wir aber die Performance des WLANs überprüfen. Zunächst ermitteln wir wie üblich die Signalstärke im Vergleich zu einer FritzBox 7580 an vier festgelegten Plätzen im und um unser Büro. Als nächstes wird der maximale Datendurchsatz getestet und zum Schluss die Geschwindigkeit beim Streamen von Dateien vom USB-Stick im Router (NAS-Tauglichkeit).

8.2 WLAN Signalstärke im Vergleich

Vor dem Messen der Übertragungsrate testen wir zunächst die Signalqualität an vier festgelegten Orten im und um unser Büro. Messpunkt a) liegt in Sichtlinie zum Router 3 Meter entfernt. Punkt b) in 8 Metern Distanz mit einer Tür dazwischen. Der Messpunkt c) liegt horizontal eine Etage über a) am selben Punkt im Raum. Bei d) liegt eine Etage und eine tragende Wand dazwischen. Also typische Szenarien in einem Haushalt. Gefunkt wurde je auf 5 GHz und WLAN ac. Beide Router konnten selbst den ihrer Meinung nach besten Kanal ermitteln, so dass die gleichen Bedingungen herrschen.

WLAN Test    Messpunkt a)       Messpunkt b)       Messpunkt c)       Messpunkt d)      
Fritzbox 6890 -42 dBm -68 dBm -54 dBm -58 dBm
Speedport Pro -40 dBm -69 dBm -62 dBm -62 dBm

Im Vergleich zu FritzBox schneidet der Speedport einen Tick besser bei direkter Sichtverbindung ab. Bei Punkt b) gab es praktisch keinen Unterschied. Dagegen fällt der Telekomrouter bei den Messungen über eine Etage nicht unerheblich ab. Denn bei der Einheit dBm handelt es sich um eine logarithmische Skala, wo 3 dBm eine Verdopplung bzw. Halbierung bedeuten. Umso erstaunlicher, da sich die Speedbox in den Übertragungstest (folgend) bei Hindernissen wie Wänden sehr gut geschlagen hat. Alles in allem aber ordentliche Werte, obgleich die Fritzbox etwas besser abschneidet.


8.3 WLAN Performance

Die Signalstärke sagt prinzipiell noch nicht viel über die zu erreichende Netto-Performance aus. Daher testeten wir mit dem kostenlosen Tool „Jperf“ direkt auch den Datendurchsatz. Mit dem Profi-Tool lassen sich parallel mehrere Daten-Streams generieren, denn moderne Wifi-Netze entfalten ihre Leistung erst dann richtig.

Beispiel Jperf Tool

Wir ließen immer 7 Streams für 30 Sekunden auf einer FritzBox 7580 und dem Speedport Pro laufen. Jeweils einmal in Sichtverbindung auf einer Distanz von 3 Metern und nochmals mit einer tragenden Wand dazwischen und 3 Metern Luftlinie. Zwei in der Praxis geläufige Szenarien. Des Weiteren ließen wir die Router einmal die WLAN-Kanäle selbst wählen und im nächsten Durchlauf wurde Kanal 44 bei WLAN ac genutzt. Als Empfänger diente ein Laptop mit 2x2 MIMO und WLAN ac.


FritzBox 7580:
Mit der Fritzbox ermittelten wir bei direkter Sichtverbindung und freier Kanalwahl eine Durchsatzrate von 322 MBit, was einem gängigen Praxiswert entspricht. Mit einem MIMO 4x4 Stick währen bei WLAN ac bis zu 866 MBit möglich. Der Verlauf aller Streams ist ziemlich homogen wie das folgende Messbild zeigt.


Wifi Performance Test mit Jperf (FritzBox WLAN ac und freie Kanalwahl)

Bei Festlegung auf Kanal 44 reduzierte sich die Geschwindigkeit allerdings deutlich, was dafür spricht, dass zu viele andere Netzwerke in der Nähe den Kanal nutzen.

FritzBox Test auf Kanal 44

Einen Raum weiter reduzierte sich die Übertragungsrate um ca. 20 Prozent. Auch der homogene Verlauf der einzelnen Datenstream ist nicht mehr durchgängig gegeben, einige fallen temporär stark ab.

FritzBox WLAN-Test bei einer tragenden Wand als Hinderniss


Speedport Pro:
Kommen wir zum Telekomrouter. Auch hier testen wir zunächst die direkte Sichtverbindung bei freier Kanalwahl. Hier fällt direkt die deutlich geringere Performance im Vergleich zur FritzBox auf. Nur noch 120 MBit wurden gemessen. Zudem benötigt der Speedport augenscheinlich einige Sekunden, um sein volles Leistungspegel zu erreichen, was natürlich auch den Durchschnitt mindert. Denselben Effekt stellten wir übrigens bei einem Downloadtest vom Speicherstick fest, doch dazu später mehr.

Speedport Pro WLAN-Test bei freier Kanalwahl

Auf Kanal 44 in etwa das gleiche Bild bei minimal höherer Datenrate.
Speedport Pro WLAN auf Kanal 44

Im Nebenzimmer erwarteten wir (bei freier Kanalwahl) eigentlich eine ähnliche Abnahme der Leistung wie bei der FritzBox. Doch erstaunlicher Weise hielt der Speedport das Niveau wie bei der Sichtverbindung.

Test: Speedport Pro bei freier Kanalwahl und einer tragenden Wand als Hinderniss

Auf Kanal 44 konnte der Telekomrouter sogar die Datenrate nochmal leicht steigern, obgleich der Graph der einzelnen Datenstreams nun deutlich divergierte.

Test: Speedport Pro auf Kanal 44 und einer tragenden Wand als Hinderniss

Unser Fazit zum Performancetest: Die maximale Datenrate liegt deutlich unter dem einer vergleichbaren FritzBox. Dafür lässt sich der Speedport Pro durch Hindernisse weit weniger beeindrucken, was für eine bessere Reichweite spricht. Aber darauf kommt es im Alltag eigentlich an!

8.4 Wifi NAS Performance im Test

Als nächstes wollten wir wissen, wie schnell sich große Dateien im Heimnetz transferieren lassen. Denn der Speedport Pro kann als Mediaserver eingesetzt werden. Als Datenspeicher kann dabei ein USB-Stick genutzt werden oder eine Micro-SD – für beides sind Anschlüsse vorhanden. Doch wie lange dauert es z.B., einen großen Film vom Mediaserver runter zu laden? Um die Frage zu klären, bestückten wir beide Router mit einem schnellen USB-3.0 Stick und einer nichtkomprimierbaren 5 GB großen Testdatei (runterladbar auf speedtestx.de). Zum Einsatz kam je WLAN ac bei freier Kanalwahl.

Die Fritz!box lud die Datei recht konstant mit ca. 30 MB/s und war dementsprechend nach 3:24 Minuten fertig. Beim Speedport baute sich dagegen die Datenrate erst langsam auf, wie der folgende Screenshot zeigt.

Kopierverlauf 5 GB Testdatei mit dem Speedport Pro

Die Entwicklung deckt sich mit unseren Performancetests oben. Dafür benötigte der Telekom-Router zur Übertragung aber nur 1:10 Minute. Woran das liegt? FritzBox Router sind leider bekannt dafür, dass die USB-Performance nicht die beste ist, trotz USB-3.0 Anschluss. Wir vermuten, dass dies die Übertragung ausbremste und nicht das WLAN an sich.


9. Installation: Schnell und einfach einrichten

Die Einrichtung des Speedport Pro funktionierte in unserem Test erfreulich einfach und schnell.  Zugriff auf den Router und das Routermenü erlangt man in weniger als zwei Minuten. Wir zeigen zunächst, wie das gelingt und widmen uns dann den anderen Zugangsarten.




9.1 Anbindung per WLAN

Um Ihren Computer, Tablet oder Smartphone erstmalig mit Wifi über den Speedport Pro anzubinden, gehen Sie wie folgt vor. Zunächst das Netzteil anbinden, woraufhin der Router startet. Erkennbar an den blinkenden Front-LEDs. Nach ca. 1 Minute sollte das Blicken aufhören und der WLAN-Taster auf der Vorderseite dauerhaft grün leuchten. Wenn nicht, muss die Ersteinrichtung wie in Punkt 9.2 per LAN erfolgen.

Schalten Sie nun beim Endgerät welches eingebunden werden soll WLAN an und wählen die SSID (WLAN-Name). Diese ist auf der kopfseitigen Abdeckung verzeichnet - in unserem Beispiel „WLAN-365AKE“. Nun werden Sie nach dem Passwort gefragt, welches darunter abgelesen werden kann. Es handelt sich um  die 20-stellige Zahl. Die Verbindung sollte nun stehen – gehen Sie zu Punkt 10) in diesem Ratgeber.

Speedport Pro von oben mit Router-Pass


Tipp:
Wer ein Smartphone mit NFC-Funktion besitzt, kann sich beim Speedport Pro auch ohne umständliche Eingabe des langen WLAN-Passworts verbinden. Einfach NFC aktivieren und an das "N" Symbol auf der Vorderseite des Routers halten. Die Anbindung erfolgt dann automatisch!

9.2. Verbinden per LAN

Sofern Sie gerade kein WLAN-fähiges Endgerät zur Hand haben, gelingt die Anbindung und Einrichtung natürlich auch klassisch per Kabel. Schließen Sie das mitgelieferte gelbe LAN-Kabel an Router und PC an. Steht die Verbindung, können Sie mit Punkt 10 fortfahren.

LAN Kabel anschließen


9.3 (V)DSL anschließen

Nutzen Sie lediglich einen DSL- oder VDSL-Tarif der Telekom, verbinden Sie das mitgelieferte DSL-Kabel (graue Stecker) mit der F-Buchse an der Telefondose. Das andere Ende kommt in die DSL-Buchse auf der Unterseite des Routers. Sollte noch ein Splitter oder NTBA vorhanden sein, müssen diese zuvor entfernt werden! Tragen Sie nun Ihre Zugangsdaten im Router ein (Zugriff siehe Punkt 8). Dabei hilft beim ersten Mal ein Einrichtungs-Assistent im Routermenü.

Einrichtungsassistent


9.4 Hybrid-SIM einführen

Nutzer eines Hybrid-Tarifes der Telekom müssen noch die passende SIM einstecken. Dazu sollte der Router unbedingt vom Strom getrennt sein. Zudem ist ein Neustart nötig damit die SIM erkannt wird. LTE als Komponente kann bei Bedarf übrigens zu- oder abgeschaltet werden.


Hybrid-SIM einlegen

10. Routermenü starten und einstellen

Nachdem die Verbindung steht - per LAN oder WLAN – können wir uns das erste Mal ins Konfigurationsmenü des Speedport Pro einloggen. Rufen Sie dazu Ihren Internetbrowser auf und geben in die Adressleiste die http://speedport.ip oder http://192.168.2.1 ein. Daraufhin gelangt man zu folgendem Willkommensmenü mit Einrichtungsassistenten.

Einrichtungsassistent

Für das Login benötigen wir das Routerpasswort, welches wie der WLAN-Key unter dem oberen Deckel verzeichnet ist. Es folgt das reguläre Startmenü des Speedport Pro.


Startmenü beim Speedport Pro

Wer bereits den Vorgänger (Speedport Hybrid) kennt, wird wahrscheinlich von den Einstellmöglichkeiten etwas enttäusch sein. Währen man dort auch Profis allerlei Optionen fanden, kann man hier nicht einmal mehr die LTE-Empfangsparameter ablesen. Doch der Reihe nach ...

Menü Internet:

Hierunter sind Einstellungen für DSL- und LTE-Verbindungen, Portfreischaltung, DynDNS und WLAN To GO subsummiert.
Internet Einstellmöglichkeiten beim Speedport Pro

Hybrid-Bestandskunden können unter "LTE Verbindung" allerdings nur die Funkkomponente aktivieren oder deaktivieren. APN ändern oder Empfangsparameter auslesen, wie den RSRQ, RSRP oder SINR sind nicht möglich! Man ist also leider auf die recht ungenaue LTE-Frontanzeige angewiesen. Für ambitionierte User und Profis eigentlich ein No Go! Auch unter dem vielsagenden Reiter "LTE-Empfangsstärke" wird man nur auf die Front-LEDs verwiesen, wie der folgende Screenshot zeigt.

Einstellungen für LTE-Verbindungen beim Speedport Pro

Menü Netzwerk:
In dieser Rubrik lassen sich zunächst alle verbundenen Geräte, sei es per USB, LAN oder WLAN, begutachten. Einer der wohl wichtigsten Optionen sind die "WLAN-Einstellungen". Hier lassen sich zunächst natürlich die SSIDs und Passwörter je für 2,4 oder 5 GHz ändern. Vorbildlich sind Konfigurationsmöglichkeiten für Gastzugang und die WLAN-Zeitschaltung. Diese lassen auch für FritzBox-Nutzer keine Wünsche offen.

WLAN Zeitschaltung beim Speedport Pro


Darüber hinaus können Sendeleistung, Kanalbandbreite und Kanal angepasst werden.
WLAN Einstellungen für 2,4 und 5 GHz

Menü Telefonie:
Unterm Telefonmenü sind Einstellungen für Rufnummerzuordnung, die Rufnummern selbst, Telefonbuchsen, DECT-Station und ISDN zusammengefasst. Des weiteren lässt sich ein Telefonbuch verwalten und die Anruferliste einsehen.

Telefonie Einstellungen

Unter "Einstellungen" im Headermenü findet man noch die Möglichkeit für ein Firmware-Update sowie den Unterpunkt "Systeminformationen". Darüber lässt sich zumindest die aktuelle Firmware-Version ermitteln, zudem kann der DSL Up- und Downstream beobachtet werden.

Fazit: Alles in allem also das Standard-Programm ohne Besonderheiten. Profis dürften unserer Einschätzung nach eher enttäuscht sein, da die Telekom hier nur das Allernötigste an Einstellmöglichkeiten und Router-Informationen liefert.




11.Preis und Bezugsmöglichkeiten

Den Speedport Pro bietet die Telekom optional zu allen Hybrid-, DSL- oder VDSL-Tarifen hier auf www.telekom.de. Neukunden können das Gerät dann entweder mieten oder kaufen. Der Mietpreis beträgt 9.95 € monatlich. Gemessen an den 399.99 €, die beim Kauf taxiert werden, erscheint das fast human. Daher empfiehlt sich eher die Miete – man würde 40 Monate bzw. 3,3 Jahre brauchen, bis man beim Direktkauf Geld spart. Wer den Speedport Pro dennoch kaufen will - hier bei Amazon haben wir das Modell teils schon 50 € billiger gesehen.

Speedport Pro

12. Wahl des Standorts

Der ideale Stellplatz für den Router hängt zunächst von der beabsichtigten Betriebsart ab. Im Hybrid-Betrieb gelten andere Vorgaben wie beim Einsatz von (V)DSL. In jedem Fall sollte der Speedport Pro aber auf einer waagerechten und hitzeunempfindlichen Unterlage stehen. Vermeiden Sie zudem, dass die Lüftungsgitter verdeckt werden. Auch die Positionierung in einem Schrank oder ähnlichen ist weder im Hinblick auf die Kühlung, noch auf ideale WLAN-Leistung ratsam.

(V)DSL & Glasfaser: Positionieren Sie den Router am besten möglichst zentral in der Wohnung/Haus, damit eine gleichmäßige Wifi-Versorgung gewährleistet wird. Der Keller oder Dachboden eignet sich daher weniger. Sorgen Sie für freie Luftzufuhr für die Lüfter.

Hybridbetrieb: Da hier auch LTE (also Mobilfunk) eingesetzt wird, empfiehlt sich eine fensternahe Positionierung. Wie im Abschnitt zu den LEDs beschrieben, kann die Signalstärke am Router über die 5 LEDs abgelesen werden. Probieren Sie mehrere Standorte und vergleichen die Qualität. Die Telekom verweist zudem darauf, dass man direkte Sonneneinstrahlung vermeiden soll, was sich aber am Fenster natürlich nicht immer vermeiden lässt. Hier wirkt, wie schon erwähnt, die Wahl von Schwarz als Gehäusefarbe leider kontraproduktiv.

Test-Fazit zum Speedport Pro

Alles in allem lieferte der vermeintliche Top-Router der Telekom ein eher gemischtes Bild bei uns ab. Ein (anderen Berichten nach) gutes LTE-Modul, steht dem Fehlen von Anschlüssen externer Zusatzantennen entgegen. Der WLAN-Empfang war beim Test zwar stabil, aber vergleichsweise langsam. Dafür punktet der Speedport Pro mit einer deutlich besseren NAS-Performance (Stichwort Mediaserver) im Vergleich zu modernen FritzBox-Modellen.

Negativ ist auch zu werten, dass man LTE nicht ohne Hybrid-Tarif nutzen kann. Diese Funktionskastrierung ärgert – zumal bei einem Highend-Preis von 400 Euro. Auch in Sachen Einstellmöglichkeiten und Auslesen von LTE-Parametern enttäuscht der Pro. Selbst eine Anrufbeantworterfunktion fehlt derzeit. Diese soll später noch nachgeliefert werden, wie auch etliche andere Features.

Unterm Strich bleibt ein sehr, sehr großer Router mit wenig nennenswerten Vorteilen gegenüber dem Vorgänger, zumindest in der Praxis. Wir würden eher weiter zum Speedport Hybrid greifen!

Update Juli 2019

Mitte 2019 lieferte die Telekom ein größeres Firmwareupdate nach, welches nicht nur etliche Bugs beseitigte, sondern auch neue Features einspielt. So ist z.B. seit Version 120133.2.0.010.1 auf VPN möglich.

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