Testbericht zum Huawei Honor 8

LTE-Neuling mit Dual-Sim und Dual-Kamera unter der Lupe


Oktober 2016: Honor ist eine Tochtermarke des bekannten Smartphoneherstellers Huawei, welche mit ihren Geräten ein eher preisbewusstes Klientel anvisiert und seit geraumer Zeit Geräte mit hochwertiger und schneller Hardware zum günstigen Preis veröffentlicht. Die Hauptmarke Huawei konzentriert sich seit längerer Vergangenheit auf das Premiumsegment und hat in diesem Bereich mit dem P9 ein Smartphone mit sehr hochwertiger Verarbeitung präsentiert.

Honor 8

Das Honor 8 kann durchaus als kleiner Bruder gesehen werden, da viele Spezifikation ähnlich oder gleich sind. Wie beim P9 von Huawei, ist auch beim Honor 8 eine Dual-Kamera eingebaut, die mit 12 Megapixel auflöst und ebenfalls sehr gute Fotos machen soll. Nicht weniger interessant ist die Tatsache, dass beim Honor 8 auch die Dual-Sim-Funktionalität und LTE-Funk eingebaut wurde. Hat das Smartphone das Zeug zum LTE-Geheimtipp?

Erster Eindruck

Als wir das Gerät ausgepackt haben, fanden wir ein Smartphone vor, welches sich sehr hochwertig anfühlt. Anders als das P9, wurde hier kein Metall, sondern hauptsächlich Glas als Baumaterial benutzt. Wie auch das Schwestermodell, erzeugt das Honor 8 das Premiumfeeling. Allerdings besteht hier ein gravierender Unterschied zum P9: Wer das Smartphone von Honor nicht in einer Hülle benutzt, sollte gleichzeitig immer ein Poliertuch mitführen, da die Glasrückseite und das Display ein Magnet für Fingerabdrücke ist und schon nach wenigen Berührungen einiges von der Schönheit einbüßt.

Beim Auspacken fanden wir neben dem Gerät das übliche Zubehör, darunter das Datenkabel, Steckdosenadapter und Kopfhörer und einen Simkartenschacht-Öffner. Schade: eine Displayfolie war nicht dabei. Hier hätte Huawei dem Kunden durch das Vorbekleben des Displays mit einer robusten Displayfolie eine Unannehmlichkeit ersparen können. Da die Ladebuchse des Honor auf USB-C basiert, sind alte Ladekabel nicht mehr ohne weiteres nutzbar. Die mitgelieferten Kopfhörer machen einen eher billigeren Eindruck und klangen im Test eher durchschnittlich bis dumpf.



Einen Vergleich mit dominierenden Flaggschiffen anderer Hersteller muss das Smartphone nicht scheuen. Die gerade Form mit den abgerundeten Ecken erinnert zunächst an aktuellere Apple Geräte der 6er Generation, das Gefühl beim Halten des Honors eher an das Galaxy S6, bzw. Galaxy S7. Auffallend ist die Dual-Kamera und der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, welcher schnell und zuverlässig Fingerabdrücke aus verschiedenen Perspektiven erkennt. Oben kann man noch ein weiteres dezentes Detail entdecken. Der kleine rote Punkt ist ein Infrarot-Port, der allerdings nicht zur Dateiübertragung, sondern zur Fernsteuerung von Fernseher und anderen Geräten dient.

Eingebaute Technik

Im Inneren des Honor 8 werkelt eine HiSilicon Kirin 950 Octacore-CPU. Dieser Prozessor mit seinen 8 Kernen taktet mit bis zu 2,3 GHz und wird dabei von einer Mali-T880 MP4 GPU unterstützt. Für die nötigen Speicherreserven sorgen 4 GB Arbeitsspeicher. Diese enormen Leistungsreserven machten sich im Test besonders bemerkbar: Kein Ruckler war im Testzeitraum spürbar. Sofern rechenintensive Aufgaben ausgeführt wurden, erwärmte sich das Gerät ein wenig, allerdings blieb die Leistung konstant schnell.

Benchmark Honor 8 HTC 10 LG G5 LG G3 Galaxy Alpha
Smartbench - - 7217 | 3475 5874 | 4500
Geek Bench Multi 1714 | 5385 1696 | 3361 2285 | 5331 - -
Quadrant Standard 45256 - 24130 23714
AnTuTu 120291 135336 40046 48586

Screenshot Honor 8 Geek Bench

Bildschirm

Der Bildschirm des Honor 8 hat eine Diagonale von 5,2 Zoll und löst mit Full-HD, also 1920x 1080 Pixel, auf. Daraus resultiert wie beim Schwestermodell P9 eine Pixeldichte 423 ppi. Dass hier auf eine höhere Auflösung, wie etwa Quad-HD, verzichtet wurde, hängt wahrscheinlich mit der Tatsache zusammen, dass eine höhere Auflösung gleichzeitig mehr Strom verbraucht. Trotz Full-HD-Auflösung, zeigt der Bildschirm Inhalte scharf und lässt keine einzelnen Pixel mehr erkennen. Anders als beim Schwestermodell Huawei P9, kommt in dem Honor 8 kein IPS-Panel zum Einsatz. Stattdessen wird hier auf eine Bildschirmtechnologie mit dem Namen LTPS (low temperature poly silicon) zurückgegriffen. Diese ist eine Weiterentwicklung der TFT-Display-Technologie, welche eher bei Smartphones der Einsteigerklasse eingebaut wird. Gegenüber TFTs bieten Smartphones mit LTPS-Displays verbesserte Kontraste und höhere Auflösung. Beim Honor 8 konnten wir dies bestätigen, allerdings verlor das Display im grellen Sonnenlicht schnell an Lesbarkeit. Dennoch überzeugt der Bildschirm des Honor mit einer guten Darstellung.

Vorteilhaft für den Endbenutzer ist der interne Speicher von 32 GB Kapazität. Zumindest mittelfristig befreit dieser von Platzmangel. Wem dies nicht ausreicht, kann eine Speicherkarte einlegen, muss aber dafür auf die zweite Simkarte verzichten. Musik kann über den Klinkenanschluss, Bluetooth oder den eingebauten Lautsprecher abgespielt werden, welcher im Test mit einem guten Klang aufwartete.

Kamera mit sehr guter Qualität

Auffällig an dem Honor 8 ist zweifelsohne die Dual-Kamera, welche mit zwei Sensoren mit jeweils 12 Megapixeln Fotos aufnehmen kann. Die Bekanntheit der Maße hat dieses Feature insbesondere seit der Veröffentlichung des iPhone 7 Plus erreicht, welches mit der gleichen Spezifikation aufwartet. Die im Honor verbaute Kameratechnik weist, neben zwei Kamerasensoren, einen Dual-LED-Blitz auf, der mit zwei verschiedenen Farben für eine bessere Farbdarstellung sorgen soll.


Zusätzlich steht in Situationen mit wenig Licht eine weite Blendenöffnung von f/2.2 bereit. Die Kamera-App startete im Test sehr schnell und machte gute Bilder bei Tageslicht. Insbesondere der geringe Qualitätsverlust (bei Motiven im Tageslicht) beim Zoomen fiel hier positiv auf.

In der Nacht kamen teilweise andere Ergebnisse zustande: Während die Kamera im normalen Zustand mit Motiven in der Nacht gut umgehen konnte, waren hereingezoomte Fotos oft stark verpixelt und verrauscht. Der Blitz leuchtet dunkle Situation eher dürftig aus.

Test Kamera des Honor 8 bei Nacht

Test Dämmerungsfoto mit leichten Problemen | Klick = vergrößern


Für Frontaufnahmen steht vorne eine Kamera mit 8 Megapixeln bereit. Dem Hersteller zufolge, wurde der Sensor speziell für Selfies in dunklen Situationen optimiert. Dafür wurden die Pixel vergrößert und eine Blende mit der Öffnung f/2.4 verbaut. Dazu leuchtet das Display beim Auslösen für ein paar Sekunden hell auf. Zoomen ist bei der Frontkamera prinzipiell nicht möglich.

Fotofunktion Screenshot Honor 8
Videoaufnahmen werden auf beiden Seiten in Full-HD-Auflösung aufgenommen. Interessant: Für bewegende Objekte steht eine Follow-Focus-Funktion bereit, welche den Autofokus auf ein bestimmtes Objekt festsetzt und bei anhaltender Bewegung des Objektes scharf stellt. Im Test klappte dies eher mäßig. Die vom Smartphone aufgenommenen Videos wiesen dennoch eine gute Qualität auf.

Konnektivität und Akku

Im Honor 8 sind zahlreiche Funkstandards verbaut, welche das Smartphone an Funknetze anbinden. Mit darunter sind Wlan nach a/b/g/n/ac, Bluetooth in der Version 4.2, GPS, NFC und Infrarot zur Steuerung von Fernsehern. LTE unterstützt das Gerät nach LTE Cat 6, was bedeutet, dass Downloadraten von bis zu 300 Mbit/s möglich sind. Ebenso unterstützt das Honor 8, entsprechenden Tarif und Netzverfügbarkeit vorausgesetzt, VoLTE. In mehreren Speedtests bekamen wir im Telefonica Netz gemischte Ergebnisse, von unterirdischen 0,94 Mbit/s bis zu 35 Mbit/s im Download, während ein Speedtest mit der zweiten Testkarte im Netz der Deutschen Telekom konstant Werte über 10 MBit/s vor Ort lieferte. Ein Tausch der beiden Simkarten in ihren Schächten brachte ähnliche Ergebnisse. Die Dual-Sim-Funktion kann nur genutzt werden, wenn keine Speicherkarte einliegt. Zu erwähnen ist, dass sich nur eine Simkarte sich ins LTE-Netz einbuchen kann, die andere funkt zur selben Zeit im GSM-Netz des jeweiligen Anbieters.

Mehrere WLAN-Tests brachten öfters Geschwindigkeiten von bis zu 70 Mbit/s netto hervor, welche beim Testen mit dem Netzwerk der Universität Marburg erreicht wurden. Auch der “Navi-Test” auf dem Fahrrad war zufriedenstellend: Bei gleichzeitiger Verwendung von Bluetooth (über ein Headset für Sprachanweisungen), GPS zur Ortung und LTE / 3G in hügeliger Umgebung, macht das Honor 8 eine gute Figur. Durchgehendes Navigieren war ohne Probleme möglich, eine spontane Streckenabweichung bemerkte das Gerät schnell und korrigierte die Route. Insgesamt macht das Handy in der alltäglichen Benutzung eine gute Figur.



Dennoch ist bei starker Nutzung gelegentlich ein Blick auf den Akkustand nötig, da wie bei allen Smartphones eine starke Aktivität der Funkmodule den eingebauten Akku relativ schnell auszehrt. Der im Honor eingebaute, nicht wechselbare Akku hat eine Kapazität von 3000 mAh. Einstellungen und Möglichkeiten zum Energiesparen können über den Akkumanager eingesehen werden. Um noch ein paar Prozent Laufzeit rauszukitzeln, hat man mehrere Einstellungen zur Auswahl, etwa das Herabregeln der Bildschirmhelligkeit oder die Beschränkung der Prozessorleistung. Zusätzlich beobachtet das Programm energieintensive Apps und bietet an, sie abzuschalten. Überraschend ist die Einstellung neben der Bildschirmhelligkeit, auch die Bildschirmauflösung herabzusetzen. Wie auch bei Samsung, gibt es einen Ultramodus, der nur das Ausführen der Basisfunktionen erlaubt, dafür aber eine sehr hohe Laufzeit realisieren soll.

Fazit

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Smartphone mit einer Dual-Kamera zu besorgen, aber nicht das nötige Kleingeld für das Huawei P9 oder das iPhone 7 Plus hat, findet im Honor 8 eine passende Alternative. Von einem Billig-Smartphone kann man hier nicht sprechen, eher lässt sich das Honor als Alternative für jene verstehen, die nicht so viel Geld ausgeben wollen oder die Metallverarbeitung des P9, bzw. iPhone 7 Plus nicht mögen. Das Glasgehäuse des Honor erweckt einen hochwertigen Eindruck, das Betriebssystem ist mit Android 6 aktuell und auch die Leistung liegt im oberen Bereich. Einzig die Speicherkarte, die die Dual-Sim-Funktionalität opfert und die Eigenschaft, schnell Fingerabdrücke zu sammeln, trüben den Eindruck ein wenig. Ansonsten bekommt man hier für 400 Euro ein gut ausgestattetes und empfehlenswertes Gerät. Erhältlich ist das Honor 8 im Handel in den Farben Midnight Black, Pearl White oder Saphire Blue.

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