LTE als Fallback-Lösungen

Minimierung der Ausfallsicherheit für Internet und Telefon


Der Zugang zum Internet ist für Unternehmen heute praktisch genauso elementar, wie die Stromversorgung.  100 Prozent ausfallsicher sind gängige Breitbandzugänge allerdings nicht. Während viele Unternehmen einen Stromausfall noch mit Notaggregaten auffangen, ist eine Störung des Internetzugangs meistens nicht abgesichert. Und auch im privaten Umfeld kann eine redundante Lösung durchaus Sinn machen oder gewünscht sein. Wir zeigen, wie man mit LTE Fallback-Lösungen konzipiert und so die Kommunikationsfähigkeit auch im Ausnahmefall aufrechterhält.



Was ist ein Fallback-System?

Darunter versteht man eine Art Notlösung, falls die primäre Versorgung mit einem bestimmten Service nicht mehr funktioniert. Um beim Strombeispiel zu bleiben: Fällt das Stromnetz kurzfristig aus, kann ein Notstromsystem als Überbrückung einspringen – dieser wäre dann sozusagen das „Fallback“-System. Auch im Bereich der Telekommunikation lassen sich Lösungen implementieren, um den Telefonie- und Internetverkehr auch beim Ausfall der Primärversorgung aufrecht zu erhalten.


Hinweis: Alle folgenden Maßnahmen können natürlich auch im privaten Umfeld eingesetzt werden, zielen aber eher auf den Einsatz im unternehmerischen Umfeld. Schon allein wegen der nicht unerheblichen Kosten. Dennoch spricht prinzipiell natürlich nichts dagegen, dies auch für sich persönlich in Anspruch zu nehmen. Am Ende dieses Beitrags geben wir zudem noch einige Tipps für Privatanwender.

Unternehmenslösungen

Prinzipiell kann der schnelle Mobilfunkstandard „LTE“ zwei Aufgaben in Fallback-Lösungen übernehmen. Einmal als primäre Internetverbindung(1), wobei weit langsamere (DSL-)Anschlüsse das Fallbackmedium repräsentieren. Zweitens als Übertragungsstandard für den Fallback-Fall Fall (2) - also dann, wenn eine kabelgebundene Breitbandtechnik, wie VDSL, den Primäranschluss stellt.

Fall 1)  Diese Situation findet man vor allem in Regionen ohne hinreichenden Breitbandausbau. Weder DSL-, noch VDSL- oder Glasfaserzugänge stehen ansässigen Unternehmern und Gewerbetreibenden zur Verfügung. LTE ist also die einzige Möglichkeit für eine hochperformante Internetanbindung.. Wer auf diese Lösung setzt und hohe Ansprüche an die Zuverlässigkeit stellt (geringe, bis keine Ausfälle), sollte dringend Fallback-Strategien erarbeiten. Denn LTE ist als Funktechnik leider relativ störungsanfällig. Das müssen nicht einmal Netzprobleme beim Anbieter sein – schon heftige Wetterkapriolen können für Probleme ausreichend sein. Fällt der Primäranschluss (LTE) aus, muss also die automatische Umstellung auf eine Notlösung erfolgen. Etwa einem Satelliten-Zugang oder ISDN-Anschluss. Für diese Aufgabe  gibt es spezielle Business-LTE-Router.

Fall 2) Selbst moderne Breitbandzugänge bieten keine 100% Ausfallsicherheit. Wenn Hochverfügbarkeit also ein Muss ist, empfiehlt sich eine Lösung, die auf LTE (4G) oder UMTS (3G) umschaltet, wenn der Ernstfall eintritt. Durch diese Redundanz kommt man nahe an die erstrebten 100 Prozent heran. Passende Business-Router, welche Fallback-Systeme von ADSL auf LTE unterstützen, bieten z.B. die Firmen „Bintec“ oder „TDT“. Als Beispiel sei hier der C1550ldi von TDT erwähnt. Seit Ende 2017 gibt es zudem die FritzBox 6890, welche (V)DSL und LTE gleichermaßen unterstützt. Ein sehr preiswerter Backup-Router, im Vergleich zum vorher genannten Modell.


FritzBox 6890 für xDSL und LTE als Backup-Kanal


Kosten: Welche Fix- und Einmalkosten fallen an?

Die erwähnten Spezialrouter liegen durchaus im unteren vierstelligen Bereich, mit Ausnahme der FB 6890. Für Profi-Geräte sollten in jedem Fall knapp über 1000 € in die Kalkulation eingeplant werden. Die genauen, tagesaktuellen Preise, erfahren Sie leider nur auf Anfrage beim Hersteller direkt. Zudem fallen natürlich monatliche Kosten an, wenn z.B. LTE als Backup-Breitbandzugang eingesetzt werden soll. Mehr zu passenden Business-Tarife finden Sie hier.

Egal, ob Sie als Fallback Methode LTE, einen (V)DSL bzw. eine ISDN Lösung einsetzen, folgende laufenden und einmaligen Kosten sollten mit in das Budget eingeplant werden:

  • monatliche Grund-Kosten für 2 Internetzugänge (rund 30-60 € / Anschluss),
  • sollte der bisher eingesetzte Router keine oder nicht zutreffende Fallback-Funktionalität besitzen, muss ein neuer angeschafft werden,
  • wird auf einen ISDN-Primärmultiplex-Anschluss gewechselt, entstehen Verbindungskosten / Minute


Rechenbeispiel:

Fixkosten Router: 1200 € netto

Primärer DSL-Anschluss (Businesstarif) Telekom: DeutschlandLAN-IP Start 39,95 € / Monat.
Sekundärer LTE-Tarif: Vodafone DataGo L (12 GB) für 27,49 € brutto im Monat

Gesamtkosten pro Monat: 67,44 € monatlich
kalkulatorische Kosten / Monat (inkl. Hardware) auf 2 Jahre gerechnet: 117,45 € / Monat


Telefonie – auch hier lauern Probleme

Wer auf Variante 1 angewiesen ist, sollte zudem folgendes beachten. Bei den Business-LTE-Tarifen von Vodafone läuft die Telefonie nur über VoIP (NGN). Fällt also das LTE-Netz regional aus, ist auch der Telefonanschluss betroffen. Dieses Problem gibt es bei der Telekom mittlerweile auch. Während "Call & Surf via Funk" früher noch mit analogem Anschluss funktionierte (wir nur noch in Ausnahmefällen geschaltet), läuft „MagentaHybrid für Geschäftskunden" per VOIP. Die Datenkommunikation wird also über Funk abgewickelt - der Telefonanschluss daher indirekt auch, da hier aif "All-IP" gesetzt wird. Dafür kommt dieser Tarif völlig ohne Datendrosselung aus, was ein erheblicher Vorteil gegenüber Vodafone ist.


Tipps für Privathaushalte

Der Wunsch nach permanenter Konnektivität ist natürlich nicht nur für Geschäftsleute legitim. Manch einer möchte (oder kann) ebenfalls keine Ausfälle hinnehmen. Ideal ist hier wie schon beschrieben eine FritzBox 6890, welche auf LTE umschalten kann, falls DSL oder VDSL einmal ausfällt.

Für einige Verbraucher empfiehlt sich zudem folgende Option: Nicht wenige LTE-Nutzer haben von DSL-Light zu LTE gewechselt. Oder von einem DSL-Anschluss mit geringer Datenrate, wie z.B. 1000 Kbit. Wer diesen NICHT kündigt, hat im Falle des Falles eine gute Alternative, um mögliche Netzausfälle zu überbrücken. Die nicht unerheblichen Mehrkosten pro Monat, sollten natürlich in Relation zum Nutzen stehen. Eine noch bessere und preiswertere Alternative, ist Hybrid-Internet aus DSL und LTE in einem.

Die wohl günstigste und einfachste Maßnahme für Privatnutzer ist einfach der Kauf eines Prepaid-Surfsticks. Sollte mal für ein paar Stunden kein Internet anliegen, etwa weil eine Basisstation ausgefallen ist, kann man dann wenigstens noch mit dem Surfstick ins Internet. Logischer Weise sollte aber dann ein anderer Anbieter (mit anderem Netz) gewählt werden. Mittlerweile gibt es in Deutschland sogar Prepaid-LTE-Tarife, die eine preiswerte Alternative ohne Vertrag versprechen.




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