LTE ohne Drosselung!?

Gibt es 4G eigentlich auch ohne Volumenbegrenzung?


LTE ohne Drossel?

Der Highspeed-Mobilfunkstandard LTE spielt, seit seiner Einführung im Jahr 2010, eine nicht unerhebliche Rolle bei der Internetversorgung im ländlichen Raum. Durch LTE-Tarife für Zuhause, können viele Verbraucher seither erstmals überhaupt am Internetzeitalter teilhaben. Denn vielerorts sind nach wie vor entweder gar keine oder nur extrem langsame DSL-Zugänge verfügbar. Ein elementarer Umstand steht der Etablierung von LTE als echter DSL-Alternative jedoch seither im Weg: Die sogenannte Daten-Drosselung. Doch auch für alle anderen LTE-Kunden sind die Volumenbegrenzungen seit jeher ein Dorn im Auge. Wenig verwunderlich also, dass das Thema die Diskussionen in unserem Forum oft beherrscht. Viele Fragen sich daher, gibt es LTE auch ohne Drossel? Die Antwort ist bereits seit 2014 nicht mehr zwingend nein! Doch dazu später mehr.

Hintergrund zur Volumenbegrenzung / Drossel

Gedrosselte Mobilfunk-Tarife gibt es nicht erst, seit dem LTE vor 9 Jahren begann, sich global als Highspeed-Standard zu etablieren. Weltweit sind mobile Datentarife oft noch volumenbegrenzt und zwar unabhängig ob 3G oder 4G. Zwar zeigen immer mehr Ausnahmen in den USA oder Europa (z.B. in Österreich), dass es auch anders geht. Doch hierzulande ist die Drossel noch gängige Praxis. Das bedeutet: Man surft nicht unbegrenzt mit der maximalen Datenrate, sondern wird ab dem überschreiten eines tariflich definierten Volumens pro Monat ausgebremst – und zwar extrem auf 384 KBit (einige LTE Zuhause Tarife) bzw. bis 32-64 KBit bei sonstigen Handy- und Datentarifen. Mehr dazu hier. Lediglich O2 bietet mit seinen Free-Tarifen eine Drosselungsdatenrate von 1 MBit.

Gibt’s LTE ohne Drosselung in Deutschland?

Jain. Tarife die rein auf Mobilfunk beruhen, sind nach wie vor (fast) durchweg reglementiert und bieten im Heimbereich heute zwischen 20 und 200 GB. Bei Mobil-Tarifen für Sticks und Smartphones schwankt das Highspeedvolumen im Schnitt zwischen 1 bis 20 GB. Zudem kann man sich bei aufgebrauchtem Volumen praktisch überall aus der Drossel rauskaufen. Seit Ende 2014 bietet die Deutsche Telekom für daheim aber eine Innovation in Form von Hybrid-Internet. Dabei wird DSL mit LTE kombiniert und es gibt keine Drosselung. Das Ganze funktioniert sogar mit sehr langsamen DSL-Leitungen ab ca. 380 Kbit/s, also umgangssprachlich „DSL-Light“. Allerdings muss die Leitung schon IP-fähig sein (Stichwort All-IP), da der Telefonanschluss dann via VOIP (digital) abgewickelt wird.

UND: Seit 2016 bietet die Telekom auch im Mobilfunkbereich Alternativen ohne Drossel! Damit können Kunden bedarfsweise z.B. den Volumenzähler "pausieren". Siehe folgend ...

Drosselfreien Tarife

Beim stationären Bereich handelt es sich um die Tarifgruppe „MagentaZuhause Hybrid“. Seit 5 Jahren können diese praktisch bundesweit bestellt werden, sofern die Voraussetzungen vor Ort erfüllt sind. Also wie schon erwähnt: All-IP fähiger Telefonanschluss und LTE-Verfügbarkeit. Ob all dies gegeben ist, erfährt man am schnellsten hier über einen Verfügbarkeitscheck bei der Telekom. Und die Kosten? Die ungedrosselten Hybrid-Pakete sind preislich durchaus attraktiv, wie hier unsere Übersicht zeigt.

Mobilfunkkunden greifen entweder zu der etwas teuren Smartphone Allnetflat "MagentaMobil XL" oder buchen ungedrosselte Tagesflats (Dayflat) für rund 5 Euro. Streaming-Fans kommen dagegen bereits deutlich günstiger weg. Denn ab MagentaMobil M profitieren Sie von "Stream on". Dabei wird das Datenvolumen bei zahlreichen Angebotspartnern nicht mehr mitgezählt. Auch Vodafone bietet eine ähnliche Lösung mit seinen "Vodafone-Pässen", welche es zu jeder Allnetflat gegen Aufpreis gibt. Kunden können sich hier für ein Anwendungsgebiet (Social Media, Video, Musik oder Chat) entscheiden.

Fazit: Hybrid von der Telekom bietet erstmals einen Tarif in Kombination mit LTE, der nicht limitiert ist. Über günstige Dayflats können Telekomkunden zudem ebenfalls im Bedarfsfall ohne Drossel für 24h je Buchung surfen. Spezielle Zusatzoptionen für Smartphone-Tarife, zählen das Volumen bei ausgesuchten Partnern nicht mit.

Weitere Alternativen?

Rein per LTE, muss man leider nach wie vor noch auf eine ungedrosselte Alternative als DSL-Ersatz verzichten. Zumindest in Deutschland. Es gibt aber noch eine weitere Technik, die seit dem Aufkeimen von 4G etwas in Vergessenheit geraten ist: Internet per Satellit! Zwar ist auch hier nicht alles Sonnenschein – dafür bieten einige Anbieter mittlerweile Flatrates ohne Volumenbegrenzung! Hier mehr über SAT DSL erfahren … 

Drosselfrei auch Surfsticks?

Bis auf die im vorangegangenen Abschnitt gezeigten Alternativen - Nein! Auf absehbare Zeit wird es wohl keine (bezahlbaren) unlimitierten Datentarife in Deutschland geben. Weder per LTE, noch mit dem bereits angekündigten 5G. Wir halten es nur für denkbar, dass künftig Premium-Tarife mit deutlich höheren Volumina angeboten werden. Denn der Trend zu immer höheren Datenraten mit 300, 600 und 1000 MBit hält ungebrochen an. Diese Power nutzt dem Endkunden aber nur bei genug Highspeedvolumen etwas. Diese simple Schlussfolgerung scheint allerdings noch nicht unbedingt branchenweit bei den Mobilfunkprovidern angekommen zu sein.




Wie steht es im Ausland um das Thema?

Summa summarum sind Volumenbegrenzungen bei Mobilfunkverträgen weltweit noch eher die Regel als die Ausnahme. Der Grund liegt aber weniger darin, wie man vermuten mag, dass die Provider jeden Cent aus den Kunden pressen wollen. Vielmehr sind die Kapazitäten einer Funkzelle begrenzt. Wenn zu viele User gleichzeitig Daten streamen, sinkt die Datenrate für alle. Bei starker Überlastung natürlich auch gegen Null, was bei Massenveranstaltungen (wie Konzerten) leicht beobachtet werden kann. Die Volumen-Restriktion in den Tarifen, mit anschließender Drosselung, stellt also eigentlich eine technisch notwendige Kundendisziplinierung dar, wenn man so will.

Als Gegenbeispiel wird oft das Unternehmen „Drei“ aus Österreich genannt. Diese bieten seit jeher auch einige ungedrosselte LTE-Tarife. Allerdings ist die Bevölkerungsdichte hier statistisch betrachtet auch geringer. Zum anderen hat der Konzern mit den sogenannten Netzwerkmanagement (vormals Leistungsklassen) ebenfalls eine Lastenverteilung eingeführt. Nur dass eben "Premiumkunden" bevorzugt im Netz behandelt werden. Aber auch in den USA gibt’s unlimitierte LTE-Angebote und selbst innerhalb der EU scheint das Tarifmodell längst nicht mehr die Ausnahme zu sein. Vor diesem Hintergrund, scheint die Einführung für den Massenmarkt hierzulande perspektivisch und technisch eigentlich doch nicht so unmöglich, wie hierzulande immer behauptet wird. Immerhin bekommt es die US-Tochter der Telekom (T-Mobile US) in den USA offensichtlich gelöst, auch ohne dass dort permanent die Netze zusammen brechen.

Wie sehen Sie das?

Sie haben zu dem Thema Fragen oder wollen Ihre Meinung über die Drosselung einbringen? Unser 4G-orum bietet dafür den passenden Raum für Debatten.



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