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Okt 13 2017

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

12.10.2017: Die Deutsche Telekom hat in Berlin die ersten vier Funkzellen für ein 5G Testnetz in Betrieb genommen. Anstatt 5G weiter im Labor zu testen, setzt der Mobilfunk-Anbieter auf den Test im Live-Netz in der Großstadt und sieht sich damit als Pionier bei der 5G Entwicklung in Europa. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk-Ausrüster Huawei können über 5G New Radio, wie die Telekom das Netz nennt, Geschwindigkeiten von rund 2 Gigabit pro Sekunde erreicht werden. Die Latenzzeit (Ping) liegt bei durchschnittlich 3 Millisekunden. LTE-Anbieter.info war für Sie vor Ort!

 

5G Standardisierung bis Ende 2017

Die Telekom hat für das 5G-Netz in Berlin vier Funkzellen an drei Sender-Standorten aktiviert. Zwei Antennen sind am Standort Winterfeldtstraße angebracht, zwei weitere an Standorten in der Martin-Luther-Straße sowie der Pohlstraße. Die Antennen stammen von Huawei und arbeiten mit der Massive-MIMO-Technik: in jedem Antennen-Gehäuse sind 64 Sende- und 64 Empfangseinheiten integriert. Damit können die Datenraten insgesamt deutlich gesteigert werden und mit Beamforming-Technik lassen sich Störungen zwischen Antenne und Endgerät gezielt ausgeklammern. Das Testnetz in Berlin läuft allerdings – wie auch alle anderen bisherigen 5G Testläufe – noch mit einem Vorstandard. Laut Telekom orientieren sich die Spezifikationen aber eng am Entwurf, den die Standardisierungs-Organisation 3GPP im Dezember 2017 als ersten offiziellen 5G Standard veröffentlichen wird.

 


5G Antenne in Berlin

Frequenzbereiche für 5G

Für das 5G Testnetz in Berlin nutzt die Telekom den Frequenzbereich um 3.7 Gigahertz. Dies soll auch der Bereich sein, in dem ab 2020 die ersten kommerziellen 5G Netze in Europa funken werden, so Telekom Technikchef Bruno Jacobfeuerborn. Vorher müssen die Frequenzen allerdings noch durch die Bundesnetzagentur versteigert werden, dies wird vermutlich Ende 2018 oder Anfang 2019 geschehen. Der 3.7 GHz Bereich rangiert deutlich über den bislang für Mobilfunk verwendeten Frequenzen. Zum Vergleich: Bei LTE liegt der höchste Frequenzbereich in Deutschland um 2,6 GHz. Das Problem: umso höher der Frequenzbereich liegt, umso geringer sind in der Regel die Reichweiten. Mit dem Bereich um 3,7 GHz sind laut Claudia Nemat, Telekom Vorstandsmitglied für Technik und Innovation, Reichweiten von etwa 400 Metern möglich.

 

Zum Start von 5G wird in Europa der Fokus auf dem Frequenzbereich zwischen 3.5 und 4 GHz liegen, hinzu kommen natürlich die aktuell bereits für Mobilfunk verwendeten Frequenzbereiche, denn LTE wird ein integraler Bestandteil von 5G sein. Später kommen dann laut Telekom an bestimmten Orten auch Frequenzbereiche im Zentimeterwellen- und Millimeterwellen-Bereich zum Einsatz, diese liegen bei etwa 28 GHz (cmWave) und etwa 60 GHz (mmWave).

5G Endgeräte-Entwicklung steht noch am Anfang

Das von Huawei und Telekom für den 5G-Test verwendete Endgerät ist derzeit noch auf die stationäre Nutzung ausgelegt und hat etwa die Größe einer Waschmaschine. Die Endgeräte-Entwicklung für 5G steht noch am Anfang, allerdings ist hier schnell mit großen Fortschritten zu rechnen, schon in Kürze dürften die ersten Geräte in der Größe aktueller Smartphones mit 5G ausgestattet sein. Derzeit beschäftigt die Ingenieure laut Telekom vor Allem die Integration der zusätzlichen MIMO Mobilfunk-Antennen, die für hohe Geschwindigkeiten bei 5G notwendig sind.

 

Monströses 5G-Modem

Beispiel AR Maintenance: 5G beflügelt neue Anwendungen

Passend zur Aktivierung des 5G Testnetzes hat die Deutsche Telekom auch einige interessante Anwendungen gezeigt, welche stark von 5G profitieren werden. Darunter war auch eine Demonstration zum Thema „Augmented Reality Maintenance“, kurz AR Maintenance. Gemeint ist eine in Echtzeit grafisch unterstützte Wartung von Geräten mittels speziellem AR-Headset bzw. AR-Brille. Was sich im ersten Moment sehr kryptisch anhört, wurde anhand eines Telekom Technikers sehr anschaulich vorgeführt. Der Telekom Techniker hatte die Aufgabe, einen Telefonanschluss in einem Multifunktionsgehäuse zu schalten und bekam über die aufgesetzte AR Brille zu jedem Bauteil Informationen angezeigt, die zur schnellen Durchführung der Aufgabe hilfreich waren. Zu den Informationen zählten zum Beispiel eine Schritt-für-Schritt Anleitung sowie Handbücher. Mit dem AR-Headset und den angezeigten Informationen könnte theoretisch auch ein ungelernter Mensch diese Arbeit durchführen, eine vorherige Einweisung entfällt im Idealfall.

 

Nach Angaben der Telekom könnte mit 5G ein Großteil der Technik aus dem Augmented Reality Headset in das Mobilfunknetz wandern („Mobile Edge Computing“), sodass vorstellbar ist, dass in Zukunft nur noch ein Headset notwendig ist, welches in Form und Größe mit einer gewöhnlichen Brille vergleichbar ist. Für die Durchsetzung und die Akzeptanz der Augmented Reality Technik im Markt dürfte dies eine essenzielle Voraussetzung sein, da kein Nutzer dauerhaft ein Headset von der heute gängigen Größe verwenden möchte.

 

Bilder: © lte-anbieter.info

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Eine Meinung zu “Telekom 5G Experience Day & erstes 5G-Testnetz”

  1. Sandra Korrat sagt:

    Und das alles obwohl es bereits jetzt sehr viele Menschen gibt die mit den bisherigen Mobilfunkstrahlungen ernste gesundheitliche Probleme haben. Und obwohl es bisher keine Studien gibt, die die Unbedenklichkeit für Mensch, Tier und Pflanzen bestätigen, wohl aber Studien die auf ernste gesundheitliche Beeinträchtigungen hinweisen. Wie weit wollen sie diesen Geschwindigkeitswahnsinn eigentlich noch treiben? Ich hoffe wirklich sehr, dass Sie als verantwortliche Ihrer Verantwortung diesbezüglich auch wirklich wahrnehmen und gründlich prüfen, bevor sie damit die Menschen flächendeckend zwangsbestrahlen. Denn ich möchte nicht in Ihrer haut stecken, wenn Sie erst später erkennen, welchen Schaden sie dem Profit zuliebe angerichtet habe.

Kategorie: Technik | Schlagwörter: ,
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