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Sep 06 2014

 von: R. S.

Smartwatches sind derzeit auf der IFA eines der großen Trendthemen: Uhren, die per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt sind und auf einem kleinen digitalen Display – neben der Uhrzeit – eingehende Anrufe, Emails, SMS oder Facebook-Benachrichtigungen anzeigen können. Die meisten Modelle sind ohne das angeschlossene Smartphone praktisch nutzlos. Samsung hat auf der IFA in Berlin nun mit der „Gear S“ eine Smartwatch präsentiert, die dank SIM-Kartenslot wirklich wie ein eigenständiges Handy am Handgelenk funktioniert. Wir geben einen kleinen Überblick darüber, was die „smarten“ Uhren bisher bieten und mit die gängigsten Hersteller aktuell locken.

 

Smartwatch LG auf der IFA

 

Samsung und Sony waren im vergangenen Jahr die ersten Smartphone-Hersteller, die sich mit einer eigenen Smartwatch auf den Markt trauten. Sowohl Sonys SW1, als auch Samsungs Galaxy Gear waren Testballons, die noch etliche Kinderkrankheiten besaßen und Diskussionen über den Sinn einer Smartwatch in Gang brachten. Zu schwer, zu hässlich, zu langsam und zu schnell leer – wie immer bei der Einführung einer neuen Gerätegattung gab es viel zu verbessern. Inzwischen ist die dritte Generation der intelligenten Uhren am Start. Doch was bieten Smartwatches eigentlich?

Der intelligente Begleiter am Handgelenk

Neben Uhrzeit und Datum, den Grundfunktionen einer normalen Uhr, können die smarten Begleiter auf neue Nachrichten aufmerksam machen. Beispielsweise melden sie per Vibration, Klingelton oder LED auf ihrem 4 bis 5 Zentimeter großen Bildschirm, wenn auf dem mit der Smartwatch verbundenen Smartphone eine SMS, eine Email oder ein Anruf eingeht. Je nach Hersteller und Modell, kann ein Anruf auch angenommen und über das eingebaute Mikrofon telefoniert werden. Manche Smartwatches bieten über eine Bildschirmtastatur die Möglichkeit, SMS und Emails auch direkt zu beantworten. Oft ist es jedoch nötig bei Benachrichtigungen von Facebook, Twitter oder WhatsApp, das Smartphone aus der Hosentasche zu holen, um zurückzuschreiben. Zudem geht das zweifelsohne schneller.

Die Fitness im Blick
Samsung

In den vergangenen Monaten bekam auch der Fitness-Aspekt zunehmend Gewicht. Dank GPS und speziellen Sensoren im Armband, können Smartwatches mittlerweile beim Laufen die Schritte und den Puls messen, um dem Nutzer einen Überblick über seine sportliche Aktivität zu geben. Erforderlich für die Auswertung ist eine entsprechende App auf dem Smartphone. Wenn man allerdings beim Joggen sein 5-Zoll-Smartphone in der Hosentasche mitschleppen muss, damit die Smartwatch funktioniert, ist das alles andere als komfortabel. Da bietet sich schon eher eines der mittlerweile zahlreichen Fitnessarmbänder – auch Smartbands genannt – an, die meist autark funktionieren.

 

Autark in punkto Telefonie sind Smartwatches leider (noch) nicht. Zwar kann man Anrufe entgegennehmen und beantworten, teilweise auch selbst Kontakte aus einer Liste über die Uhr anrufen, doch die Sprachqualität ist bescheiden und das Smartphone muss dafür in Bluetooth-Reichweite sein. Eine der wenigen Ausnahmen auf dem Markt bildet die Gear S, die Samsung auf der IFA in Berlin erstmals zeigt.

Samsung Gear S

Optisch ist die Gear S ein ganz schöner Brocken: Das Display misst 2 Zoll in der Diagonalen (etwa 5 Zentimeter) und das Kunststoff-Armband ist ebenso breit; da muss man schon bereit sein, einen solch auffälligen Begleiter am Arm zu tragen. Immerhin ist das Gehäuse jetzt gewölbt und passt sich so, im Gegensatz zu den flachen Vorgängermodellen, besser der Rundung des Handgelenks an. Die Gear S läuft nicht mit Googles üblichem Smartwatch-Betriebssystem Android Wear, sondern mit Samsungs hauseigenem Linux-Ableger Tizen. Das Super-AMOLED-Display bietet eine Auflösung von 360 x 480 Pixeln. Für die nötige Power sorgt ein Dual-Core-Chip mit 1 GHz. Neben 512 MB Arbeitsspeicher stehen 4 GB an internem Speicher zur Verfügung. Die Besonderheit der Samsung Gear S ist jedoch ihr Mobilfunkmodul!

Telefonieren ohne Smartphone

So kann der Nutzer auch unterwegs – und zwar ohne ein Smartphone dabei zu haben – über das 3G-Netz telefonieren oder Emails lesen. Per mobilem Internet hat man zudem über vorinstallierte Apps Zugriff auf seine sozialen Netzwerke wie Facebook. SMS können nicht nur mit der virtuellen Tastatur beantwortet werden, sondern dank Samsungs „S Voice“-Funktion und eingebautem Mikrofon auch per Sprache. Optional gibt es für die Gear S auch ein Bluetooth-Headset namens Gear Circle mit Magnetverschluss und Vibrationsalarm. Neben UMTS beherrscht Samsungs Gear S auch WLAN b/g/n und Bluetooth 4.1. Dank GPS und diversen Sensoren, ist sie sowohl als Sportbegleiter, als auch für die Navigation zu gebrauchen. Praktischer Weise hat Samsung auch an die Wasser- und staubfestigkeit gedacht und zwar nach dem gängigen Standard IP67. Der Akku scheint mit 300 mAh etwas knapp bemessen, allerdings liegen noch keine aussagekräftigen Tests der Gear S vor. Im Oktober soll sie auf den Markt kommen, ein Preis wurde noch nicht genannt.

Iconbit Callisto alias Simvalley Mobile

Smartphone-unabhängige Smartwatches, mit denen man auch noch telefonieren kann, muss man ansonsten mit der Lupe suchen. Bereits auf der IFA 2013 hat der Hersteller Iconbit sein Modell Callisto 100 erstmals vorgestellt. Die Quadband-Uhr nimmt – nach etwas Schraubarbeit – eine Micro-SIM-Karte auf und kann anschließend die GMS-Frequenzen 850/900/1800/1900 nutzen. Sie beherrscht HSPA bis 7,2 MBit/s, sowie WLAN 802.11b/g mit bis zu 150 MBit/s. Zum Telefonieren ist auch der Anschluss eines Bluetooth-Headsets möglich.

 

Das quadratische AMOLED-Display der Iconbit Callisto ist 1,5 Zoll groß (4 cm), mit einer Auflösung von 240 x 240. Due Uhr besitzt eine 3-Megapixel-Kamera und einen 600-mAh-Akku, läuft mit Android 4.2 und erlaubt sogar eine Erweiterung des internen 4-GB-Speichers per Micro-SD-Karte. Ein Bedienstift wird ebenfalls mitgeliefert. Nachteil gegenüber einer Smartphone-gekoppelten Uhr: Sämtliche Accounts wie Facebook, Email etc. müssen erneut eingerichtet werden. Bei Amazon ist die Iconbit Callisto 100 aktuell für rund 160 Euro erhältlich. Der Onlinehändler Pearl verkauft ein baugleiches Modell namens Simvalley Mobile AW-414.Go für 170 Euro.

Sony, Acer, Asus, LG und Apple
Smartwatch LG

Immer mehr Hersteller springen derzeit auf den Smartwatch-Zug auf, um diesen Trend nicht zu verpassen. Sony zeigt auf der IFA seine wasserdichte SmartWatch 3 mit 1,5-Zoll-Display und Android Wear, die im vierten Quartal für Preise zwischen 150 und 250 Euro in den Handel kommen soll. Asus präsentiert in Berlin seine 1,6 Zoll große ZenWatch, die mit Lederarmband und Edelstahlgehäuse nicht nur vergleichsweise schick aussieht, sondern zudem mit allen Android-Smartphones ab Version 4.3 kompatibel ist und 199 Euro kosten soll. LG veröffentlicht im Oktober seine neue G Watch R. Ebenfalls aus Leder und Edelstahl gefertigt, kommt sie mit ihrem runden Gehäuse einer Armbanduhr optisch am nächsten. 299 Euro soll das 1,3-Zoll-Modell kosten. Ebenso rund wird Motorolas Moto 360, die ab Mitte Oktober für 249 Euro erhältlich sein soll. Und aus dem Hause Apple wird ja schon seit geraumer Zeit eine iWatch erwartet. Vielleicht ist es in der kommenden Woche soweit, wenn das neue iPhone 6 vorgestellt wird!?

Smartwatches mit LTE noch nicht in Sicht

Zum Telefonieren benötigen all diese Modelle jedoch ein gekoppeltes Smartphone. Samsung und Iconbit bilden hier mit integrierten 3G-Modems die große Ausnahme. Fall sich der Leser fragt, wann die erste Smartwatch mit LTE erhältlich sein wird: Hier ist Geduld gefragt, denn zunächst müssen sich die smarten Wegbegleiter erstmal auf dem Markt durchsetzen. Zudem wäre der nächste logische Schritt zunächst den Betrieb mit 3G zu testen. Für die bisherigen Aufgaben der Uhren sind ist UMTS zudem völlig ausreichend.

 

Fazit: Es müssen erst mehr Modelle mit Mobilfunkmodul und SIM-Karten-Slot angeboten werden, bevor die Hersteller ernsthaft ein Upgrade auf LTE in Betracht ziehen. Obwohl: Gerüchten zufolge hat Microsoft bereits im vergangenen Sommer über eine LTE-Smartwatch nachgedacht…

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