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Nov 06 2013

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

Telstra hat vor wenigen Tagen in Australien erfolgreich Live-Videoübertragungen per LTE-Netz getestet. Das Besondere daran: Es handelte sich um ein Broadcastsystem. In naher Zukunft könnten weltweit praxisfähige Anwendungen daraus erwachsen. AT&T und Verizon haben schon Pläne…

Was zeichnet Broadcast aus?

Das typische an mobilen Datennetzen ist eigentlich, dass jeder Teilnehmer eine eigene Verbindung zum Provider hat. Er kann also beliebige Inhalte, zu jeder Zeit abrufen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Unicast“. Beim Broadcasting hingegen, werden Daten einheitlich an alle Netzeilnehmer ausgeliefert, ohne Interaktion. Der Empfang von DVB-T-Fernsehen ist ein ideales Beispiel für dieses Prinzip. LTE-Broadcasting könnte in Zukunft auch für die Übertragung von TV (etwa Sportereignisse) eingesetzt werden. Hier kombiniert man die Leistungsfähigkeit der 4G-Technik mit weit verbreiteter Endkundentechnik. LTE-Stationen werden sozusagen temporär zu TV-Sendemasten umfunktioniert.

 

Der Clou: Die Netzressourcen werden beim Broadcasting extrem geschont, da bei Videoübertragungen derselbe Stream nicht mehrfach, sondern nur einfach gesendet werden muss. Bei Großereignissen, wie Fussballspielen, brechen selbst die modernsten Netze zusammen, wenn tausende gleichzeitig andere Inhalte über mobile Endgeräte abrufen.

 

Neben Videos, können natürlich auch Informationen oder Dateien simultan an Nutzer gesendet werden. Bei Sportveranstaltungen im Stadion z.B. Ergebnistabellen, Audiokommentare, Fotos und so weiter. Auch die Einspielung verschiedener Kamera-Perspektiven beim Spiel wäre denkbar. Im Prinzip gäbe es eine Fülle denkbarer Anwendung für LTE-Broadcasting.

Telstra feiert Erfolge

Der Netzprovider Telstra hat nun in Australien, zusammen mit Ericsson, erstmals eine TV-Übertragung per Broadcast absolviert. Und zwar über ein kommerzielles LTE-Netz. Eine Weltprämiere! Andere Netzanbieter haben bereits Interesse bekundet oder arbeiten schon an Systemen für den Praxiseinsatz. So will zum Beispiel Verizon Wireless (USA) nächstes Jahr beim Superbowl TV-Services für Mobilfunkkunden derart ausstrahlen. Und auch AT&T plant in den kommenden Jahren nachzuziehen.

Technik

LTE Broadcasting wird über das sogenannte „evolved Multimedia Broadcast Multicast Service“, kurz „eMBMS“ realisiert und ist für LTE/4G standardisiert (bereits in Release 8 und 9). Qualcomm rüstet seine Chips künftig mit eMBMS aus. Netzseitig müssen 4G-Provider nur ein Upgrade einspielen. Das folgende Video von Anfang 2013 zeigt eMBMs mit Qualcomm-Technik im Einsatz.

 

 

Der systematische Einsatz von LTE-Broadcast könnte, einer Studie von „iGR“ zufolge, die Netzauslastung künftig dauerhaft um rund 15 Prozent gesenkt werden. Also wenn bei geeigneten Anwendungen konsequent auf Broadcast statt auf Singlecast gesetzt wird. Insbesondere Verizon (USA) könnte, aus heutiger Sicht, enorme Ressourcen sparen, da der Anbieter bereits seit einiger Zeit die Spiele der NFL auch für mobile Endgeräte per App ausstrahlt.

Auch in Deutschland?

Nun, bisher sind uns keine Pläne deutscher Provider bekannt. Da es sich aber betriebswirtschaftlich um eine einfache Kosten-Nutzenrechnung handeln dürfte, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Vodafone und Telekom künftig nicht auch LTE-Broadcasting einsetzen. Zumal beide heute schon TV-Angebote per Mobilnetz anbieten und Zusatzdienste für Sportereignisse für Verbraucher sicher von Interesse wären.

Weiterführendes

» Qualcomm Technik Whitepaper zu eMBMs

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