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Jan 22 2012

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

In den Medien und seitens der Marketingabteilungen der Netzprovider, wird LTE seit Einführung meist schon der 4. Mobilfunkgeneration, kurz 4G, zugeordnet. Das dies streng genommen nicht ganz richtig ist, war bereits abzusehen. Nun bestätigte die zuständige Organisation offiziell die Nichterfüllung.

ITU kippt 4G-Status für LTE

Für technisch versierte Leser dürfte es keine große Überraschung sein. LTE in der jetzigen Spezifikation erfüllt noch nicht alle Vorgaben, die nötig für eine Klassifizierung zum 4. Mobilfunkstandard sind. Richtiger wäre die Versionsbezeichnung 3.9x, wobei das x für weitere mögliche Differenzierungen steht. Die ITU (Internationale Telekommunikationsunion) hatte jedoch bislang noch keine endgültigen Kriterien verabschiedet. Knapp 1,5 Jahre nach Verabschiedung der ersten Spezifikationen, war es diese Woche nun soweit. Erst das sogenannte LTE Advanced wird demnach zu Recht in die 4G-Kategorie fallen. Dennoch wird es unserer Meinung nach nicht ausbleiben, dass sich die Assoziation LTE=4G weiter im Sprachgebrauch durchsetzt. Zu lange schon wurde von Seiten der Medien und der Mobilfunkkonzerne damit geworben.

Wo liegen die Unterschiede?

Die Grenze für die Erfüllung der 4G-Kriterien zum jetzigen LTE sind eher marginal. Der 4G-Standard solle bei stationärer Nutzung (DSL-Ersatz) bis zu 1000 Mbit leisten können. Bei mobilem Einsatz mindestens 100 Mbit im Downstream und 50 Upstream. Zudem wird bei der 4G-Technologie die Latenzzeit nochmals deutlich niedriger angesetzt. Statt etwa 20-50 ms, sind dann um die 10 ms vorgesehen. Wichtig für die Netzbetreiber ist, dass die Spektraleffizienz sich noch einmal verbessert und die Betriebskosten niedriger sind. Zudem sind MIMO-Techniken (Mehrantennentechnik) mit bis zu 8 Antennen vorgesehen. Zu guter Letzt wird auch der QoS (Quality of Service) weiter optimiert, was insbesondere für Telefonieanwendungen und Videoübertragungen von Vorteil ist.

Wann gibt’s LTE-Advanced (4G)?

So schnell wird der Standard mit Sicherheit nicht eingeführt. Die Netzbetreiber sind die kommenden Monate wahrscheinlich erstmal damit beschäftigt, die Netzstrukturen weiter auszubauen und Geld mit dem bisherigen Standard zu verdienen. Zudem gibt es zumindest zur Zeit ohnehin praktisch keinen Grund, Datenraten von deutlich über 100 Mbit anzubieten. Lediglich das Kriterium der niedrigeren Betriebskosten oder der Verbesserungen beim QoS könnte in naher Zukunft als Anreiz fungieren. Aber: Beim Umstieg auf LTE-Advanced müssen keine neuen Sende- oder Empfangsanlagen installiert werden. Auch die Sendefrequenzen ändern sich nicht. Daher wird in den meisten Fällen ein Softwareupdate ausreichen, sofern die Anbindung der jeweiligen Basisstation ans Kernnetz genügend Kapazität bietet.

Wissenswertes zum Thema:

» alles zu LTE-Advanced
» LTE Tarifvergleich
» LTE Verfügbarkeit prüfen

Quelle: itu.int/net/pressoffice/press_releases/2012/04.aspx

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Kategorie: Allgemein, Technik | Schlagwörter: , ,
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