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Jun 01 2021

 von: M_Schwarten

Golem berichtet, dass laut einem Insider Netzbetreiber die Speedtests der Bundesnetzagentur erkennen und die Ergebnisse mit Tricks aufpolieren.

Tricksereien bei Messungen

Ein renommierter Insider, der namentlich nicht genannt wird, hat sich im Gespräch mit dem Tech-Portal Golem.de zu möglichen Tricksereien seitens der Netzbetreiber bei den Speedtests der Bundesnetzagentur geäußert. Laut seiner Aussage, können die Mobilfunker laufende Messungen erkennen und reagieren darauf. Dann wird „durch Sonderschaltungen bei Messungen alles freigeräumt, um die Datenübertragungsrate zu steigern“.

 

Dies würde bedeuten, dass die ermittelten Ergebnisse der Messungen, mit denen die Bundesnetzagentur unter anderem die Einhaltung der Vorgaben überprüft, kein korrektes Bild aufzeigen. Die Speedtests würden in diesem Fall höhere Bandbreiten anzeigen, die einem normalen Nutzer in Realität gar nicht zur Verfügung stehen. Ganz anders sieht es bei unserem eigenen Speedtest für LTE aus. Dieser erkennt die Netzbetreiber nicht. Somit liefern wir die realen Ergebnisse und zeigen so auf, wie schnell das Mobilfunknetz an Ort und Stelle zum Zeitpunkt der Messung wirklich ist.

Kapazitätsprobleme für den Endnutzer

Zudem hat sich Golem mit dem Insider auch über Kapazitätsprobleme für den Endnutzer unterhalten. „Es geht wohl um das Verständnis, ob es beim Zugang zum Internet im engeren Sinne nicht irgendwann immer zu möglichen Kollisionen der Zugangsanforderung kommt“, sagte der Experte im Interview. „Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass es auf dem Weg vom Endgerät bis zum antwortenden Web-Server der Diensteplattform irgendwann zu einer konkurrierenden Zugriffssituation kommt.“ Es handele sich also um eine Shared Ressource, was dem Nutzer geraden bei nicht ordentlich End-to-End konfigurierten Netzen auffällt.

 

Leitungsvermittelnde Technologien stellten in der Vergangenheit prinzipiell eine Zugriffsgarantie bereit, erklärte der Insider im Gespräch mit Golem.de. Dies galt zumindest innerhalb des Bereiches des Netzbetreibers bis zum Internet-Peering-Punkt. Kollisionen wurden dem Endkunden durch ein Besetzt-Zeichen mitgeteilt. „Doch Paket-vermittelnde Netze sind viel effektiver, da sie nur für ein Kundenpaket – und nicht mehr für die Verbindungsdauer – eine Ressource innerhalb des Betreibernetzes belegen. Da mittlerweile alle Netze grundsätzlich zur Paketvermittlung übergangen sind, ist das gesamte Netz hinter den Zugangsnetzen im Prinzip Shared Ressource“, sagte er.

Quelle: Golem.de
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