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Jan 28 2018

 von: A. R.

Der Chipsatzhersteller Qualcomm steht aktuell unter Beschuss der EU Kommission. Das Unternehmen habe sich unlautere Vorteile beim Wettbewerb der LTE-Modems für Apple-Mobilgeräte verschafft. Die beiden kalifornischen Konzerne hatten lange Zeit einen Vertrag, der es kaum möglich machte, Funkmodule anderer Anbieter in iPhones und iPads einzusetzen.

Qualcomm wird von der Europäischen Kommission abgestraft

Der in San Diego heimische Halbleiterfertiger, liefert für einen großen Teil der Smartphone- und Tablet-Hersteller die sogenannten SoCs, also Systeme, die sich auf einem Chip befinden. Ein weiteres Geschäftsmodell Qualcomms ist der separate Verkauf der hauptsächlich für die hauseigenen Plattformen gedachten Mobilfunk-Modems. Diese Snapdragon-Modems kamen zwischen 2011 und 2016 ausnahmslos in iPhones und iPads zum Einsatz. Das hat auch seinen Grund, denn wie die EU Kommission erfuhr, bestand ein wettbewerbswidriger Vertrag zwischen Apple und Qualcomm. Der Chipsatz-Profi hat im oben genannten Zeitraum hohe Zahlungen in Milliardenhöhe an den iOS-Vater getätigt, damit die Snapdragon-Module den Vorzug bekommen. Konkurrenten wie MediaTek oder Intel hatten dadurch das Nachsehen. Die EU Kommission heißt ein solches Verhalten nicht gut, entsprechend hoch fiel nun die Strafe aus. Qualcomm soll knapp eine Milliarde Euro (exakt 997 Millionen) an die Behörde zahlen. Dies entspräche 4,7 Prozent des Unternehmens-Umsatzes von 2017.

Apple unter Druck

Selbstredend stellt sich die Frage, weshalb sich der iPhone-Hersteller überhaupt auf eine solche Art von Deal einließ und zumindest nicht irgendwann die Notbremse zog. Ersteres dürfte vermutlich dem lockenden Geldfluss geschuldet sein, letzteres erschwerte sich aufgrund der Vertragsdetails. So hätte Apple bei einem vorzeitigen Ende der Kooperation einen Großteil der von Qualcomm erhaltenen Vergütungen zurückerstatten müssen. Die Europäische Kommission sieht einen „Verstoß gegen die EU-Kartellvorschriften“. Außerdem habe man die Verbraucher und andere Unternehmen um „mehr Auswahl und Innovation“ gebracht. Im August 2016 endete die Knebel-Kooperation mit Qualcomm. Seitdem verwendet Apple in seinen Smartphones und Tablets neben Snapdragon-Modems auch Modelle aus dem Hause Intel. Qualcomm und Apple befinden sich seit einiger Zeit schon in einem Rechtsstreit, der Halbleiterfertiger erlitt mit dem nun gesprochenen Urteil einen herben Rückschlag.


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