Testbericht: ZyXEL LTE 4506

Der flexible Mini 4G-Router für zu Hause und unterwegs


Zyxel LTE4506 Cube Router im Test

Erst vor wenigen Wochen testeten wir den Mini Hotspot-Router WAH7706. Mit dem „LTE4506 (M606)“ hat Zyxel nun ein neues Modell im Programm, welches ebenfalls mit eindrucksvollen, technischen Eckdaten aufwartet und gleichsam ein nochmals breiteres Nutzungsspektrum anvisiert. Wir von LTE-Anbieter.info haben uns das Gerät genauer angesehen und zeigen, für wen der Router geeignet ist. Zudem gibt es wie immer Tipps zur ersten Einrichtung und Installation.

Konzept des LTE4506

Das Modell passt so recht in keine gängige Schublade. Vielmehr handelt es sich um eine Art Hybrid aus stationärem Router für zu Hause und mobilem Outdoor-Begleiter. Bis jetzt hatte sonst nur Huawei mit dem E5180 Cube ein ähnliches Produkt im Angebot. Der LTE4506 bietet allerdings weit moderne Technik in Würfelform, wie wir gleich sehen werden ...

Lieferumfang

Der Karton des 4506 beherbergt neben dem Gerät, eine Quickstart-Anleitung samt Garantiekarte, ein 2 Meter langes CAT.5E Kabel (flach) und natürlich das Netzteil.

LTE4506 und Karton

Letzteres ist, unserer Ansicht nach, sehr durchdacht. Während die Stromversorgung auf der Rückseite mit einem Micro-USB Stecker erfolgt (5 VDC, 1.5A), basiert das andere Ende auf einem Steckmodul-System. So lassen sich mit einem Handgriff die Steckdosenstandards z.B. von europäisch auf USA umstellen, was für Reisen ungemein praktisch ist.

Lieferumfang im Überblick

Das sieht man bei anderen Herstellern leider zu selten und sollte Schule machen! Insgesamt sind drei Adapter enthalten: Zum einen der reguläre, deutsche Typ F, des weiteren Typ G (BS 1363 Commonwealth-Stecker) und Typ A (2 Pin). Letzterer ist vor allem für die USA und Kanada relevant. Stecker des Typs G findet man neben Großbritannien, noch in vielen weiteren Urlaubsländern. Etwa Singapur, Irland, Hongkong, den Arabischen Emiraten sowie Zypern.

Adapterstecker für verschiedene Länder

Design

Schlicht, elegant und funktionsbetont, so lautet unser knappes Statement zum 4506. Der knapp 11 cm hohe Würfel ist in weißem Lack gekleidet. Nur der Kopf setzt einen silbernen Akzent. Gleichsam handelt es sich um den ersten LTE-Router von Zyxel, der kein schwarzes Gehäuse aufweist. Die Vorderseite informiert den Nutzer mit 3 LEDs über die wichtigsten Statusinformationen zu WLAN, Internetverbindung und Empfang. Insgesamt bringt der Würfel 150 Gramm auf die Waage bei 11 x 6,6 x 6,6 Zentimetern (Höhe, Breite, Tiefe).


Anschlüsse

Auf der Rückseite befinden sich unter dem Power-Schalter ein Gigabit LAN-Port sowie der Stromanschluss. Wer mehr als ein Endgerät ins Internet bringen möchte, muss also auf WLAN ausweichen. Externe Antennen lassen sich beim LTE4506 leider nicht anschließen, so dass man auf die internen Antennen des Gerätes angewiesen ist. Dieser Umstand überraschte uns allerdings schon etwas. Zwar fehlen auch beim  WAH7706 entsprechende Anschlüsse – da der Router aber gleichsam für den Betrieb zuhause konzipiert ist, schränkt das den möglichen Kundenkreis nicht unerheblich ein. Bekanntlich zeigt sich der LTE-Empfang noch nicht flächendeckend so stark und stabil, wie in den Innenstädten. Hier sollte Zyxel vielleicht für künftige Serien nochmal die Haltung zu externen Antennenanschlüssen überdenken. Schließlich erschließt sich damit eine größere, potenzielle Kundenreichweite. Sofern man vor Ort aber mit dem Handy bereits guten Empfang hat, reichen die internen Antennen des LTE4506 vollkommen aus.

Rückseite mit LAN-Port, An-Aus-Schalter und USB 5V Buchse

Turbo LTE dank CAT6 4G-Advanced Modem

Wer kompromisslose Leistung beim LTE-Empfang sucht, ist beim Zyxel-Würfel genau richtig. So unterstützt der Router LTE nach Release 10 und Kategorie 6 (CAT6). Durch das sogenannte Carrier Aggregation Verfahren, können aktuell Datenraten von bis zu 300 MBit erreicht werden, sofern der genutzte Tarif entsprechende Datenraten erlaubt. Aktuell bieten die Telekom und Vodafone mit „LTE Max“ (LTE-Advanced) derart geballte Power. Das LTE-Modem unterstützt sämtliche national und international gängigen Bänder, so dass Besitzer selbst auf Fernreisen nach USA, Australien oder Kanada keine Inkompatibilitäten fürchten brauchen. Im Einzelnen supported der Router FDD LTE auf 700, 800, 900, 1800, 2100 und 2600 MHz - zudem TDD mit 2300 MHz.



Selbstverständlich kann nicht nur über LTE gesurft werden, sondern auch mit allen älteren Mobilfunkstandards, wie HSPA+, UMTS, EDGE oder GPRS. Denn weltweit ist LTE längst noch nicht flächendeckend ausgebaut.

sonstige Features

Der LTE4506 unterstützt außerdem Port Forwarding und bietet IPV6/IPv4 dual stack. Zudem listet die Featureliste „Proxy DNS“, „VPN pass-through“, „IP firewall“, „TR-069 management“, „DHCP server“ und „NAT“.

WLAN Technik

Das integrierte WLAN-Modul des 4506 lässt praktisch keine Wünsche offen und ist technisch voll auf der Höhe der Zeit. Dank 802.11ac Support, lassen sich kabellose Heimnetze mit Gigabit-Speed betreiben. Ganze 32 Endgeräte können mit der Box verbunden werden. Auch der Simultanbetrieb auf 2.4 und 5 GHz stellt kein Problem dar. Bekanntlich unterstützt noch nicht jede Hardware das 5 GHz WLAN-Band. Wie auch bei den FritzBox-Modellen üblich, sucht sich der Zyxel-Würfel automatisch den vor Ort besten Kanal heraus (Auto Channel Select). Per WPS-Taste (Kopf) können Endgeräte, welche die Funktion unterstützen, besonders schnell verbunden werden. Zur Verschlüsselung stehen die gängigen Verfahren bereit, also WPA/WPA2 PSK sowie WPA/WPA2 mixed.



Wie gut ist das WLAN?

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In unserem Test ließen wir den 4506 gegen nichts geringeres, als die Fritz!Box 7490 antreten. Letztere unterstützt ebenfalls WLAN ac und gilt im Festnetzbereich heute noch als Referenz-Router. Beide Geräte positionierten wir nebeneinander in Raum A. Als Messgerät fungierte ein modernes LG G5 und mit der App „Wifi Analyser“. Die Messposition in Raum B befindet sich 4 Meter Luftlinie weiter und ist durch eine massive Wand getrennt.

Das WLAN-Modul des Zyxel LTE4506 leistet offensichtlich gute Arbeit, soviel vorweg. Zu Beginn prüften wir im 5 GHz-Band. Wie der folgende Screenshot belegt, liegen die Geräte hinsichtlich der Signalstärke ungefähr gleichauf. Der Zyxel Cube lieferte sogar immer 3 bis 5 dBm bessere Werte ab als die FritzBox, was einen geringfügig besseren Empfang signalisiert.

Bei 2.4 GHz rangierte der AVM-Router mit rund -48 dBm etwas vor dem Zyxel mit -52 dBm. Allerding liegen so geringe Abweichungen noch im Bereich der Messtoleranz. Das Fazit ist jedoch überraschend und spricht sehr für die WLAN-Fähigkeiten des 4506. Diese ist demnach vergleichbar bzw. teils sogar besser, als bei der FritzBox 7490!



PS: Sofern Ihre Endgeräte bereits den Betrieb bei 5 GHz unterstützen, empfehlen wir dringen den Wechsel auf dieses Band. Hier funken nach wie vor wesentlich weniger andere Router, etwa von Nachbarn. Darüber hinaus zeigt sich dieser Frequenzraum weit weniger störanfällig.

Akku & mobiler Betrieb

Die Frage zur Akku-Kapazität lässt sich schnell beantworten – es gibt nämlich keinen. Platz genug hätte man allerdings gehabt, so dass sich nicht auf den ersten Blick erschließt, warum Zyxel an diesem Punkt gespart hat. Offensichtlich steht die stationäre Nutzung doch etwas mehr im Fokus des Konzepts. Der kleine Nachteil lässt sich aber sehr einfach umschiffen, indem man einfach ein sogenanntes "Power-Pack" mitführt, wie rechts in Orange exemplarisch zu sehen. Ohnehin besitzen viele bereits solche Energiespeicher, um auf Reisen Smartphones bzw. Tablet länger auch ohne Stromquelle „füttern“ zu können. Sollte keine Steckdose in der Nähe sein, versorgt man den Router mehrere Stunden einfach auf diese Weise. Leistungsfähige Powerpacks (klick) mit 10-20 Amperestunden gibt es bereits für 20-30 Euro. In puncto Leistung speichern die kleinen Energiemonster also ohnehin das 5-8fache von gemeinen Minirouter- oder Smartphone-Akkus.


Installation und erste Inbetriebnahme

Bevor man ins Internet kommt, muss der Router erstmalig eingerichtet werden. Das ist jedoch äußerst simpel und in weniger als 2 Minuten erledigt. Im ersten Schritt legen Sie bitte die SIM-Karte Ihres Internet-Tarifes ein. Die Kerbe muss dabei nach rechts unten zeigen. Nun wird die SIM soweit eingedrückt, bis es leicht „klick“ macht. Im nächsten Schritt stellen wir die Stromversorgung her. Entweder per Netzteil über das reguläre Stromnetz oder via Powerpack. Klicken Sie nun kurz auf den Powerschalter oberhalb des LAN-Ports. Auf der Vorderseite werden nun die LEDs abwechselnd blicken.

SIM-Karte richtig einlegen

Nun können wir auf den Router zugreifen. Entweder per WLAN oder am schnellsten mittels des LAN-Kabels am PC. Im letzten Fall gehen wir wie folgt vor: Verbinden Sie PC und den Zyxel mit dem enthaltenen Netzwerkkabel und stellen unter Windows eine LAN-Verbindung her. Anschließend erreicht man im Browser den Router unter der IP 192.168.1.1, wie der folgende Screenshot zeigt.



Beim ersten Besuch wird man einmalig durch ein drei Schritte-Setup für die mobile Internetverbindung und das WLAN geführt. Auch erscheint eine Aufforderung, dass Passwort von "1234" in ein sichereres zu ändern. Die Einrichtung kann übrigens optional auch abgebrochen und später direkt im Menü vorgenommen werden.



Wer keinen PC oder Laptop zur Hand hat, kann auch mit einem mobilen Endgerät und WLAN auf den Router zugreifen. Der Verbindungsaufbau erfolgt entweder per WPS (Taster oben auf dem Gerätekopf), oder über die am Boden des Routers hinterlegten WLAN-Zugangsdaten samt SSIDs.


Die Standard-Einstellungen sind am Boden verzeichnet | Klicken zum vergrößern


WLAN Standardeinstellungen ändern

Zu guter Letzt noch ein Sicherheitshinweis. Der Zyxel gibt von Haus aus einen Wifi-Key vor. Gleiches gilt für das Router-Passwort (Standard „1234“). Für die Ersteinrichtung kein Problem, aber zum Dauerbetrieb sollten beide aus Sicherheitsgründen unbedingt geändert werden. Sichere WLAN-Passwörter sind mindestens 12 Zeichen lang und enthalten gemischt Kleinbuchstaben, Großbuchstaben, Ziffern, sowie Sonderzeichen. Beispielsweise "qG5h9$v22ä?ay#". Als Verschlüsselungsstandard ist das momentan sicherste WPA2-Verfahren die erste Wahl.

Funktionen und Bedienung der Router-Software (Backend)

Wie schon erwähnt, erreicht man über die IP 192.168.1.1 im Browser die Router-Benutzeroberfläche. Die Firmware ist schlicht gehalten, bietet aber alle nötigen Informationen auf einen Blick. Zum Beispiel den Wert der Signalstärke in dBm oder das verbrauchte Surfvolumen der aktuellen Session.



Selbstverständlich können Grenzwerte für den Volumenverbrauch definiert werden. Auch das W-LAN Netz wird hier eingerichtet bzw. nach den eigenen Bedürfnissen konfiguriert. Angefangen bei der SSID, über  gewünschte Verschlüsselungsstandards, Funkkanälen sowie dem WLAN-Key. Optional lassen sich übrigens zwei SSIDs getrennt konfigurieren, einmal für das 2.4 und 5 GHz Band. Denn in den meisten Haushalten werden nach wie vor die Mehrzahl aller Endgeräte kein WLAN ac und/oder 5 GHz unterstützen.





Unser Fazit

Zyxel bietet mit dem LTE4506 einen handlichen, stylischen „Hybrid“ aus Portable und stationärem Router. Während sich der fehlende Akku leicht durch ein Powerpack kompensieren lässt, schränken die fehlenden Anschlüsse für eine externe Antenne die Nutzung leider auf gut mit Mobilfunk versorgte Regionen ein. Gerade im Urlaub ist das nicht immer selbstverständlich. Allerdings haben auch nicht alle LTE-FritzBoxen einen solchen Anschluss. Sofern die internen Antennen vor Ort ausreichen, punktet der Zyxel Cube mit exzellentem LTE-Modem nach CAT6 und einem starken WLAN-Modul. Der Gigabit-Port rundet das Gesamtbild ab. Mit aktuell rund 170 Euro bei Amazon, erhalten Interessenten viel Technik zum fairen Preis. Wem also herkömmliche Router zu sperrig und Mini-Hotspots zu klein sind, findet hier eine gute Zwischenlösung. Ideale Einsatzszenarien für den Zyxel 4506 sind unserer Ansicht nach auf Reisen im Wohnwagen, Ferien- bzw. Wochenendhäusern, FeWos und Pensionen.

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