Ratgeber LTE Antennen

Wo der Einsatz nutzt, warum und welche Bezugsquellen es gibt



Zur Nutzung von LTE genügt in der Regel ein einfacher Stick bzw. ein LTE-Router/Modem. Allerdings reicht die Leistung der eingebauten, internen Antennen nicht immer aus, auch unterwegs im Freien. Daher empfiehlt sich bei problematischer Empfangsqualität bzw. geringer Signalstärke der Einsatz einer speziellen, externen LTE-Antenne.

Besonders auf dem Land, wo die Sendemasten nur in größeren Entfernungen positioniert sind, kann der Einsatz sehr erfolgsversprechend oder sogar zwingend nötig sein. Nämlich dann, wenn die Empfangsleistung nicht ausreicht, um ansprechende Datenübertragungsraten zu erhalten. Doch auch in den Innenstädten und Randgebieten gibt es Szenarien für die besagten Antennen. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über LTE-Antennen. Wer benötigt so eine Antenne, welche Typen gibt es, welche passt zu meinem Bedarf und wie komme ich zur persönlich idealen Antennenanlage? Denn bei der Wahl gilt keineswegs die pauschale Formel - größer und teurer = besser. Vielmehr kommt es primär auf den individuellen Einsatzweck und die individuellen Gegebenheiten vor Ort an.

1. Notwendigkeit von Antennen

Internetzugänge per Mobilfunk haben den Vorteil, dass sie prinzipiell in jedem noch so entlegenem Gebiet und mit vergleichsweise geringen Investitionskosten für die Provider angeboten werden können. Bis dato beträgt die LTE-Verfügbarkeit bundesweit im Schnitt schon gut 75 Prozent. Auch im ländlichen Raum bessert sich die Versorgung Jahr für Jahr zusehends. Besonders als DSL-Alternative spielt LTE hier seit jeher eine tragende Rolle. Daher stellt sich die Frage, was bringt eine zusätzliche LTE-Antenne für diese Zielgruppe überhaupt?



Die Empfangsbedingungen vor Ort beim Kunden sind nur selten ideal. Dies hat aber meist schlichtweg physikalisch bedingte Ursachen. Nur sehr wenige finden vor Ort eine ebene und ungestörte Sichtverbindung zum nächsten Mobilfunkmast vor. Wälder, Hügel oder Gebäude stören die Ausbreitung und sorgen für Absorption, Beugungen und Reflexionen. Denn jede Mobilfunktechnik, auch LTE, basiert auf elektromagnetischen Wellen. Und selbst die Entfernung zum Sendemast verringert mit jedem Meter die ankommende Signalstärke (Freiraumdämpfung). Spezielle LTE-Antennen lösen daher drei elementare Probleme, welche die Empfangsqualität in der Praxis reduzieren. Damit einhergehend auch die Performance und Stabilität der Internetverbindung.


Problemlösung 1: Kompensation des Effektes der Freiraumdämpfung
Mit steigender Entfernung reduziert sich die Stärke (Feldstärke) der vom Mobilfunkmast abgestrahlten Welle. Spätestens ab 10 Kilometern sind die Signalstärken so gering, dass ohne Zusatzantenne nichts mehr geht. Spezielle, optimierte LTE-Antennen (welche, werden wir noch sehen) greifen dann noch genug ab, um eine stabile LTE-Verbindung zu ermöglichen.

Problemlösung 2: Dämpfung des Gebäudes umgehen

Wer sein LTE-Endgerät innerhalb der Wohnung bzw. im Haus aufstellt, muss mit weiteren Einbußen bei der Empfangsqualität rechnen. Denn die Wellen müssen zunächst in das Gebäude vordringen. Gerade durch Dämmungen und bauliche Besonderheiten, wie Stahlgeflechte im Beton, kann dies stark abschirmend wirken. Vor diesem Hintergrund, sollten Empfangsgeräte vorrangig am Fenster positioniert werden.

Richtige Position für den LTE-Router  ist am Fenster

Noch optimaler wäre aber, die Antenne direkt nach draußen zu verlagern, da so der Effekt der Gebäudedämpfung gar nicht erst wirken kann. Angenehmer Nebeneffekt: In der Wohnung verschandelt keine Antenne mehr das Gesamtbild und zudem minimiert man die Strahlendisposition auf nahe Null.

Interne Antennen vom Router | Antenne am Fenter | auf dem Dach

Problemlösung 3: Positionsvorteil

Extern angebrachte LTE-Antennen haben jedoch noch weitere Vorteile. So lässt sich durch einen vertikalen Ansatz meist noch mal die Signalqualität steigern. Vereinfacht gesagt: Antennen sollten stets so hoch wie möglich installiert werden, besonders, wenn eine direkt Sichtverbindung zur Mobilfunkstation fehlt. Mit jedem Höhenmeter entkommt man dem diffusen Streufeld des Wellenbeugungsbereiches, wie es im Fachjargon heißt. Bedeutet: Satt eines diffusen "Wellenbreis", bedingt durch Reflektionen, Beugung etc., greift man im Idealfall das direkte Signal ab.


1.1 Wie erkennt man, ob sich eine Zusatzantenne lohnt, wenn man schon LTE hat?

Da LTE-Tarife für Zuhause oder zum Einsatz unterwegs bereits seit Jahren angeboten werden, haben viele Verbraucher schon entsprechende Verträge und fragen sich, ob eine Antenne vielleicht einen Mehrwert bringt? Schließlich erreichen nur die wenigsten die vom Provider versprochene Maximaldatenrate von 50, 100 oder gar 300 MBit. Dies abzuschätzen, ist für jeden relativ einfach: Wer über den Tag verteilt meist eine stabile Verbindung vorfindet und nur zu Stoßzeiten starke Abweichungen der Datenrate feststellt, kann sich entspannt zurück lehnen. Dies ist leider völlig normal und auch eine Zusatzantenne würde hier praktisch keine Verbesserung bewirken. Da es sich bei LTE um ein „shared medium“ handelt, wird die vorhandene Kapazität einer Basisstation immer auf alle Nutzer aufgeteilt. Daher kann es an Zeiten, wo statistisch gesehen viele ins Internet gehen, zu extremen Einschnitten bei der Datenrate jedes Einzelnen kommen.


Wer hingegen ständig unter Verbindungsabbrüchen leidet und wo die Datenübertragungsrate permanent erheblich (>30%) von der im Vertrag angegeben Maximalgeschwindigkeit (z.B. 50 MBit) abweicht, sollte etwas genauer nachforschen. Hier ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Empfangsqualität zu schlecht. Die Folgen äußern sich in Form von Instabilitäten und zu geringen Down- bzw. Uploadwerten. Um sicher zu gehen, lohnt ein Blick auf einige Eckzahlen – genauer gesagt die Empfangsparameter RSRQ, RSRP und dem Signalrauschabstand. Mit diesen lässt sich objektiv recht leicht feststellen, wie „gut“ bzw. „stark“ das Signal ist, was noch am Router ankommt. Wie das geht und die Werte interpretiert werden, erklären wir hier in diesem Ratgeber ganz genau. Sollte sich herausstellen, dass für die Probleme eine zu schlechte Empfangsqualität ursächlich ist, hilft der Einsatz einer speziellen LTE-Antenne in nahezu 100 Prozent der Fälle. Für diesen Fall sollten Sie unbedingt weiter lesen!

1.2 Die "beste" Antenne finden

Nachdem wir die Notwendigkeit einer Antenne für den Empfang erörtert haben, stellt sich nun die Frage, was ist die beste LTE-Antenne? Diese Frage kann man leider nicht pauschal mit Produkt XYZ beantworten, auch wenn dies viele Hersteller und Prospekte gerne suggerieren. Vielmehr hängt die Wahl stark von den Gegebenheiten beim Nutzer vor Ort ab. Ein Faktor wäre zum Beispiel, ob eine Sichtverbindung zur Basisstation gegeben ist und wie weit diese entfernt liegt? Gibt es oben genannte Störquellen (z.B. Bebauung, Wald)?

Das kann man sich bildlich in etwa so vorstellen: Während ein Jeep eher für raues Gelände konzipiert ist, liebt ein Porsche den ebenen Asphalt. Und ein Smart repräsentiert ein handliches Fahrzeug für den Alltag in einer Großstadt. So ähnlich verhält es sich auch bei der Wahl der richtigen Antenne. Es gibt schlicht nicht „das ultimative Universalprodukt“, sondern individuell und einsatzabhängig einen optimalen Kompromiss! Im Folgenden erfahren Sie daher, welche Antennentypen der Markt bietet und worin sich diese unterscheiden.

2. Antennentypen und deren Kombination

Wie im vorangegangenen Abschnitt schon angedeutet, gibt es nicht „die“ perfekte Antenne. Vielmehr hat jede Antennenbauform jeweils Vorteile und Nachteile. Sehr wohl lässt sich aber für spezifische Einsatzwecke (z.B. Camping) bzw. einer Empfangssituation vor Ort (z.B. weit entfernter Sendemast), das passende Produkt finden.

2.1 Anforderungen an Antennen bei Mobilfunk-Anwendungen

Das Ziel ist eigentlich klar: Wir wollen den LTE-Empfang  verbessern. Allerdings besteht ein elementarer Unterschied darin, ob man am Einsatzort schon recht gute Bedingungen vorfindet und diese nur zum Optimum hin verbessern will. In der Regel, um annähernd die Datenraten zu erreichen, welche der Tarif bietet. Oder auf der anderen Seite, wenn das Signal so schlecht ist, dass ohne eine Zusatzantenne nichts geht. Davon hängt auch ab, welche Antenne zu bevorzugen ist. In der Stadt reicht, falls überhaupt nötig, meist schon ein simpler Rundstrahler. In gebirgigen Regionen mit weit verstreuten Sendemasten, sind hingegen eher spezielle Typen mit  großem Öffnungswinkel zu bevorzugen. Bei weit entfernten Sendemasten und Sichtverbindung, wären Richtantennen mit kleinem Öffnungswinkel die beste Wahl. Doch was hat es mit diesem Winkel auf sich?

2.2 Die Sache mit dem Öffnungswinkel

Die wohl wichtigste Eigenschaft einer Antenne ist, neben dem erzielbaren Gewinn, der sogenannte Öffnungswinkel. Technisch gesehen handelt es sich dabei um den Winkelbereich, in welchem die relative Feldstärke im Vergleich zur Hauptstrahlrichtung um die Hälfte (3 dB) abnimmt.

Anschauliches Beispiel:

Strahlungs-Ellipsoid der Novero-Dabendorf im Test
Um das bildlich zu verdeutlichen, kann man sich das 3D-Strahlungsbild eines Kugelstrahlers (360° ÖW) wie eine Kugel vorstellen. Der „Gewinn“ ist hier theoretisch 0 (isotroper Kugelstrahler), da in alle Richtungen die Stahlen gleichförmig verteilt werden, wie bei einer Glühlampe. Je kleiner man den ÖW einer Antenne designt, desto mehr wird diese Kugel „zusammengedrückt“, sprich die Strahlen in eine bestimmte Richtung fokussiert. Ähnlich einer Taschenlampe, die das Licht mehr oder weniger gebündelt in eine Richtung schickt. Bei Stabantennen, die wir gleich noch näher kennenlernen, sind es beispielsweise zwei Richtungen, da diese horizontal strahlen und nicht nach oben/unten - wie bei einem Luftballon, welchen man in der Mitte mit zwei Fingern zusammenpresst. Das Bild rechts zeigt im unteren Bereich das Strahlungsdiagram der später noch näher vorgestellten Novero-Dabendorf Antenne. Gut sichtbar, der sich in eine Richtung abflachende Kegel.


Beispiel Rundstrahlantennen
Der wohl simpelste Antennentypen schlechthin wird durch die bereits genannte Gruppe der Rundstrahler repräsentiert. Sie bestehen meist nur aus 1-2 Stäben oder ähnlichen Formen, symbolisch im Bild rechts illustriert. Wie der Name schon andeutet, strahlen diese vertikal „rundum“ und empfangen demnach auch unspezifisch von vertikal „allen Seiten“. Der Öffnungswinkel beträgt hier demzufolge 360°. Je weiter man nun den Öffnungswinkel verkleinert, desto mehr „fokussiert“ man sich auf ein spezielles Signal aus einer konkreten Richtung. Das bedeutet aber auch, dass Signalwellen, die durch Streuungen bzw. Reflektionen beim Nutzer ankommen, im zunehmenden Maße ausgeblendet werden.

Das andere Extrem wäre demnach eine Antenne mit extrem kleinen Öffnungswinkel von sagen wir bis zu 20°. Bei diesen Richtantennen muss man theoretisch den LTE-Sender in Millimeterarbeit anpeilen (Kapitel 7). Gelingt dies, hat man zwar meist ein messerscharfes Signal, doch funktioniert das eben nur, wenn keine Hügel oder Gebäude die gedachte Sichtverbindung stören und der Mast nicht über 10-15 km entfernt steht.

Richtantenne

Beispiel: Richtantenne mit relativ kleinem Öffnungswinkel


Fazit: Wählt man eine Antenne mit kleinerem Öffnungswinkel (bis ca. 60°), verschlechtert sich gerade bei fehlender Sichtverbindung zum Mast die Performance der LTE-Verbindung erheblich, da ja das direkte Signal nicht durchkommt und der kleinere ÖWinkel viele der wertvollen Mehrwegesignale einfach ausblendet. Panelantennen, wie die Novero Dabendorf, bieten einen recht hohen ÖW von 60°. Das macht diese toleranter und nutzt auch indirekte Signale, welche durch Reflexionen und Beugung beim Kunden ankommen.

2.3 Antennentypen und Antennenbauform

Kommen wir nun konkret zu den Varianten, die der Markt bietet. Dazu haben wir zunächst eine grobe Übersicht erstellt die auch zeigt, nach welchen Kriterien eine Differenzierung erfolgen kann.



Hierzu wollen wir noch festhalten, dass der überwiegende Teil für den stationären Einsatz konzipiert ist, also für Empfangsverbesserung am Eigenheim. Im Regelfall wird sie auch extern, daher im Freien installiert. Einige wenige Antennen eignen sich aber auch für Innenräume oder einer fensternahen Anbringung. Die andere Gruppe zielt auf den mobilen Einsatz und ist demnach auch weit handlicher. Etwa um bei einem Ausflug den LTE-Stick anzuschließen oder fürs Camping.

Als nächste Unterscheidungsmöglichkeit sei das empfangbare Spektrum genannt. „Monoband-Antennen“ werden explizit auf einen konkreten Bereich optimiert, z.B. für LTE bei 800 MHz. Hier handelt es sich also, wenn man so will, um die „Spezialisten“ in der Antennenwelt. Andere wiederum, sogenannte „Breitbandantennen“, können für mehrere Betriebsbänder eingesetzt werden. Wie etwa bei 800, 1800 und 2600 MHz (mehr über LTE-Frequenzbänder), je nach Situation und Anbieter. Wie Sie sicher schon vermuten sind diese Generalisten aber nicht ganz so effektiv, im Vergleich zu ihren Monoband-Kollegen. Soweit möglich, sollte man die Antenne also konkret für das Band kaufen, was man primär empfangen will. Für LTE-Zuhause Kunden ist das in aller Regel 800 MHz.

2.4 Antennen mit Richtwirkung

Von besonderer Relevanz ist eine Unterscheidung in die schon vorgestellte Klasse der Richtantennen bzw. Rundstrahler. Folgend werden wir uns vorrangig mit ersterer befassen, da diese für meisten LTE-Kunden von Interesse sind. Richtantennen können wir wiederum grob in drei Formen untergliedern: Sogenannte Panel- oder Flachantennen und stabförmige mit Empfangselementen vom Typ Yagi oder LPDA (Logarithmisch-periodisch). Mitunter werden auch sogenannte Grid und Parabolantennen angeboten, dies sind in Deutschland aber eher untypisch. Letztere sehen SAT-Antennen etwas ähnlich.

Flachantennen:

Optisch ähnelt die Form meistens einem Kasten bzw. Rechteck. In der Praxis spricht man daher auch von Panel-Flachantennen - nicht zu verwechseln mit "Patchantennen". Ein direkter Verwandter sind übrigens "BiQuads", welche aus zwei um 45° verschobene "Brillen-Elementen" besteht. Und auch die beliebte Novero-Flachantenne ist im Inneren praktisch ein Biquad, nur dass die Elemente auf eine Trägerplatte geätzt wurden, wie das folgende Bild aus dem Inneren offenbart...

Innenleben einer Novero Panel-Antenne

Der Vorteil dieser Typen liegt klar in der einfachen Handhabung, Installation und Ausrichtung. Die Maße variieren im Schnitt zwischen 25x25 und 50x50 bei 1-2 Kilogramm Gewicht. Der Antennengewinn seriöser Produkte liegt im Bereich von 6-12 dBi, in Ausnahmen bis zu 18 dBi. Der Öffnungswinkel gängiger Vertreter liegt zwischen 20 und 60°. Der Panel-Typ eignet sich vor allem bis zum erweiterten Nahbereich (siehe Gliederungspunkt 3) und auch bei stark beeinträchtigter Sichtverbindung aufgrund des relativ hohen Öffnungswinkels.


Elemente Richtantennen:

Hier sind die Arten "Yagi" und "LPDA" (auch LAT) relevant - beides unterschiedliche Bauformen, die sich optisch allerdings ähneln und etwas an die alten, analogen TV-Antennen auf den Dächern erinnern. LPDA steht für "Logarithmisch Periodisch". Der Abstand der Dipolelemente nimmt dabei zur Spitze hin ab. Die Verkürzung folgt dabei einer logarithmischen Funktion, woher auch der Name rührt. Aber auch die Breite der Dipolelemente verjüngt sich zur Spitze, so dass die Form an ein Dreieck erinnert, wie das folgende Bild zeigt. LPDAs weisen eine exzellente Richtwirkung aus. Der Erzielbare Gewinn liegt, abhängig von der Länge, bei bis zu 12 dBi. Wie zum Beispiel die beliebte Wittenberg LAT 56.



Yagi-Antennen (Namensgebend durch Yagi-Uda), zählen dagegen zu den leistungsstärksten Formen überhaupt im LTE-Bereich. Maßgeblich terminiert hier die Baulänge den erzielbaren Gewinn. Allerdings ist die Größe letztendlich auch vom anvisierten Frequenzbereich abhängig. Im Schnitt muss man mit ca. 1m Länge und um die 1 kg pro Antenne (2 für MIMO) rechnen. Der Antennengewinn liegt bei bis zu 18 dBi. Typische Modelle bringen in der Praxis 10-15 dBi. Etwa die "Brennpunkt S.R.L Yagi LTE800" mit 14 dBi. Die Spanne für den Öffnungswinkel beträgt ca. 25-60 Grad.


3. Welche Antenne passt zu welchem Standort?

Nachdem wir die gängigen Arten und Eigenschaften samt deren Vorteile und Nachteile vorgestellt haben, gehen wir nun der eigentlich essentiellen Frage nach - welche Antenne passt zu welchem Standortprofil? In der Praxis haben sich fünf typische Szenarien für Umwelt- & Empfangsbedingungen herauskristallisiert:


- gute Sichtverbindung zur Basisstation (BS), keine Hausisolierung,
- Sichtverbindung zur Basisstation, Hausisolierung vorhanden,
- Sichtverbindung zur BS leicht gestört durch Vegetation (Baumspitzen),

- Sichtverbindung zur BS stark beeinträchtigt durch Wald, Hügel o. Gebäude,
- Sichtverbindung zur BS vollkommen fehlend.


Keine Sicht zum Mast / Hügel als Hindernis

Beispiel: Vom Dorf aus keine Sicht zum Mast / Hügel und Wald zwischen Kunde und Basisstation


Der zweite Faktor, der die Wahl der Antenne determinieren sollte, ist die Entfernung. Hier differenzieren wir folgend vier Bereiche, die uns die Einordnung später erleichtert:

- direkter Nahbereich -> 0 bis 4 Kilometer zur Basisstation (BS),

- erweiterter Nahbereich -> 4 bis 8 Kilometer zur BS,

- normaler Fernbereich -> 8 bis 15 km zur BS,
- extremer Fernbereich -> 15-25 km zur BS.


Sichtverbindung Beispiel

Beispiel: Gute Sichtverbindung Mast zum Dorf, praktisch Bäume oder andere Störer und Nahbereich unter 4 km


Wie wir bereits gesehen haben, empfehlen sich im direkten Nahbereich vorrangig Antennen mit großem Öffnungswinkel (60-360°). Bei zunehmender Entfernung sind dagegen Typen mit kleinerem Öffnungswinkel vorzuziehen. Spätestens ab dem „normalen Fernbereich“, bewähren sich meist (Richt)-Antennen mit Werten von 20-60°. Eine Ausnahme bildet der erweiterte Nahbereich bei schlechter Sichtverbindung. Auch hier kann ein größerer Öffnungswinkel mitunter helfen, da wertvolle Mehrwegesignale mit eingefangen werden.

Mit diesem Wissen lassen sich nun einige konkrete Produkt-Empfehlung für jedes dieser Szenarien in einer Matrix wiedergeben. Die folgende Tabelle beruht auf Erfahrungen in der Praxis von unserem Antennenexperten Thomas-B aus dem Forum. Danke für die tolle Übersicht!! Erwähnt sei noch, dass diese optimiert wurde für das im Zuhause-Bereich relevante Band bei 800 MHz.


Wahl der richtigen 4G-Antenne

Übersicht: Welche Antenne für welche Situation? | Bild: Thomas-B


3.1 Höhenprofil

Sofern die Position der nächsten eigenen Basisstation bekannt ist (siehe auch hier), lässt sich recht einfach abschätzen, wie es um die topologischen Gegebenheiten vor Ort bestellt ist – gerade im Nahbereich. Spätestens ab 5 Kilometern gestaltet sich dies allerdings schwierig. Daher empfiehlt sich im Zweifelsfall der Blick auf ein sogenanntes Höhenprofil. Mit unserem «Höhenprofil-Tool» können Sie ganz einfach ermitteln, welche geologischen Hindernisse sich der gedachten Sichtverbindung zwischen Ihrem Haus und dem Sendemast befinden. Eine Bergkuppe mit +300 Metern Steigung? Oder doch nur recht ebenes Gelände?


Höhenprofil erstellen | Tool: LTE-Anbieter.info

3.2 Mobile Antennen für Hotspots und Surfsticks

Bisher haben wir uns vor allem Varianten im Sinne einer stationären Verwendung gewidmet. Es gibt natürlich auch Antennen speziell für den mobilen Einsatz. Die meisten LTE-Sticks und tragbaren Hotspot Mini-Router verfügen über zwei Anschlüsse. Auf diese Weise lässt sich der Empfang auch an abgelegenen Orten optimieren bzw. erst ermöglichen. Wie beispielsweise beim Camping (Reisen allgemein) oder im Grünen. Gängig sind hier kleine Stab- (Rundstrahler), Flach- und Panorama-Antennen. Die meisten Rundstrahler (Beispiel im folgenden Bild ganz rechts) bringen aber nur minimale Empfangsverbesserungen im Bereich von bis zu 3 dBi. Ein unserer Meinung nach sehr praktisches Produkt, welches zudem noch hervorragende Empfangswerte aufweist, ist diese kompakte MIMO Fenster-Antenne (nächstes Bild am Autofenster). Sie verfügt über einen Saugnapfhalter, kann aber auch problemlos anderweitig (hängend etc.) positioniert werden.


Noch bessere Ergebnisse erzielt man natürlich mit Richtantennen. Wie beispielsweise einer Novero Dabendorf. Im folgenden Bild links ist eine solche als Typbeispiel dargestellt. Die Antenne ist mit rund 700 g und 21x23x6 cm noch relativ handlich, aber keineswegs etwas für Ausflügler. Zudem sind hier Adapter nötig, wie der folgende Abschnitt verrät.

Doch egal, für welchen Typ man sich entscheidet: Wichtig ist, auf den richtigen Stecker zu achten. Gängig sind im Bereich mobiler Endgeräte die Typen CRC-9 und TS-9. Beide ähneln sich ungemein, daher empfiehlt sich immer ein zweiter Blick auf das Datenblatt vom Hersteller, bevor man sich für eine konkrete, mobile Antenne entscheidet. Der „Speedstick V“ von der Telekom hat z.B. CRC-9 Buchsen. Der R226 von Vodafone dagegen TS-9. Mehr über die Unterschiede bei den Steckern, erfahren Sie auch unter dem Gliederungspunkt 5 dieses Ratgebers.

4. Anforderung der Hardware an Antennen

Es gibt zwei kleine Besonderheiten bzw. technische Grundlagen, die man als künftiger Betreiber einer LTE-Anlage kennen sollte. Einmal den Begriff der Impedanz und die Besonderheit rund um den DC-Kurzschluss. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in den folgenden 2 Abschnitten unseres Ratgebers.

4.1 Impedanz und Anpassung

Keine Angst, wir werden jetzt keinen Grundkurs in Elektrotechnik geben. Sie als Antennenkunde müssen eigentlich nur zwei wesentliche Sachen wissen. Zum einen muss die sogenannte Impedanz sämtlicher Elemente der Leitungsstrecke identisch sein. Also angefangen von der Antenne, über die Steckverbindungen bis hin zu den Kabeln. LTE-Endgeräte verfügen ohnehin immer über eine Impedanz von 50 x - diese ist im Mobilfunkbereich praktisch Standard. Wichtig ist dies für uns bei der Wahl geeigneter Stecker. Auch liegt darin der Grund, warum man nicht einfach beliebige Koaxkabel verwenden kann. Im TV-Bereich sind z.B. 75 x gängig. Mehr zum Thema Stecker und Kabel erfahren Sie im Abschnitt 5.


4.2 DC-Kurzschluss | Was ist das und wann ist dieser wichtig?

Bei der Installation einer LTE-Anlage samt Router, Kabel und Antenne, wird man früher oder später aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Begriff „DC-Kurzschluss“ stoßen. Auch bekannt unter „Ohmschen- oder Gleichstromkurzschluss“. Dahinter verbirgt sich vereinfacht gesagt eine bauliche, elektrotechnische Besonderheit einiger Antennen. Genauer gesagt, handelt es sich um eine konstruktionsbedingte, elektrische Verbindung der beiden Speisepunkte für die Antenne.

Tipp: Logarithmisch Periodische Dipol-Antennen, wie z.B. die LAT-Baureihe von Wittenberg, alle Quad- oder Loopantennen (z.B. die Novero-Dabendorf), weisen immer einen solchen DC-Kurzschluss auf! Antennen mit offenen Dipolen haben keinen DC-Kurzschluss weil Innenleiter und Abschirmung des Antennenkabels zueinander isoliert sind.

Als Anfang 2011 der erste LTE-Router von Huawei, der B390s (entspricht dem Vodafone B1000 und dem Telekom-Speedport I), auf den Markt kam, war ein DC-Kurzschluss zwingend notwendig. Warum? Weil der Router erst durch Erkennen dieses Kurzschlusses automatisch auf den Betrieb einer „externe Antenne“ umschaltete. Diese wurde sonst einfach nicht erkannt, wenn man so will und war de facto nutzlos. Etliche, damals angebotenen Antennen, brachten diese notwendige Voraussetzung nicht mit und wurden daher auch nicht erkannt. Huawei reagierte auf diesen Umstand damals recht schnell. So wurde per Firmwareupdate ein „Schalter“ integriert, mit dem sich manuell die externe Antenne aktivieren ließ. Damit war dieses Problem zumindest für Kunden mit jenen Routern aus der Welt geräumt.

Nachdem dieser Umstand endlich bei Herstellern in der Branche bekannt war, hatten fast alle Antennenproduzenten in diese Richtung entwickelt und stellenweise wurden sogar Antennen mit fehlendem DC-Kurzschluss nachgerüstet. 2012 brachte dann das Berliner Unternehmen AVM die „FRITZ!Box 6842 LTE“ auf den Markt. Diese besitzt zwar Anschlüsse für externe Antennen, aber anders als üblich, benötigt die 6842 keinen DC-Kurzschluss der Antenne bzw. es darf überhaupt keiner vorhanden sein, um eine optimale Ausnutzung einer externen Antenne zu gewährleisten!

Der einzige Hersteller, der auf diesen doch sehr unschönen Umstand reagiert hat, war Wittenberg. Mit der Entwicklung so genannter DC-Trennglieder, kann der Kurzschluss wieder entkoppelt werden und Wittenberg konnte die hauseigenen Antennen an den Mann bzw. an die 6842 bringen. Der Nachteil ist, dass ein jedes zusätzliche Element in der Verbindung von der Antenne zum Router Verluste mit sich bringt. Das folgende Bild zeigt zwei Trennglieder je "vorne" mit Stecker (links) und Buchse (rechts)



Ein Ratschlag unsererseits: Wenn man eine externe Antenne anschließen möchte/muss, aber nicht auf die Vorzüge einer Fritzbox verzichten will, dann sollte der Griff zu einer FRITZ!Box 6840 LTE gehen. Diese hat exakt die gleiche Funktionalität wie die 6842 und sogar 4 Gbit-LAN-Ports. Zudem ist der Router, was Antennen betrifft, absolut unabhängig von einem vorhandenen bzw. fehlenden DC-Kurzschluss.

5. Kabel + gängige Steckverbinder von Antennen und Hardware

Für eine Antennenanlage werden auch geeignete Kabel und Verbindungsstecker benötigt, die praktisch das Bindeglied zwischen Endgerät und Antenne darstellen. Wie wir zeigen werden, sollte man diesem Thema mindestens dieselbe Aufmerksamkeit zuteil werden, wie der Wahl der Antenne selbst.

5.1 das passende Kabel zur Antenne finden

Ein elementarer, aber oft sträflich vernachlässigter Teil einer jeden guten LTE-Anlage mit Antenne, ist das Kabel. Das Bindeglied zwischen Antenne und Router ist schließlich die „Autobahn“ für das gewonnene Signal, wenn man so will. Laien begehen leider oft den Fehler und investieren viel in eine „Super-Duper-Antenne“, deren Gewinn dann mit billigen bzw. falschen Kabeln wieder nivelliert wird. Dabei gilt beim Kabelkauf aber keineswegs das Motto "teurer ist besser". Leider gestaltet sich die Sache etwas komplizierter. Es gibt dutzende Kabeltypen, die sich, mal mehr mal weniger, eignen. Das folgende Bild zeigt 4 von über 20 Varianten. Besonders prägnant sichtbar - die Unterschiede beim Querschnitt, den Innenleitern und der Isolierung.

Kabelarten für LTE-Antennen

Für die richtige Kaufentscheidung sind besonders der Antennengewinn sowie die Länge der zu überbrückenden Distanz zum Endgerät relevant. Das Thema würde aber hier den Rahmen sprengen, so dass wir diesem ein extra Spezial gewidmet haben: Hier im großen Kabelratgeber, erfahren Sie z.B., welches Kabel zu Ihrer Anlage passt, wie viel Verlust pro Meter in etwa anfallen und wo man passende Produkte bekommt.

5.2 passende Steckverbindungen

Das letzte und kleineste Glied in unserer Anlage sind die passenden Steckverbindungen. Das eine Ende stellt die Verbindung zur Antenne dar, das andere terminiert den Anschluss zum Endgerät des Nutzers (UE). Im Laufe der Jahre haben sich dutzende Steckertypen im HF-Bereich etabliert. Diese unterscheiden sich u.a. in Bezug auf Form, Durchmesser, Stabilität und Aufbau. Wie schon im Fall der Kabel, haben wir das Thema in einem speziellen Ratgeber behandelt: Hier alles über LTE-Stecker und gängige Kupplungen / Adapter erfahren.



Für Einsteiger empfehlen wir ohnehin, fix und fertige Kabel mit passenden Steckverbindungen zum Endgerät zu kaufen. Fortgeschrittene können hingegen auch individuelle Kombinationen wählen.


6. rechtliche Rahmenbedingungen für Antennen-Anlagen

Natürlich ist jeder zunächst bestrebt, das bestmögliche aus seiner Antennen-Anlage „herauszuholen“. Schließlich erkauft man mit einer Antenne einen angestrebten Gewinn von x dBi oft sehr teuer. Dennoch unterliegen sämtliche Funkanlagen in Deutschland einer gesetzlichen Reglementierung. So darf die Strahlleistung (EIRP) insgesamt nicht 25 dBi übersteigen. Ob dies gegeben ist, kann man berechnen. Dafür nötig sind: Kenntnis der Ausgangsleistung am Router, der Antennengewinn, die Kabellänge samt Typ/Dämpfung und die genutzte LTE-Frequenz. Zur Vereinfachung haben wir hier einen Rechner erstellt, mit dem man typische Konfigurationen einfach kalkulieren oder zumindest relativ nah schätzen lässt.


7.  Ausrichtung und Positionierung der Antenne

Ähnlich wie bei einer SAT-Antenne, sollten auch LTE-Antennen möglichst exakt in Richtung Sendemast ausgerichtet werden. Während einige Typen noch relativ tolerant gegenüber Abweichungen sind, kann bei speziellen Richtantennen jede kleine Abweichung fatale Folgen für die Signalqualität haben. Nur dass sich dies hier nicht in einem "Krisselbild" niederschlägt, sondern in schlechten Empfangswerten und den bekannten Folgen. Bevor wir uns aber mit der genauen Ausrichtung beschäftigen, stellt sich erst einmal die Frage nach dem wo - genauer gesagt, wo ist der Sendemast?


7.1 Wie finde ich meinen Sendemast?

Leider ist das in der Praxis oft gar nicht so einfach, wie man zunächst meinen mag. Fast alle Mobilfunkprovider machen aus den Sendemastpositionen eine Art Firmengeheimnis. Teils lässt sich die Position daher nur mit etwas investigativem Eifer oder direkter Nachfrage ermitteln. Immerhin bieten Vodafone, die Telekom und O2 mittlerweile Verfügbarkeitskarten als Hilfsmittel an. Telekomkunden, die hier auf dieser Karte ihre Adresse eingeben, erhalten eine Richtungsangabe, wie auf dem Screenshot rechts ersichtlich. In unserem Beispiel verweist die Telekom auf den nächsten einen Sendemast in Richtung „259° Westsüdwest“.

Position des Sendemastes bei der Telekom bestimmen


Etwas hilfreicher ist da die O2-Karte, welche zwar die genauen Standorte nennt, aber nichts zum Typ verrät. Geben Sie einfach die Andresse ein, in deren Umfeld Sie mehr über die Standorte erfahren wollen und los geht’s.

Vodafone hat auf der hauseigenen Karte leider keine verzeichnet. Ähnlich wie bei der Telekom, erhält der Interessent aber eine Richtungsangabe als Hilfe. Sehr genau ist diese jedoch nicht sondern weist in 22,5° Schritten den ungefähren Weg. Auf diese Weise kann zumindest eine grobe Eingrenzung erfolgen, die sich dann mit der EMF-Datenbank präzisieren lässt (siehe folgend). Und so geht’s: Klicken Sie zunächst hier um zur Vodafone-Karte zu gelangen. Dann über der Map „Detailansicht“ wählen. Nun geben wir eine konkrete Zieladresse ein. Für mehr Übersicht klicken wir alles bis auf "4G/LTE" weg und wählen „outdoor“. Zudem rechts in der Legende „Zuhause-Bereich anzeigen“. Darunter befindet sich der Kompass, wobei der rote Zeiger die Richtung des LTE-Mastes ausweist. In diesem Beispiel zufälliger Weise „Nord“ mit 0°.

Mastposition bei Vodafone bestimmen

Es gibt aber noch mehr Mittel und Wege. Folgende Möglichkeiten führen in der Praxis auch oft zum Ziel.


a) EMF Datenbank
Versuchen Sie, wenn möglich, zumindest per Sichtung potenzielle Stationen auszumachen. Über die EMF-Datenbank lassen sich dann einzelne Sender direkt auswählen. Ein Klick in der Karte auf eines der Dreiecke (Marker) offenbart aber leider nur: Die Hauptstrahlrichtung, die Montagehöhe und das Datum der Erteilung für die Baugenehmigung. Ob es sich um eine LTE-Station handelt, ist öffentlich nicht ersichtlich. Bei Einträgen mit Datum nach 2011 ist jedoch davon auszugehen, dass diese LTE-fähig sind.


b) Auskunft beim Provider erbeten
Als sehr erfolgreich hat sich auch der Weg über die direkte Nachfrage erwiesen. Wer glaubhaft der Technikhotline vermittelt, dass er zur Ausrichtung einer Antenne die genaue Position des Mastes benötigt, dem wird in der Regel problemlos geholfen. Im Zweifel hartnäckig wiederholt nachfragen!

c) Bundesnetzagentur fragen
Auch die Bundesnetzagentur selbst erweist sich meist als hilfsbereit, wenn man kurz die Problematik schildert. Am besten per Mail an info@bnetza.de


Tipp: Für den Fall, dass in der Umgebung nicht nur eine Station in Frage kommt, sollte man bei der Ausrichtung immer mit der nächsten beginnen. Durch Beobachtung der relevanten Empfangsparamater (RSRQ etc.), lässt sich relativ leicht erkennen, ob man hier auf der „richtigen Fährte“ ist. Falls man mit der Vermutung richtig liegt, am besten noch einmal mit einem Speedtest gegenchecken. Mehr zum Thema finden Sie auch hier wiederholt ausführlich im Forum.


7.2 Wie richte ich die Antenne (bei fehlender Sichtverbindung) optional aus?

Ausrichten

Da wir nun den Standort unseres Sendemastes kennen, können wir daran gehen, unsere Antenne optimal auszurichten. Grundvoraussetzung, um das bestmögliche aus der Funkverbindung zu holen, sind aussagekräftige Signalwerte. Also vor allem der RSRP, RSSI, SINR und RSRQ. Je nach Router-Hersteller werden aber unterschiedliche Werte bereitgestellt. Eine FRITZ!Box zeigt z.B. den RSRP, SINR und RSRQ. Zudem gibt es hier noch einen einzelnen Wert, welcher vereinfacht als „Signalqualität“ bezeichnet wird.

Infors zur Empfangsqualität im Router - hier FritzBox

Ausrichtung der Anlage auf Sender

Er liefert uns eine Zusammenfassung bzw. ein rechnerisches Mittel aus den einzelnen Signalwerten. Die Urmutter aller LTE-Router, der Huawei B390-s, zeigte den RSRP, RSSI und RSRQ. In den meisten Endgeräten ist es aber eine Kombination aus RSSI und RSRQ.

Nutzer des mittlerweile weit verbreiteten Hybridrouters der Telekom, müssen sich dagegen mit dem RSRP und RSRQ begnügen. Und zwar in einem verborgenen Routermenü. Dieses finden Interessenten unter folgender Adresse: http://speedport.ip/engineer/html/lteinfo.html?lang=de
Einfach diesen Link in die Adresszeile des Browsers kopieren und mit der Enter-Taste bestätigen.



Die FRITZ!Box-Modelle bringen übrigens schon eine Ausrichthilfe mit. Zudem gibt es bei uns das kleine Tool LTEWatch, welches nicht nur bei der Ausrichtung ungemein nützlich sein kann. Für viele Huawei-Router gibt es zudem eine spezielle LTEWatch-Version, welche zum Beobachten der Signalwerte sehr gute Dienste leistet und das Ganze mittels einer Skala graphisch darstellt.

Leider finden sich solche Hilfsmittel nicht für alle auf dem Markt befindlichen Router und Sticks. Manch ein Gerät stellt dagegen überhaupt keine Informationen zur Empfangsqualität bereit, außer einer einfachen Balkengrafik. Hier wird eine Einordnung leider schwierig. Dann muss man sich mit der standartmäßigen Ausgabe der Signalwerte in Textform behelfen oder rein über Speedtests arbeiten, was jedoch nicht immer ganz genau ist.

Wichtig ist zudem die Angabe einer Cell-ID, um feststellen zu können, ob wir immer mit dem gleichen Sender verbunden sind, während wir versuchen, die Antenne auszurichten. Sind mehrere Sendemasten in Funkreichweite, kann es durchaus sein, dass der Router die Zelle wechselt und wir dadurch schlechtere Werte erhalten.

Alle Werte, bis auf den SINR, werden negativ, also mit einem vorgestellten „-“ (Minus), angezeigt und grundsätzlich gilt: Je kleiner die Zahl bzw. je näher der Wert an der „0“ ist, umso besser ist dieser – unser Signal wird „stärker“.

Hilfsmittel geschnappt und los geht’s:

Sehr nützlich für unser Vorhaben ist zunächst ein Kompass - hier gibt es ja Apps fürs Smartphone wie Sand am Meer. Wie wir oben gelernt haben, wird auf den Netzabdeckungskarten der Provider (siehe vorangegangener Abschnitt) nach Eingabe der eigenen Adresse auch die „grobe“ Richtung zum nächstgelegenen Sendemast anhand einer Winkelangabe angezeigt. ist dabei Norden, 90° Osten, 180° Süden und 270° Westen. Beträgt also beispielsweise die Winkelangabe auf der Netzabdeckungskarte 225°, so steht der nächste Sender in Richtung Südsüdwest. Zusätzlich sollte man GoogleMaps zu Rate ziehen. Hier legen wir (am besten als Ausdruck) eine Linie (Pfad) zwischen zu Hause und dem Sendemast. Per Geodreieck lässt sich so der genaue geographische Winkel ausmessen.

Winkel zum Mast mit Geodreieck bestimmen

Machen wir uns also ans Werk. Den Standort der Basisstation, unsere Position und der Winkel sind nun bekannt. Im ersten Schritt bestimmen wir die optimale Position zur Montage der Antenne am Haus oder auf dem Dach. Hoch oben ist immer gut, besonders wenn man keinen Sichtkontakt zum Sendemast hat. Auch sollte darauf geachtet werden, dass nicht allzu viele Hindernisse im Weg sind. Steht zum Beispiel das Nachbarhaus direkt in Funkrichtung, sollte man mit seiner Antenne möglichst drüber oder dran vorbei zielen.

Montiert wird die LTE-Antenne jetzt am dafür vorgesehenen Ort. Schrauben Sie diese jedoch vorerst nur soweit fest, dass man diese gerade noch drehen kann. Verbinden Sie die Antenne per Kabel mit dem Router und werfen einen Blick auf die Signalwerte. Aber Achtung: Man sollte immer mindestens eine Minute warten, bis man aktiv wird, damit der Router genügend Zeit hat, die Werte zu aktualisieren.

Die Ausrichtung beginnt:

Jetzt drehen wir die Antenne 5-10° in eine Richtung. Werden die Signalwerte nach der einminütigen Wartezeit besser, dreht man wiederum 5-10° in der gleichen Richtung weiter. Verschlechtert sich die Lage, zurück in die Ausgangsstellung und dann wieder 5-10° entgegen der ersten Drehrichtung fortfahren. Dieses Spielchen führt man durch, bis die Werte besser werden. Sinken die Pegel, bewegt man sich in den letzten 5-10° in immer kleiner werden Schritten hin und her, bis das Optimum erreicht wurde. Dann die Antenne fixieren und fertig!

7.3 Horizontal Vertikal MIMO (Polarisation)

Kompakte MIMO-Antennen, wie z.B. die Novero-Dabendorf, vereinen zwei Antennenelemente in einem Gehäuse und dort ist die richtige Polarisation bereits werkseitig gegeben. Setzt man aber etwa auf zwei einzelne LogPer- oder Yagi-Antennen, muss man sich selbst um die richtige Polarisation kümmern. Sprich eine Antenne muss horizontal, die andere vertikal, also um 90° verdreht, mit einem Mindestabstand von 40 cm montiert werden! Alternativ ginge auch eine V-Form, sprich die eine Antenne +45° und die andere -45°. Das ist notwendig, damit jedes der beiden LTE-Empfangsmodule in unserem Endgerät einen guten und einen "schlechteren" Datenstrom erhält. Nur so ist gewährleistet, dass der Router die beiden Datenströme sauber trennen kann und ein gut funktionierendes MIMO dabei raus kommt.



Tipp: Selbst wenn Sichtverbindung zum Sender besteht, kann man mit der Ausrichtung der Antenne spielen, um das Optimum zu erreichen. Manche Antennen haben die Eigenart, etwas zu „schielen“ und es muss nicht unbedingt das Beste sein, die Antenne optisch genau mit ihrer Front dem Sendemast zuzuwenden. Ein leichtes Verdrehen kann noch das letzte Quäntchen an Signalqualität bringen. Viel Erfolg!


8. Was kosten Spezialantennen bzw. komplette Anlagen?

Entscheidend für die Gesamtkosten der LTE-Antennenanlage sind, wie wir gelernt haben, zunächst der benötigte Antennentyp, die Qualität, sowie Art und Länge der Kabel. Zudem müssen die konfektionierten Kabel noch mit Steckern versehen werden (gekrimpt). Das sollte möglichst einem Fachmann überlassen werden, was wiederum mit (geringen) Mehrkosten verbunden ist. Alternativ gibt es auch fertige Meterware mit Steckern. Ganz allgemein, kann man vor diesem Hintergrund eine ganz grobe Einteilung vornehmen.


Beispiel a) gute Indoor-Antenne (1 bis 5 m) mit fertigem Kabel inkl. Stecker:
Hier muss man ca. 30-60 Euro einplanen.

Beispiel b) gute MIMO-Pannelantenne, wie Novero, samt 10 m Kabel inkl. Stecker:

Diese Konfiguration ist sehr typisch und reicht im Regelfall aus. Hier sollte man komplett mit Halterung ca. 100-120 Euro einplanen. Hier bei Amazon z.B. gibt es ein komplettes Set mit Twin-Kabel.


Beispiel c) starke Spezialantenne (Yagi, LPDA etc.) + hochwertige Kabel/Stecker:
Besonders bei sehr schwierigen Empfangsbedingungen (Fernbereich > 10km, keine Sichtverbindung), bedarf es „stärkerer Geschütze“, die nicht ganz billig sind. Hier sind durchaus 130-250 Euro eine realistische Maßzahl für eine wirkungsvolle Empfangsanlage. Allein schon deshalb, weil für den MIMO-Betrieb ja zwei Antennen benötigt werden.

9. von Wunderantennen & Antennen-Quacksalbern

12 € Antenne aus China mit "38 dBi Antennengewinn"

Mittlerweile ist das Angebot für LTE-Antennen am Markt schier unüberschaubar. Neben einem halben Dutzend bekannter Marken und Herstellern, tummeln sich noch unzählige Händler und bieten vermeintliche „Wunderantennen“ zu überaus günstigen Preisen. Diese werben in der Regel mit einem extrem hohen Antennengewinn, meist weit über 18 dBi. Einzig spezielle Yagi-Antennen mit mindestens 90 Zentimetern Gesamtlänge, schaffen derartige Werte. Einige versprechen sogar bis zu 38 dBi, was natürlich absolut unmöglich ist! Wir haben so ein Exemplar mal testweise bestellt, welches auf folgendem Bild zu sehen ist.

Die Angebote stammen meist von Händlern/Firmen, welche die Ware bei Ebay, Amazon & Co. anbieten. Hier ist äußerste Vorsicht angesagt! Vielmehr wird hier versucht, unbedarfte Verbraucher mit vollkommen überzogenen dBi-Gewinnversprechen zu locken. Diese Antennen stammen meist aus Fernost und können in der Praxis nicht einmal annähernd die in Aussicht gestellten Werte erzielen. In der Regel liegen die Versprechen sogar über dem, was mit so einem Antennentyp rein physikalisch möglich ist. Nicht zuletzt, lässt die Qualität der verwendeten Teile bei fachkundiger Prüfung extrem zu wünschen übrig. Besonders unsachgemäß durchgeführte Lötstellen, machen aus der vermeintlichen Wunderantenne schnell überflüssigen und teuren Altmetallschrott. Kaufen Sie daher am besten bei seriösen Händlern oder im Einzelhandel. Mehr Infos dazu finden im nächsten Abschnitt.

10. Bezugsquellen & Tipps

Wie schon im vorangegangenen Abschnitt erwähnt, sollte man bei der Anschaffung einer LTE-Antenne nicht unbedingt auf die überzogenen Versprechen diverser Händler herein fallen. Bei den Nutzern unseres Forums, haben sich  in den letzten Jahren im Wesentlichen eine Hand voll Quellen als gute Adressen erwiesen. Die folgenden hält zudem auch unsere Redaktion für empfehlenswert.

Zum einen natürlich die führenden Elektronik-Fachmärkte „Conrad“ und „Völkner“. „Reichelt“ punktet vor allem bei Antennen-Zubehör. Zudem gibt es einige wenige fachspezifischen Shops und Hersteller im Netz. Hier zu nennen sind vor allem „Brennpunkt SRL“, WiMo sowie „FTS Hennig“ und Antennenfreak.de. Beide letztgenannten können kann auch hier bzw. hier im Forum kontaktiert werden und stehen hilfreich bei Fragen zur Seite. Zudem bieten die Betreiber auf Wunsch fix und fertig konfektionierte Gesamtpakete aus Antenne und Kabeln. Ein weiterer Vorteil: Auch Kunden aus der Dachregion, also Schweiz und Österreich, finden hier einen Ansprechpartner - sie betreiben jeweils auch länderspezifische Shops und liefern zu unseren deutschen Nachbarländern. Ebay und Amazon sind natürlich ebenfalls sehr beliebt - wer genau weiß, was er sucht, kann hier mitunter ein Schnäppchen schlagen, andernfalls bleibt der Rat zum Fachhandel.


Weitere bekannte Marken: „Wittenberg-Antennen“ haben sich ebenfalls einen Namen gemacht, sind aber nur über eben genannten Shop (Hennig) und Conrad erhältlich. Last but no least gilt „Novero Dabendorf“ mit seinen Panel-Antennen als Urgestein – damals noch unter der Firmierung „Funkwerk Dabendorf“, bot das Unternehmen eine der ersten LTE-Antennen überhaupt in Deutschland. Bis heute gehören die Panel-Antennen in den Versionen für 800 und 1800 MHz zu den meistgekauften Antennen überhaupt. Sie bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, sind äußerst einfach in der Handhabe / Installation und benötigen wenig Platz.

11. Für Bastler & Individualisten: Selber bauen statt kaufen!

Sie werkeln gerne im Hobbykeller? Dann haben wir vielleicht ein neues „Projekt“. Denn es muss nicht immer eine sündhaft teure Spezialantenne sein. Auch mit einem günstigen Selbstbau für um die 20-30 Euro, lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen. Bis zum erweiterten Nahbereich, kann die Selbstbau-Antenne, sogar bei gestörter Sichtverbindung zum Mobilfunkmast, noch mit diversen kommerziellen Produkten (z.B. LAT 22/28 von Wittenberg) mithalten.



Vater der Antenne ist übrigens „B. Ospel“. Seine ausführliche Bauanleitung zeigt Schritt für Schritt den Weg zum Endprodukt auf. Mit Maßen für den Einsatz bei 800, 1800 oder 2600 MHz. Zudem wurde der Selbstbau in einem professionellen Labor vermessen. Das Ergebnis: Es kann mit einem Gewinn von bis zu 9 dBi gerechnet werden! Mittlerweile haben sich schon über 40 Leute im Forum rückgemeldet, welche die Anleitung nutzten und waren durchweg von den Ergebnissen begeistert. Worauf warten Sie?


Häufige Fragen zum Thema


Sind für Hybridkunden spezielle Antennen nötig?

Nein. Bei Magenta Zuhause Hybrid wird der Internetzugang ja aus zwei eigentlich unabhängigen Komponenten gespeist (daher Hybrid). Auf der einen Seite der DSL-Anschluss und andererseits über Mobilfunk, genauer gesagt „LTE“. Die Optimierung des Empfangs genügt also denselben Gesetzmäßigkeiten, wie bei einer reinen LTE-Zuhause-Lösung. Zur Optimierung können Sie also alle hier vorgefundenen Informationen 1:1 übertragen. Allerdings gilt es zu beachten, dass die Telekom Hybrid standortabhängig teils auf 800 MHz und teils auf 1800 MHz betreibt. Die Kenntnis ist elementar für die Wahl des richtigen Betriebsbandes der Antenne. Es sei denn, die gewählte LTE-Antenne ist multibandfähig.



Ich lebe in einer Wohnung und kann keine externe Antenne anbringen, was nun?

Mieter sind leider oft gehandikapt, was die Anbringung externer Antennen angeht. Meist untersagt der Vermieter auch die Anbringung von SAT-Anlagen an der Hauswand. Die Installation einer längeren Yagi-Antenne scheidet daher für die meisten Mieter aus. Sofern die nächste Basisstation nicht über 5 Kilometer entfernt ist, kann zumindest am Fenster im Innenraum eine Antenne untergebracht werden. Ideal wäre natürlich mit Blick Richtung Sendemast. Empfehlenswert sind hier in erster Linie sehr schmale Modelle, die ans Fenster per Saugnapf angebracht werden. Unser Tipp: Diese „Fensterantenne“ von FTS-Hennig – eigentlich für den mobilen Einsatz konzipiert, kann das Modell zumindest in Einzelfällen Abhilfe schaffen. Und auch die Novero Dabbendorf (klick), kann zur Not in Fensternähe positioniert werden.

Kann man das Antennenkabel beliebig verlängern?

Prinzipiell ist das natürlich möglich, nur verliert man auch mit jedem Meter, den durch eine Antenne generierten „Signalgewinn“, durch die Dämpfung. Wie stark diese ausfällt, hängt von der Art und Qualität des Antennenkabels ab. Gängige Werte können Sie hier unserer Tabelle im Kabelratgeber entnehmen.

weitere Ratgeber & Hilfen

» zum LTE-Forum für weitergehende Fragen
» alles über Antennen-Stecker für LTE-Anlagen
» alles über Kabel für LTE-Antennenanlagen
» Tipps zur Empfangsverbesserung
» LTE richtig einrichten und installieren




Kontakt Impressum Presse Datenschutzerklärung
Alle Infos und Tarife auf dieser Webseite sind nach bestem Wissen und nach
sorgfältigen Recherchen entstanden. Dennoch geben wir keine Gewähr auf Richtig- und Vollständigkeit! © LTE-Anbieter.info