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Jun 24 2012

 von: Sarah_Klare

Das Auto als Büro auf vier Rädern? Ärzte die mit Hilfe eines Tablets im Krankenhaus Anamnese und Diagnose stellen? Ein intelligentes Stromnetz? Was klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman könnte bald die Zukunft der modernen Kommunikation und Informationsweiterleitung sein. Wir haben uns die Frage gestellt, vor welchen Herausforderungen das mobile Internet steht und wie es unser tägliches Leben noch weiter vernetzen kann?

Die Geschichte des Mobilfunkes

Die Grundlage für unsere heutige Diskussion wurde vor 20 Jahren gelegt. Mit der Errichtung der D-Netze wurde in Deutschland die Kommunikation über mobile Endgeräte massentauglich. GSM (Global System for Mobile Communications ) war der Standard, der erstmals sowohl Telefonie als auch die Übertragung von Daten für eine breite Masse der Bevölkerung möglich machte. Im Jahre 2006 hatte die Technologie dann endgültig ganz Deutschland erreicht. Statistisch gesehen besitzt seit diesem Zeitpunkt jeder Deutsche mindestens eine SIM-Karte. Doch nicht nur in Deutschland, GSM hat das Handy weltweit marktfähig gemacht. Von rund sechs Milliarden Mobilfunk-Nutzern weltweit, funken 4,4 Milliarden auf GSM-Basis. Auch das Handy selbst hat innerhalb der letzen 20 Jahre eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Während das Mobiltelefon 1992 ausschließlich zum telefonieren genutzt wurde und mit einer durchschnittlichen Größe von 33,4 cm noch einem tatsächlichen Telefonhörer ähnelte, dient das Gerät heute als Multifunktionsbegleiter und passt mit seinen durchschnittlichen 11,5 cm in jede Hosentasche.

 

Vom den ersten, mobilen „Telefonie-Knochen“ bis heute hat sich viel getan …

Siegeszug des mobilen Internets

Ein einschneidendes Erlebnis für den Mobilfunkmarkt war 1999 die Einführung der WAP-Technologie (Wireless Application Protocol). Damit wurde es möglich, Inhalte des Internets auf dem Handy zu empfangen. Obwohl die Inhalte komprimiert werden mussten und die Datenübertragung sehr langsam war, erfolgte damit der erste Schritt hin zur heutigen mobilen Breitbandkommunikation. 2000 wurden dann die UMTS-Frequenzen versteigert und damit wurde die 3. Generation des Mobilfunks eingeläutet. Mit UMTS, seit 2004 kommerziell nutzbar, konnten erstmals Dienste wie das Empfangen von E-Mails oder das Abrufen von Fernsehsendungen auf dem Handy genutzt werden. Lange Zeit war das Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) der Standard für die mobile Internetübertragung. Bis zum Jahre 2010, als die LTE-Frequenzen versteigert und damit ganz neue Internetanwendungen für das Mobiltelefon möglich wurden.

Das vernetze Krankenhaus

Die Möglichkeiten von LTE, dank der hohen Übertragungsgeschwindigkeit auch sehr aufwändige Anwendungen zu transferieren, eröffnen für die Technologie völlig neue Anwendungsfelder. Ein Stichwort in diesem Bereich sind sogenannte E-Health-Lösungen. Gemeint ist damit die Vernetzung von Patient, Arzt, Krankenkasse und Klinik. In Friedrichshafen wird konkret dazu das sogenannte Diabetes-Management-System GlucoTel erprobt. Über das System kann der Patient seine Zuckerwerte per Bluetooth an sein Handy schicken. Von dort aus werden die Werte automatisch in einem Online-Tagebuch gespeichert. Eine andere Möglichkeit, wie sie derzeit schon in der Charité Berlin praktiziert wird, ist der Einsatz von Tablets in Krankenhäusern. Über das Tablet haben die Ärzte die Möglichkeit, auf sämtliche gespeicherte Befunde, Röntgenbilder,etc. jederzeit von überall aus zuzugreifen. Die Informationen können somit auch dem Patienten jederzeit gebündelt übermittelt werden. Ziel des Ganzen ist es, das Gesundheitssystem effizienter zu gestalten und somit Kosten einzusparen.

Das rollende Büro

Eine weitreichende Vernetzung wird auch in der Automobilindustrie angestrebt. Mit dem mobilen Breitbandinternet ist es möglich, auch im Auto noch mehr Dienste als bisher anzubieten. Der Dienst „Connected Drive“ wird von der Telekom und BMW zur Verfügung gestellt und ermöglichen Anwendungen wie Google-Dienste oder eine erweiterte Verkehrsinfo zu nutzen, sowie einen automatischen Notruf abzusetzen. Damit der Bordcomputer eine ständige Verbindung zum Internet hat, werden verschiedene Techniken, wie HSDPA, UMTS und GRPS kombiniert. Sollte ein Signal während der Fahrt nicht mehr verfügbar sein, kann der Computer auf eine andere Übertragungstechnologie zurückgreifen.

 

Demo-Car von BWM – mehr Infos und Kommunikation im Auto der Zukunft | Bild: © lte-anbieter.info

Intelligentes Stromnetz

Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien ist gut für die Umwelt, bringt aber technologische Probleme mit sich. Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen produzieren unregelmäßig und nicht vorhersehbar Strom, abhängig von den Witterungsbedingungen. Ein Problem für das Stromnetz, denn die unregelmäßige Einspeisung kann zur Über- oder Unterauslastung des Systems führen. Die Lösung wäre ein Stromnetz das sich selber reguliert, quasi ein intelligentes Netz, auch Smart Grid genannt. Für ein solches Netz müssten überall, sowohl bei Wirtschaftsunternehmen als auch Privathaushalten Zähler installiert werden, die die produzierte und entnommene Strommenge erfassen. Über zentrale Kommunikationsboxen könnten die Daten dann ausgewertet werden. Somit könnte man die Produktion und den Verbrauch des Stromes genau aufeinander abstimmen und optimieren. Zentraler Bestandteil dieser Lösung ist eine Weiterleitung der Informationen über das IT- und Telekommunikationsnetz.

Fazit

Diese Anwendungen sind nur einige Ideen, mobiles Breitbandinternet in unser tägliches Leben zu integrieren. Momentan steht deren Entwicklung noch am Anfang und wird nur in einzelnen Pilotprojekten getestet. Eine entscheidende Prämisse aber bleibt: Zunächst einmal muss deutschlandweit LTE verfügbar sein, bevor diese und ähnliche Anwendungen wirklich flächendeckend installiert werden können. Wir dürfen gespannt sein, wie sich der Prozess der Vernetzung in den kommenden Jahren entwickeln wird.

Quelle: Deutsche Telekom, Vodafone
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