Testbericht zur Fritz!Box 6842 LTE

AVM´s zweite 4G-Router-Generation im Praxischeck


FritzBox 6842 im Test
Der populäre, deutsche Routerhersteller AVM veröffentlichte im 1. Quartal 2013 sein drittes Modell, speziell für LTE-Kunden. Also jene Zielgruppe, welche die Funktechnik als DSL-Alternative Zuhause einsetzt. Nach der FB 6840 und dem „kleinen Bruder“ FB 6810, platziert das Unternehmen mit der FritzBox 6842 LTE eine neue Version im Premiumbereich. LTE-Anbieter.info hat den Router für Sie ausführlich getestet. Wir zeigen unter anderem, wo die Vorteile, Stärken und Schwächen zu den Vorgängern liegen und wie sich die Box im Praxiseinsatz schlägt.

Lieferumfang des Geräts

Im Karton fanden wir die üblichen Beilagen vor. Eine CD-ROM mit Handbuch im PDF-Format  (oder Download hier per PDF) und eine Software für die vereinfachte Installation bzw. Bedienung. Letztere ist allerdings eher für Computereinsteiger gedacht, Profis können auf das Tool eigentlich verzichten. Ein anschauliches Faltblatt zeigt außerdem noch einmal die wichtigsten Einrichtungsschritte für Telefon und Internet. Ebenfalls mit im Lieferumfang enthalten, ist ein flaches LAN-Kabel mit 1,5 m Länge und selbstverständlich das Netzteil.

Unser erster Eindruck

Wer schon einmal einen AVM-Router besessen oder bei Freunden gesehen hat, dem wird zunächst das vollkommen a-typische Design der 6842 ins Auge stechen. Denn während fast alle FritzBox-Versionen, egal ob für DSL, VDSL oder LTE, bisher flach konzipiert waren, entschied sich AVM hier erstmals für ein senkrechtes Designkonzept. Dies hat allerdings nicht nur visuell/optische Hintergründe. Die platzsparende Bauweise erleichtert die Positionierung in Fensternähe bzw. auf einer Fensterbank. Denn dort ist der Empfang besser, als innerhalb der Wohnräume, wo die Signale noch diverse Wände oder Türen durchdringen müssen.

Auch wenn das erste Bild demnach ungewohnt sein mag – die Fritz!Box 6842 macht einen sehr edlen Eindruck. Die Vorderseite, wo alle Info-LEDs untergebracht sind, ist im AVM-spezifischen rot gehalten, während sich der Body weiß glänzend präsentiert. Das Plastegehäuse vermittelt einen recht stabilen Eindruck und sollte etwaige Stürze, z.B. vom Fensterbrett, ohne weiteres überstehen.

Technische Eckdaten

In punkto Technik, lässt der Router eigentlich keine Wünsche offen, soviel sei schon einmal vorweg genommen. Selbst anspruchsvolle Naturen sollten hier nichts vermissen. Das integrierte Tri-Band 4G-Modem, unterstützt LTE auf den Frequenzbereichen von 800 MHz, 1800 MHz und 2600 MHz. Also den Bändern 20, 3 und 7. Es genügt den Anforderungen der Gerätekategorie 3 (LTE CAT3) und kann daher mit Tarifen genutzt werden, die bis zu 100 MBit/s Downloadrate bieten (bei MIMO 2x2). Vor diesem Hintergrund eignet sich die 6842 für praktisch alle LTE-Anbieter in Deutschland. Die maximale Uploadrate beträgt im übrigen 50 MBit/s. Nähere Hintergrundinformationen zum Thema LTE-Bänder & Frequenzen haben wir hier in diesem Ratgeber für Sie zusammengefasst. Wie alle anderen LTE-Modelle von AVM, unterstützt die Box keine älteren Funkstandards, wie UMTS oder EDGE (3G, 2G). Prinzipiell ist das kein Problem, da man ja das schnelle 4G nutzen möchte. Bei einem Ausfall steht dann aber leider keine Fallback-Möglichkeit bereit. Hier kann man sich höchstens mit einem Surfstick als Notfallabsicherung wappnen. Insbesondere dann, wenn man den Internetzugang beruflich einsetzt.


Die Etablierung eines Heimnetze ist über LAN oder WLAN möglich. Ein Gigabit-LAN-Port und 3 Fast-Ethernet-Anschlüsse stehen für kabelgebundene Zwecke bereit. Dank WLAN-N, können weitere Geräte kabellos eingebunden werden mit einer internen Performance von bis zu 300 MBit/s. Zudem ist das WLAN-Modul abwärtskompatibel zu 802.11 g/b und a, welche allerdings weniger Performance versprechen. Einziger Kritikpunkt: Der WLAN-Betrieb ist nur im 2,4 GHz-Band möglich. Viele Router, einschließlich der älteren Fritz!Box 6840, bieten allerdings schon 5 GHz als Alternative – ein Bereich der einige Vorteile in punkto Stabilität verspricht.

AVM-typisch, kann eine fast minutengenaue Zeitschaltung für jeden Wochentag definiert werden, wo das WLAN funkt bzw. nicht funkt. So lässt sich nicht nur die „Strahlenbelastung“ in Zeiten reduzieren, wo sowieso keiner zuhause ist oder alle schlafen. Zudem lässt sich so obendrein noch Strom sparen. Per Maus-Klick oder dem Scannen eines QR-Codes, kann ein WLAN-Gastzugang etabliert werden, etwa für Besucher. Auf diese Weise muss man Dritten nicht sein Passwort verraten und richtet nur temporär für diesen Zweck einen Zugang ein.

Anschlussmöglichkeiten

Hier entspricht das Gerät im Wesentlichen den Möglichkeiten des Vorgängers, also der FB 6840. Nur die Aufteilung ist designbedingt etwas anders. Auf der Rückseite (vertikal) befinden sich 4 LAN-Anschlüsse, ein USB-2.0-Anschluss und 2 SMA-Ports zur Anbindung einer externen LTE-Antenne. LAN 1 repräsentiert den Gigabit-Port, alle anderen sind für bis zu 100 MBit ausgelegt. Auf der Unterseite sitzen der Netzanschluss, der Schacht für die SIM-Karte, sowie zwei FON 1 Stecker für Telefon und FAX. Einmal TAE-F und RJ11 für die DECT-Basisstation.



Installation: Simpel und schnell

Wie schon angedeutet, gestaltet sich die Inbetriebnahme äußerst problemlos. Am schnellsten klappt die Ersteinrichtung über LAN. Setzten Sie zunächst Ihre SIM-Karte des LTE-Vertrages ein und verbinden das LAN-Kabel mit Port 1 und dem PC bzw. Laptop. Anschließend die Stromversorgung sicherstellen und ca. 60 Sekunden warten. Nun starten wir den Browser und geben in der Adresszeile fritz.box ein. Nun sollte sich die Fritzbox melden, mit der Aufforderung ein Gerätepasswort zu vergeben. Anschließend befinden Sie sich in der Benutzeroberfläche, wo sämtliche Einstellungen vorgenommen werden können. Damit die Verbindung zum Internet aufgebaut werden kann, ist  noch die Angabe des Providers (z.B. Vodafone) und die Hinterlegung der SIM-Karten-PIN nötig.  Zu finden unter „Internet->Zugangsdaten“. Mit Bestätigung der Angaben, versucht die FritzBox eine Verbindung aufzubauen, was in unserem Test teils ungewöhnlich lange dauerte. Nach spätestens 5 Minuten meldet der Assistent, ob der Versuch geglückt ist. Falls ja, können Sie nun surfen oder bei Bedarf noch das WLAN einrichten. Vergeben Sie eine frei gewählte SSID (Netzwerkname), wählen die  sicherste Verschlüsselungsmethode WPA2 und tragen ein sicheres WLAN-Passwort ein. Letzteres sollte aus mindesten 15 Zeichen bestehen. Idealer Weise ein Gemisch aus Buchstaben, Zahlen und einigen Sonderzeichen, wie „[ : ) $“. Einfache Wörter eigenen sich aus Sicherheitsgründen nicht für ein sicheres WLAN-Heimnetz.

Glückliche Besitzer eines Fritz!WLAN USB-Sticks können die Konfiguration auch ohne LAN-Kabel und mit wenigen Handgriffen vornehmen. Stecken Sie dazu den Stick in den USB-Port der 6842 (Stromversorgung muss hergestellt sein). Der Stick übernimmt automatisch den Netzwerkschlüssel. Nun blickt die „Info“-LED kurz. Wenn diese dauerhaft leuchtet, entnehmen wir den Stick und stecken ihn in einen freien Port am PC oder Laptop. Fertig! Nun müsste der Computer per WLAN mit dem Router verbunden sein.

Telefonie Funktionen

Im Gegensatz zu den meisten LTE-Routern, bietet die Fritz!Box-Serie eine komfortable Telefonanlage für analoge Telefone, DECT, FAX und VOIP. Sogar HD-Telefonie, für ein extra klares Klangbild, ist möglich. Zudem wurde ein digitaler Anrufbeantworter implementiert. Die 6842 eignet sich somit ideal für Kunden der „Vodafone Zuhause LTE“-Tarife. „Call & Surf per LTE“ von der Deutschen Telekom selbstverständlich auch. Wer einen reinen Surftarif ohne Telefonie gebucht hat, kann im Übrigen einen Anschluss via externe VOIP-Anbieter (z.B. SIP) einrichten. Im Konfigurationsmenü lassen sich noch etliche Einstellungen vornehmen, wie Rufnummersperren, Rufumleitungen, ein Weckruf und vieles mehr.

Firmware & Einstellmöglichkeiten: Ein Eldorado für Einsteiger und Profis …

Nicht nur die Hardware von AVM hat zu Recht, einen exzellenten Ruf. Auch in Sachen Firmware macht kein anderer Hersteller dem Unternehmen etwas vor. Das Repertoire an nützlichen Funktionen ist schier endlos. Daher wollen wir folgend nur einige besondere Highlights für LTE-Nutzer herausgreifen. Das Backend bietet nämlich dutzende Zusatzinfos, die gerade für den 4G-Betrieb teils elementar wichtig sind. Etwa zur optimalen Ausrichtung einer Antenne, um den idealen Standort der Fritz!Box im Haus zu finden oder für die Fehleranalyse und Performance-Optimierungen.

Empfangsgüte per LTE Übersicht


Klicken Sie hierzu ins Menü „LTE-Informationen“ im linken Untermenü von „Internet“. Hier wird zunächst die Signalstärke eingeblendet. Und zwar in –XY dBm von Antenne 1 und Antenne 2. Je näher der Wert an -50 dBm, desto besser. -140 dBm repräsentiert dagegen den "worst case". Zudem wird angezeigt, welcher MIMO-Modus gerade betrieben wird. Ideal wäre MIMO 2x2. Hier im Bild exemplarisch „open loop MIMO“. Ganz unten mittig, findet sich der Hinweis zum genutzten Frequenzband (hier 800 MHz) und der Bandbreite (z.B. 10 MHz).


Noch mehr Details verstecken sich unter dem oberen Reiter „LTE“. So lassen sich für jede Antenne der RSRP, RSRQ und SNR (Signal Rauschabstand) genau ablesen. Zudem gibt AVM darunter noch Informationen zur Leistung. Zum Beispiel, wie hoch die maximale Datenrate mit den vorliegenden Empfangswerten höchstens sein könnte und der aktuell persönliche Ressourcenanteil an der Funkzelle.

Informationen zur Empfangsqualität

Für alle, die aufgrund großer Distanzen (> 5km) oder allgemein schlechter Empfangswerte noch eine externe Antenne installieren müssen, bietet die Fritz!Box ein besonderes Schmankerl – die sogenannte Ausrichthilfe. Bei jeder Positionsveränderung der Box bzw. der Antenne, kann man direkt in Echtzeit die Auswirkungen ablesen und so ganz einfach den idealen Standort bzw. Ausrichtung finden.



Empfangsleistung und Performance im Vergleich zur 6810

An dieser Stelle wollen wir zunächst die, immerhin rund 50 - 80 Euro günstigere, 6810 und 6842 gegeneinander antreten lassen. Erstere verfügt ja über keine Anschlussmöglichkeiten für externe Antennen. Beide haben aber intern, also unter dem Gehäuse, zwei einfache Antennen verbaut - daher auch das stehende Konzept. Bei der 6840 waren die Stabantennen noch sichtbar außen angebracht. Umso überraschender viel das erste Fazit aus. Während an der 6810 mangels Empfang gar keine Verbindung aufgebaut werden konnte(!), erreichten wir mit der 6842 im Büro immerhin 4 von 5 Balken bei -87 dBm, was schon recht ordentlich ist. Zwischen beiden Geräten liegen also Welten, wenn es um den Betrieb ohne Zusatzantenne geht. Der Test erfolgte übrigens mit einem Vodafone-Zuhause-Tarif, für maximal 21,6 MBit Downloadrate. 

Kostenlose Hilfs-Software

Alle wichtigen Empfangswerte und viele weitere Informationen, können Sie auch bequem mit einem kostenlosen Programm beobachten und auswerten. LTE-Anbieter.info hat mit „LTEWatch“ den Idealen Begleiter für Frit!Box-Besitzer entwickelt.


Test mit Vodafone auf LTE 800

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Auch hier verwendeten wir zunächst nur die geräteinternen Antennen. Die durchschnittliche Ping-Zeit lag bei akzeptablen 63 ms, bei oben bereits erwähnten -87 bis -85 dBm. Merkwürdiger Weise betrug die prognostizierte Leistung in Empfangsrichtung nur bei rund 8 MBit, während in Senderichtung 21 MBit geschätzt wurden. Die sonst eigentlich relativ zuverlässige Prognose erwies sich hier ausnahmsweise als ziemlich „daneben“. Im Speedtest ermittelten wir im Schnitt 8 MBit Down und 5 MBit Uploadrate. Diese Werte sollten aber wieder unter dem Aspekt betrachtet werden, dass die Messung indoor ohne Außenantenne erfolgte. Mit letzterer, lässt sich in den meisten Fällen nahezu das komplette Potenzial des Tarifes ausschöpfen. Vorausgesetzt, man wählt eine adäquate Antenne und die Empfangsbedingungen sind nicht gänzlich suboptimal. Mehr dazu hier.

Speedtest
Im Freien erzielten wir dagegen die durch den Tarif begrenzte Maximaldatenrate meist ohne Probleme. Dazu verfrachteten wir den Router ins Auto und versorgten ihn per Car-Stromadapter. Die Down- und Uploadrate wurden vom Speedtest rechts etwas überschätzt, die tarifseitige Begrenzung liegt bei 21,7 bzw. 5,7 MBit.


Test mit LTE auf LTE 1800

Speedtest
Da uns gerade keine Test-SIM von der Telekom zur Verfügung stand, wählten wir eine SIM von E-Plus. Der Provider funkt ebenfalls auf 1800 MHz. Die Telekom setzt dieses Band vor allen im städtischen Raum ein. Theoretisch lassen sich im E-Plus-Netz per 4G bis zu 72 MBit Downloadrate erzielen. Bei der Telekom sind es 100 MBit, da diese über ein etwas breiteres Frequenzspektrum im Band 3 verfügt (20 MHz, statt 10 MHz). In unserem Speedtest erzielten wir fast 50 Mbit Downloadrate und nahezu 15 MBit im Upload. Wiederum ohne Zusatzantenne und indoor. Ein Wert, der das Potenzial des Routers deutlich unterstreicht.

Was meint die übrige Presse?

Auch die Kollegen überschütteten AVM geradezu mit Auszeichnungen und Testsiegen seit dem Release. Die Fachzeitschrift „connect“ etwa, vergab 5 von 5 Punkten beim Test in der Ausgabe 03/2013. Die renomierte „c´t“ urteilte mit „sehr gut“ (11/2012).

Fazit

Für LTE-Kunden der Non-Plus-Ultra LTE-Router! Einzig die mangelnde Unterstützung von WLAN-AC und dem 5 GHz-Band, fehlen für das Prädikat „perfekt“. Wer keine Kompromisse eingehen will und die Anschaffungskosten von rund 250 € nicht scheut, ist mit der Fritz!Box 6842 ideal bedient.

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