Testbericht zu Vodafones GigaCube 4G (Z21)

Wie gut ist das Angebot und der Gigabit-LTE Router?


März 2022: Vodafone bietet mit den Gigacube-Tarifen per 4G bzw. 5G eine bequeme Möglichkeit, schnelles Internet überall verfügbar zu machen. Sei es auf Reisen innerhalb Deutschlands oder in Regionen ohne schnelles DSL. Monatlich stehen bis zu 500 GB Datenvolumen zur Verfügung, was endlich auch per LTE ausgelassene Netflix-Abende ermöglicht.

Gigacube 4G im Test (2022)

Wir haben für Sie sowohl den neusten Gigacube-Router von Ende 2021 (ZTE MF289F oder kurz Z21), als auch einen der Gigacube-Tarife selbst ausführlich getestet. Wie gut klappt die Nutzung im Alltag, wo liegen die Vorteile und ggf. Nachteile? Alles hier im großen Gigacube-Erfahrungsbericht.

1. Wofür sind die Gigacube-Tarife geeignet?

Herkömmliche Festnetz-Breitbandtechniken wie VDSL, Kabel oder Glasfaser, sind immer nur an einer spezifischen Adresse nutzbar. Zudem ist darüber längst noch nicht jedes Haus in Deutschland mit schnellem Internet > 20 MBit versorgt. Die Lösung lautet daher ganz einfach Mobilfunk!

Die Gigacube-Tarife von Vodafone sollen diese Lücke schließen und versprechen nahezu überall rasantes WLAN. Einfach nur den zugehörigen Gigacube-Router mit Strom verbinden und man surft mit bis zu 500 MBit/s im Netz. Da Sie den Router überall in Deutschland mit hinnehmen können, spricht man auch von quasi-stationären Tarifangeboten. Der Fokus liegt schon in der stationären Versorgung vor Ort – dennoch ist man flexibel beim Nutzungsort. Ideal also zur Internetversorgung beispielsweise auf Reisen (Camping), Homeoffice, Ferienwohnungen, Geschäften, Büros oder überall dort, wo es nur langsames DSL gibt.

2. Test: Bestellung und Lieferung: Wie gut klappte das?

Für unseren Testbericht bestellten wir kurzerhand den von Vodafone Ende 2021 neu eingeführten Gigacube-4G Router von der Firma ZTE inklusive dem Gigacube Flex Tarif. Im Gegensatz zu den normalen Laufzeitvarianten, berechnet Vodafone hier nur in dem Monat eine Grundgebühr, wo man ihn auch nutzt. Dafür ist das Volumen auf 50 GB beschränkt – für den Test reicht das aber. Ansonsten gibt es keine Unterschiede in Bezug auf die Laufzeitvarianten.

Am einfachsten läuft die Bestellung in jedem Fall online hier unter www.vodafone.de/gigacube. Dort winken zudem meist satte Rabatte für Neukunden.

Bestellung des Gigacubes

Wir bestellten an einem Freitag und erwarteten das Paket eigentlich vor Dienstag. Auch die Bestellbetätigung deutete rund 4 Tage Lieferfrist an. Dann die Überraschung. Schon am nächsten Tag, einem Samstag also(!), klingelte der Postbote mit dem Karton. An dieser Stelle ganz großes Lob an Vodafone. Das ist das erste Mal, zumindest bei Router-Tests, dass es so zügig geht. Nur einmal erhielten wir schon am Folgetag eine SIM für Freenet Funk.

3. Lieferumfang Gigacube 4G Z21

Das Paket enthält natürlich zum einen den Gigacube-Router Karton und andererseits einen kleinen Pappumschlag mit der SIM-Karte. Das Lieferzubehör für die Box selbst beschränkt sich auf die üblichen Beigaben. Also Netzteil, LAN-Kabel und ein kleines Schnellstart-Handbüchlein. Nichts Besonderes also.

Lieferumfang: Was ist alles dabei beim Gigacube 4G (ZTE)

4. Unser erster Eindruck und Design

Schon beim Auspacken fiel uns eine gänzlich andere Formsprache auf als bei den Vorgängern. Auch das Design macht direkt klar – Vodafone hat den Hersteller für seine Router gewechselt. Statt wie früher immer Huawei (siehe auch Punkt 5), zeichnet sich nun die Firma ZTE für den Gigacube-Router verantwortlich. War die erste Gigacube-Generation noch leicht zylinderförmig, wechselte das Aussehen beim Vorgänger – dem Gigacube CAT19 LTE – in rechteckig über. Dieser war auch deutlich größer. Statt rund 23 cm Höhe, misst die aktuelle Box nur noch 19 cm. Dafür ist sie etwas tiefer. Allgemein wirkt der neue ZTE LTE-Gigacube nun ein bisschen wie die flachgedrückte 1. Generation.

Alles in allem ist das Design natürlich Geschmacksache. Mir persönlich gefiel der Vorgänger optisch besser. Irgendwie denke ich beim Betrachten immer: „Wer hat sich auf meinen Router gesetzt und flachgequetscht?“.

Der Vorteil: Da er nur rund 6 cm breit ist, passt er gut auf jedes Fensterbrett auch neben viele Blumentöpfe …


5. Vergleich des aktuellen Gigacube 4G zum Vorgänger

Doch worin genau unterscheidet sich die neue Generation aus 2021 vom Vorgänger? Wie schon angedeutet, hat nun auch Vodafone seinen jahrelangen „Haus-und-Hof“-Lieferanten für Hardware, gewechselt und ersetzt. Die Rede ist von Huawei. An dessen Stelle trat für die LTE-Version die Firma ZTE (MF289F). Den Gigacube 5G liefert dagegen der etwas weniger bekannte Hersteller TLC (HH500V).

Etwas überraschend erscheint die Entscheidung schon, da ZTE nicht etwa taiwanesisch, sondern ebenfalls in China ansässig ist und in der „Causa Huawei“ ging es ja um Sicherheitsbedenken durch chinesische Hardware. Doch zurück zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Der alte Gigacube 4G beherrschte „nur“ LTE nach CAT19 (1.600 MBit/s), während der neue CAT20 (2.000 MBit/s) kann. Das hat in der Praxis zunächst aber keine Bewandnis, da das Vodafone-Netz über 4G ohnehin auf 500 MBit begrenzt ist.

Vorgänger Gigacube (links) versus aktuelle Version rechts

Im Alltag wichtig ist vor allem, wie gut das LTE-Modem mit schlechten Empfangsbedingungen umgeht und wieviel Frequenzbänder unterstützt werden. Der neue Gigacube LTE von 2021 kann FDD auf Band 1/3/7/8/20/28/32 sowie TDD unter Band 38. Der Huawei-Vorgänger konnte dagegen Band 1/3/7/8/20/22/28/32. In Sachen WLAN hat sich dagegen nicht viel getan. Hier gibt es jeweils WIFI 5, wobei die theoretische Brutto-Datenrate leider unbekannt ist.

Vergleich Gigacube 4G Z21 (neu) Gigacube 4G (alt)
Release Ende 2021 Q1 2019
Hersteller ZTE Huawei
Typenbezeichnung MF 289F B818-260
LTE Kategorie bis CAT 20 CAT 19
Datenrate technisch bis 2.000 MBit/s 1.600 MBit/s
WLAN-Standard WIFI 5 WIFI 5
Antennenanschluss 2 x TS-9 2 x TS-9
LAN 2 x 1 GBit/s 2 x 1 GBit/s

6. Installation und Ersteinrichtung

Die Installation bzw. erste Einrichtung des Gigacube 4G von Vodafone ist wie immer denkbar einfach. Im Prinzip dauert es keine 5 Minuten, bis selbst technisch wenig versierte Nutzer ein oder mehrere Endgeräte darüber ins Internet bringen. Nach der einmaligen Konfiguration, dauert es sogar nur Sekunden. Router mit Strom versorgen, kurz warten und los geht’s!

Gigacube-Router richtig installieren

Dennoch haben wir für alle die Hilfe benötigen, einen ausführlichen Schritt für Schritt Installationsratgeber geschrieben. Dort zeigen wir detailliert, was nötig ist für den ersten Betrieb. Sowohl die Einrichtung per Kabel (LAN), als auch kabellos (WLAN) für sämtliche Geräte von Smartphone bis Fernseher. Zudem erfahren Sie beispielsweise, wie man die SIM-Karte richtig herum einlegt und was die einzelnen LEDs auf der Vorderseite bedeuten.




7. Speedtests & Empfangsqualität:
Wie gut und schnell ist der Gigacube 4G von ZTE?

Die wohl wichtigste Frage des Tests lautet – „Wie gut ist die LTE-Empfangsqualität des Gigacube LTE der 3. Generation?“. Lohnt ggf. ein Routerwechsel, falls man einen Gigacube-Tarif mit diesem Gerät gekauft hat oder schlägt sich dieser sogar besser als teure Kontrahenten? Und was hat sich seit der ersten Gigacube-Generation getan? Genau das wollen wir folgend herausfinden.

7.1 Testablauf und Umgebung

Die Vergleichstest selbst fanden wie immer in unserem Büro in Innenstadtnähe von Leipzig statt. Hier herrschen im Vodafone-Netz – sagen wir – befriedigende Empfangsbedingungen. Nicht sehr gut, aber auch nicht sonderlich schlecht. Also wie man es in vielen Regionen Deutschlands antreffen wird. Die Gigacube-Box muss hier zeigen, wie sie mit den Bedingungen umgeht und wieviel sie Geschwindigkeit herausholen kann – und zwar im Vergleich zu 4 anderen Kontrahenten. Einmal der Gigacube 4G 1. Generation von 2016 (CAT 6), die neuste FritzBox 6850 5G (im 4G only Modus) mit CAT16 Modem, der etwas älteren FritzBox 6890 LTE (CAT6) und einem Galaxy S20 Smartphone (CAT20).

Mit jedem Gerät führten wir im Büro an immer derselben Stelle drei Speedtests durch und ermittelten dann den Mittelwert. Jeweils überliessen wir es dem Gerät selbst, welche Frequenzen genutzt werden und welche Funkzelle. Darüber hinaus wurden, wenn möglich, die Empfangsstärke per RSRP ermittelt.

Die Messung erfolgten per LAN am PC, so dass etwaige Verzerrungen über die WLAN-Verbindung auszuschließen sind. Nur im Fall des Testes am Smartphone erfolgte die Messung natürlich direkt am Gerät.

7.2 Überraschung: das sind die Ergebnisse der Speedtests

Die Ergebnisse überraschten uns teilweise schon. Einige Favoriten schlugen sich schlechter als gedacht, andere dafür besser.

Wir starteten mit dem alten Gigacube aus dem Jahr 2017. Dieser hatte zum Testzeitpunkt also fast genau 5 Jahre „auf dem Buckel“. Mit durchschnittlich 196 MBit/s im Download-Speed, schlug sich dieser aber, wie wir noch sehen werden, erstaunlich gut. Beim Upload schaffte die 1. Generation rund 44 MBit/s (Ping 26 ms). Der RSRP signalisierte mit -85 dBm „befriedigende“ Empfangsverhältnisse.




Empfangsstärke im alten Gigacube der 1. Generation



Als nächstes legten wir die Gigacube SIM-Karte in die ebenfalls schon recht alte FritzBox 6890 LTE, welche wie der alte Gigacube ebenfalls, „nur“ über ein CAT6-Modem für bis zu 300 MBit/s verfügt. Überraschender Weise schnitt die FritzBox mit nur 133 MBit im Downstream und 40,2 MBit Upload deutlich am schlechtesten ab. Auch der RSRP war mit -90 dBm im Vergleich am schlechtesten.




RSRP mit der Gigacube-SIM in der alten Fritzbox 6890 LTE


Zur Verteidigung des AVM-Rufes, konnte daher nur die ganz neue FritzBox 6850 5G Boden gut machen. Der Router beherrscht natürlich auch LTE (CAT16) bis 1 GBit/s. Da hier auch 5G von Vodafone anliegt, stellten wir die Box auf "4G only", um vergleichbar zu bleiben. Tatsächlich schaffte die modernere FritzBox deutlich höhere Geschwindigkeiten, was gemessen am Preis von fast 600 € aber auch dringend geboten ist. Beim Downstream ermittelten wir hier bei fünf Speedtests im Schnitt 257,1 MBit/s und für die Sendedatenrate 41,9 MBit/s. Der RSRP lag bei ca. -83 dBm (bester Wert im Testfeld).




RSRP mit der Gigacube-SIM in der FritzBox 6850 5G


Das einzige Handy in der Runde zum Vergleich war das Samsung S20 Ultra 5G – ebenfalls mit 4G only. Die Spezifikation erlaubt mit CAT20 sogar theoretisch im 4G-Netz 2.000 MBit/s. Damit bewaffnet, sicherte sich das S20 tatsächlich mit 272,3 MBit/s den ersten Platz. Zumindest in Sachen Downloadrate. Beim Upload hinkte das Handy mit 30,6 MBit wiederum allen hinterher.





Kommen wir zum eigentlichen Gegenstand des Testberichtes – dem neuen Gigacube 4G Z21.  Ohne groß um den Brei zu reden – dieser machte überraschender Weise eine exzellente Figur. Überraschend, da es sich um ein recht günstiges Stück Hardware handelt. Bei Ebay wurde die Box zum Testzeitpunkt für 120-130 € gehandelt. Mit durchschnittlich 248 MBit/s im Download und 38,6 MBit Up, rangiert sie nur knapp unter der mehr als viermal so teuren FritzBox 6850 5G! In einem Test erzielten wir sogar fast 270 MBit/s und somit soviel wie beim Galaxy S20. Der RSRP lag bei -87 dBm.




RSRP im neuen Gigacube ZTE MF289F


Router RSRP Ø Speedtest (Down | Up | Ping)
Gigacube I (alt) -85 dBm 196,2 MBit/s | 43,7 MBit/s | 26 ms
GigaCube Z21 (neu) -87 dBm 248,2 MBit/s | 38,4 MBit/s | 28 ms
Fritz!Box 6890 LTE -90 dBm 133,2 MBit/s | 40,1 MBit/s | 30 ms
Fritz!Box 6850 5G -93 dBm 257,1 MBit/s | 41,9 MBit/s | 30 ms
Samsung S20 Ultra -89 dBm 272,3 MBit/s | 30,6 MBit/s | 23,9ms

Fazit zum Empfangstest: Der ZTE Gigacube muss sich hinter modernen 4G-Routern keinesfalls verstecken. Exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis. Wenn jetzt noch das WLAN stimmt …


8. Test: Wie gut ist das WLAN beim Gigacube 4G?

Die schnellste LTE-Verbindung bringt jedoch nichts, wenn man die empfangene Leistung nicht auch an andere Endgeräte weitergeben kann. Von entscheidender Bedeutung ist an zweiter Stelle daher auch die WLAN-Performance. Die Frage ist daher immer auch – wie gut kommt der Router mit Hindernissen im Haus klar (z.B. tragende Wände, Decken) und wie hoch ist die theoretisch Übertragungsrate in der Praxis (netto). Die vom Hersteller angegebenen Bruttodatenraten von z.B. 2.000 MBit/s werden bekanntlich so im Alltag nicht annähernd erreicht. Daher vergleichen wir folgend auch die Stärken und Schwächen der vier Router in puncto WIFI. Wie schlägt sich hier der Gigacube 4G (Z21) im Vergleich?

8.1 Empfangsstärke im Vergleich

Bevor wir die mögliche Durchsatzrate messen, wird zunächst die Empfangsstärke an verschiedenen Messpunkten ermittelt. Diese befinden sich an jeweils bedacht ausgewählten Positionen im und um das Büro. Derart, dass sie vier typische Szenarien in einem Haushalt abdecken. Dann wird verglichen, wie hoch die Empfangsstärke der Router im Vergleich an diesen Punkten war. Tendenziell gilt – je höher der Pegel (also je niedriger(!) die Zahl, da es sich um eine negative Skala handelt), desto stabiler das Signal und auch die mögliche Leistung.

Messpunkt 1 liegt direkt im selben Zimmer 3 Meter in Sichtverbindung zum jeweiligen Router. Bei Punkt 2 sind dann 8 Meter entfernt mit einer Tür dazwischen. Messpunkt 3 befindet sich eine Etage über dem Router (Signal muss eine Decke durchdringen), während der 4. Messpunkt zusätzlich noch eine Wand in der oberen Etage überbrücken muss.

WLAN Test Messpunkt 1 Messpunkt 2 Messpunkt 3 Messpunkt 4
GigaCube 1. Generation -48 dBm -73 dBm -54 dBm -63 dBm
Gigacube 4G ZTE aktuell -42 dBm -73 dBm -51 dBm -57 dBm
Fritzbox 6890 LTE -42 dBm -72 dBm -58 dBm -64 dBm
FritzBox 6850 5G -38 dBm -65 dBm -57 dBm -58 dBm


Die Zahlen zeigen zunächst einmal nur, dass der modernste Router, die 6850 5G, offensichtlich mit den Bedingungen am Besten klarkommt. Abgesehen von Messpunkt 3, weist sie überall die besten Pegel auf. Der aktuelle Gigacube schlägt sich ebenfalls recht gut. In Sachen Reichweite, dürfte der Router also eine gute Figur und kaum Probleme auch bei größeren Häusern machen. Über die mögliche Performance sagen die Werte natürlich nichts aus. Dafür folgten nun die Durchsatztests.

8.2 WLAN-Transfertest: Wie hoch ist die maximale Datenrate + Vergleich

Im nächsten Schritt ermittelten wir die maximale Durchsatzrate. Zum Einsatz kommt dabei, wie bei allen anderen Testberichten von uns, das Profi-Tool "jperf". Damit lassen sich konkrete WIFI-Belastungstests durchführen. Moderne WLAN-Netze spielen ihre Leistung ohnehin nur aus, wenn man parallel mehrere Streams gleichzeitig beansprucht - in der Praxis wären das dann z.B. mehrere andere Endgeräte im Haushalt. Normaler Weise greifen ja stetig viele Nutzer aufs Internet zu, wie Spielkonsolen, Tablets, Handys, Fernseher und so weiter.

Mit Jperf simulieren wir 7 gleichzeitig Streams an zwei verschiedenen Messpunkten. Einmal 2 Meter entfernt in Sichtlinie zwischen Router und Antenne. Da kann der Router zeigen, was er im Optimalfall leistet. Zudem noch ein Messpunkt in 6 Metern Entfernung mit einer Wand dazwischen. Das spiegelt sozusagen die gängige Alltagssituation in der Wohnung wider. Als Messgerät fungierte ein topmoderner PC (16 Kerne, 32 GB RAM, WIN10) mit WIFI 6 WLAN-Karte. Genug also, um selbst den stärksten WLAN-Router zu stemmen.

Den vier Routern gewährten wir jeweils selbst die Wahl des besten Kanals - beliessen also die Auto-Einstellung bei. Aktiviert waren je das 2.4 und 5 GHz Band. Wir führten jeweils 3 Messreihen pro Router und Standort durch und wählten dann das beste Ergebnis.


FritzBox 6850 5G: Zunächst sei fairer Weise erwähnt, dass es sich im Testfeld um den einzigen Router mit WIFI 6 handelt. Alle anderen unterstützen nur WIFI 5. Er dient sozusagen in dem Fall als oberste Benchmark. Dementsprechend legt die FritzBox auch gut vor mit 662 MBit/s Nettodurchsatzrate bei direkter Sichtverbindung. Auf Distanz immerhin noch 440 MBit/s.

Sicht:
FritzBox 6850 5G WLAN-Test 2 m Sichtverbindung

durch Wand:
FritzBox 6850 5G WLAN-Test 6 m durch Wand


FritzBox 6890 LTE: Kommen wir zum LTE-Vorgänger der schon einige Jährchen älter ist und nur 802.11ac (WIFI 5) beherrscht. Für ihre alten Tage schlägt sich die 6890 mit 474 MBit/s (Sichtfeld) noch recht wacker. Aber auch bei der Distanzmessung gibt es mit 459 MBit/s nichts zu bemängeln.

Sicht:
FritzBox 6890 LTE WLAN-Test 2 m Sichtverbindung

durch Wand:
FritzBox 6890 LTE WLAN-Test 6 m durch Wand


Gigacube 4G 1. Generation: Die Performance des 1. Gigacubes von Huawei fällt da schon deutlich bescheidener aus. Gerade einmal 155 MBit/s konnten wir dem Gerät in der Spitze entlocken. Da uns das zu niedrig erschien, verglichen wir das nochmal mit alten Messwerten aus dem Testbericht der 2. Generation des Gigacubes. Auch damals lag die Datenrate nur im Bereich von 150-170 MBit/s - bei der Sichtverbindung wohlgemerkt. Entsprechend katastrophal fielen dann auch die Werte mit Hindernis aus. Lediglich 57 MBit/s kam hier noch an!

Sicht:
Gigacube 1. Generation WLAN-Test 2 m

durch Wand:
Gigacube 1. Generation WLAN-Test 6 m Hindernis


Gigacube 4G von ZTE: Nachdem die LTE-Tests mit dem neuen Modell so gut ausfielen, machte sich nun leider etwas Enttäuschung breit. Selbst bei direkter Sichtverbindung konnten wir der Box kaum mehr als 120 MBit/s abluchsen. So richtig konnten wir uns das kaum vorstellen und wiederholten es immer wieder, starteten alle Syste neu und so weiter. Aber es half nichts. Offensichtlich handelte es sich also nicht um einen Messfehler. Auf Distanz blieben dann noch magere 84 MBit/s übrig.

Sicht:
Gigacube 4G aktuell von ZTE im  WLAN-Test 2 m Sichtverbindung

durch Wand:
Gigacube 4G aktuell von ZTE im  WLAN-Test 6 m Wand

8.3 Fazit zur WLAN-Leistung

Eieiei - Was hat sich ZTE da gedacht. Tolles LTE-Modem, keine Frage. Aber leider trifft das nicht aufs WIFI zu! Für den Alltag sicher ausreichend, aber fernab dessen, was nötig wäre, um die maximal möglichen 500 MBit via 4G im Vodafonenetz auch an alle Geräte zu verteilen. Für die stationäre Nutzung daheim raten wir daher z.B. den PC per LAN anzuschließen. Wer mehr Power braucht, wäre dann doch besser beraten, die Gigacube-SIM in einer FritzBox zu legen ...

9. alles verwalten mit der Vodafone App

Mit der Vodafone App (Android oder iOS) haben Kunden ein nützliches, kostenloses Tool zur Hand, mit dem sich der komplette Vertrag verwalten lässt. Zudem zeigt sie das verbleibende Datenvolumen an (siehe auch 9.1) sowie die Restzeit des aktuellen Rechnungszyklus. Leider ist die Inbetriebnahme etwas schwieriger als direkt mit einem Smartphone-Tarif. Startet man nämlich die App mit einem Vodafone Handy-Tarif wie z.B. GigaMobil und angeschalteter Mobilfunkverbindung, erfolgt darüber die Authentifizierung und man ist ohne große Probleme in unter 1 Minute im Startmenü der App. Wer die Gigacube-SIM aber nicht bei jeder Nutzung ins Handy legen möchte, muss anders vorgehen. Es gibt sicher noch andere Wege, uns erschien dieser aber am einfachsten:


Die Telefonnummer finden Sie in Ihren Vodafone-Unterlagen oder unter „Mein Vodafone“. Sofern Sie noch nicht registriert sind, kann es nötig sein, noch einen Account anzulegen unter vodafone.de/meinvodafone.
Installieren Sie zunächst die „MeinVodafone“ App auf einem Handy oder Tablet Ihrer Wahl. Die Art des Internetzugangs spielt bei diesem Weg keine Rolle. Zuerst sollte das Login-Menü erscheinen wo richtiger Weise schon „Nur Mobilfunk & Gigacube“ ausgewählt ist. Klicken Sie nun untern rechts auf „SMS-Code“. Dadurch wird ein Bestätigungscode an die Rufnummer Ihres Gigacube-Tarifes geschickt (dieser hat physisch eine Rufnummer, auch wenn man nicht telefonieren kann). Gehen Sie nun ins Router-Menü. Rechts oben hinter dem Briefumschlag befindet sich der SMS-Posteingang. Dort müsste jetzt eine SMS mit der nötigen PIN hinterlegt sein. Geben Sie die PIN wie aufgefordert in der App ein – fertig!

SMS-Code für Login Vodafone App einsehen

PS: Das Einloggen in der App mit der Gigacube Rufnummer und dem Passwort klappte bei uns leider nicht. Ggf. kann dies natürlich auch ein Weg sein ...

9.1 Volumen kontrollieren per Menü oder App

Es gibt zwei Wege, das restliche Datenvolumen zu erfragen. Einmal per App (siehe oben) oder dem Vodafone-Center. Zunächst zur App: Eigentlich muss man diese nur starten. Direkt im Startmenü erscheint eine Anzeige mit dem verbliebenen Kontingent und einem Datum, bis zu dem dieses noch reichen muss.

einloggen in die MeinVodafone App beim Gigacube

Wer nicht extra eine App installieren möchte, kommt aber auch schneller und einfacher ans Ziel. Geben Sie im Browser einfach nur ein: center.vodafone.de
Dort wird die gleiche Information zum Volumenstatus angezeigt. Zudem kann hier bei Bedarf mehr Volumen nachgebucht werden.


Restvolumen übers Vodafone Center anzeigen

10. Ist Telefonie möglich?

Vodafone vertreibt den Gigacube-Router (ZTE) ja in Kombinationen mit den gleichnamigen Tarifen, die zuhause oder unterwegs überall schnelles Internet liefern. Diese sehen keine klassische Festnetz-Telefonie vor, wie man es von einem DSL- oder Kabel-Anschluss her kennt. Zwar verfügt der Router auf der Rückseite über einen entsprechenden „Phone“ Anschluss. Jedoch ist dieser in der Vodafone-Gigacube-Variante technisch deaktiviert (im Original MF289F nicht). Auch in den Router-Einstellungen kann der Telefonanschluss nicht konfiguriert werden.


kein Anschluss für Telefone möglich

Machbar sind dennoch zwei alternative Szenarien: So ist softwareseitiges VOIP erlaubt und möglich. Wenn die Internetverbindung steht, kann also mit einem beliebigen VOIP-Anbieter per App oder einem Programm via Windows telefoniert werden. Weg 2 führt über einen Dritt-Router der Telefonie unterstützt. Wie genau das geht, zeigen wir hier.

11. Existiert ein Routerzwang oder kann ich auch andere Geräte verwenden?

Offiziell gibt Vodafone in den Beschreibungen an, dass sich der Tarif nur im Gigacube-Router nutzen lässt, also eine Stromversorgung nötig ist. Zitat: „Einfach in die Steckdose stecken und sofort lossurfen.“. Daher manchmal auch der Begriff „WLAN aus der Steckdose“.

Gigacube-SIM ins Tablet einlegen

Eine Pflicht zum Betrieb im mitgelieferten Gigacube-Router gibt es aber nicht, da diese auch rechtlich nicht mehr gestattet ist. Man kann die SIM problemlos z.B. im Tablet, Stick oder anderen LTE-Routern verwenden. Wichtig ist dann aber: Die sogenannte APN muss angepasst werden. Normale Vodafone-Tarife fürs Smartphone oder Tablet nutzten die Mobilfunk-APN web.vodafone.de. Für die Gigacube-SIM muss diese aber im Endgerät auf home.vodafone.de gestellt werden, sonst funktioniert es nicht. Das folgende Bild zeigt die SIM in einer FritzBox 6850 5G ...

Gigacube-SIM in einer FritzBox 6850 5G

12. Kann ich auch reisen mit dem Gigacube?

Der Nutzungshorizont des Gigacube-Angebots sieht eine sogenannte „nomadische“ Anwendung vor. Das bedeutet, der Fokus liegt schon darin, stationär irgendwo unabhängig von DSL & Co. WLAN zu etablieren. Egal ob auf dem Campingplatz, Gartenlaube, zu Hause, bei Freunden, in der Ferienwohnung oder am Zweitwohnsitz. Der Router kann also flexibel an den Zielort transportiert werden. Dort nur einschalten und los geht’s. Das funktioniert aber leider nur innerhalb von Deutschland, da es sich sozusagen um einen National-Tarif handelt. EU-Roaming ist also nicht möglich. Für Reisen außerhalb Deutschlands empfehlen wir „my Internet 2 go“ von O2.

13. Empfangsverbesserung und idealen Standort ermitteln

Wer den Gigacube innerhalb einer Klein- oder Großstadt nutzt, braucht sich in der Regel keine großen Gedanken um die Empfangsqualität zu machen. Die Netzabdeckung beträgt dort heute praktisch 100 Prozent. Zudem sind dann meist über 100 MBit/s ohne weiteres erreichbar. Die Positionierung des Routers in Fensternähe reicht meist völlig.

Anders sieht es im ländlichen Raum aus. Dort können unterschiedliche Standorte im Haus/Wohnung schon Unterschiede von über 30-50 MBit/s ausmachen oder im schlimmsten Fall über Funktion/Nichtfunktion entscheiden.

Gigacube Router am Fensterbrett

Tendenziell gilt: Immer den Gigacube-Router am höchstmöglichen Punkt und am Fenster aufstellen. Je nach dem, mit welchem Sendemast man verbunden ist und in welcher Richtung sich dieser befindet, spielt auch die Lage eine entscheidende Rolle. Probieren Sie daher am Besten alle möglichen Standorte im Wohnbereich durch.

Ob der Positionswechsel eine Verbesserung bzw. Verschlechterung zur Folge hatte, kann über zwei Wege selbst getestet werden. Machen Sie an jedem neuen Standort zuerst zwei Speedtests, am Besten über 20-30 Minuten verteilt und bilden dann den Mittelwert. Vor allem aber das Ablesen der Empfangsparameter hilft bei der Suche. Gemeint sind insbesondere der RSRP. Dieser steht sozusagen für die Empfangsstärke-Signalstärke. Ideal wären -50 bis -65 dBm. Ab -100 dBm sind entweder starke Einbußen bei der Datenrate oder Stabilität zu erwarten.

13.1 Wie ermittle ich die Empfangsqualität im Gigacube?

Um das einzusehen, klicken Sie auf der Startseite im Routermenü rechts unter "Gerätestatus" auf "ausführliche Informationen". Daraufhin öffnet sich ein kleines Infofenster das unter "IMSI" den Punkt "Signalstärke" (RSRP) mit auflistet. Damit lässt sich die Empfangsstärke bzw. Qualität noch etwas besser einschätzen als mit den 5 Balken ganz rechts oben.


Empfangs- bzw. Signalstärke im Gigacube ermitteln


14. Welche Antenne ist ideal?

Falls die Empfangsbedingungen vor Ort zu schlecht für einen stabilen Betrieb sind oder die Datenraten dauerhaft unter 50 MBit bleiben, kann es helfen, eine Zusatzantenne anzubinden. Idealer Weise außerhalb der Wohnung bzw. des Wohnmobils. Welche Antenne am besten geeignet ist, hängt allerdings von vielen Faktoren ab - natürlich auch, was bautechnisch möglich ist. Wenn die Bedingungen vor Ort nicht ganz katastrophal sind, reicht meist schon eine einfache Multiband-Antenne wie diese hier oder diese. Bei sehr schlechter Ausgangslage (z.B. Mast weit weg), können spezielle Richtantennen viel bewirken. Etwa die oder die. Das lohnt dann aber nur bei dauerhaft stationärer Nutzung.

Antenne am Gigacube (ZTE) anschließen

Hinweis: Der Gigacube 4G (MF 289F) hat auf der Rückseite zwei Anschlüsse für externe Antennen vorgesehen. Dabei handelt es sich um sogenannte TS-9 Buchsen. Es gibt in der Mobilfunkantennentechnik auch noch den Typ SMA oder CRC9. Achten Sie also beim Kauf entweder darauf, dass schon passende TS9 Stecker an der Antenne sind oder kaufen gleich noch passende Adapter hinzu!

15. Kann ich Netflix, Disney & Co. mit den Gigacube-Tarifen streamen?

Ja sehr gut sogar! Grundvoraussetzung für die gängigen Streamingdienste ist ja nur, dass man Zugriff auf einen Internetanschluss hat, der konstant(!) wenigstens 6-10 MBit/s liefert. Für HD-Qualität wohlgemerkt. Bei 4K (Ultra-HD) müssen es, je nach Anbieter, 16-25 MBit/s. sein. Sofern man mit dem Gigacube vor Ort diese Datenrate erzielen kann, steht dem Fernsehgenuss nichts mehr im Weg. In den meisten Regionen sollte das heute ohne Probleme möglich sein. Im Schnitt sind auch außerhalb der Städte übers Vodafone-Netz 30-60 MBit/s im Alltag keine Hexerei mehr – selbst im ländlichen Raum. Nur bei sehr schwierigen Bedingungen, wie Tal-Lagen oder wenn man von Wäldern umgeben ist, kann es zu Problemen kommen. Siehe dazu auch Punkt 13+14. Der Autor selbst, hat sowohl zu Hause als auch auf Reisen schon oft den Gigacube als Basis für Netflix-Abende genutzt und bislang nie Probleme gehabt. Lediglich das Thema Datenvolumen sollte nicht ganz vergessen werden …

Fernsehen (Streamen) über den Gigacube von Vodafone

16. Was brauch ich für 5G?

Alle Gigacube-Tarife sind von Haus aus schon 5G-fähig. Sie müssen also keine Zusatzoption oder so buchen. Nötig sind vor Ort lediglich Netzausbau (klar) und ein kompatibles Endgerät. Das muss nicht unbedingt der Gigacube 5G sein. Möglich wäre auch der Einsatz eines anderen Routers, wie die FritzBox 6850 5G oder ein Tablet wie das Samsung Tab S8 mit 5G.

17. Unser Fazit zum Testgerät und den Tarifen

Die Gigacube-Tarife von Vodafone bieten eine exzellente Möglichkeit, überall unkompliziert schnelles Internet per WLAN zu etablieren. Der neue Gigacube-Router punktet dabei mit einem exzellenten LTE-Modul, dass es mit modernen, teureren Modellen problemlos aufnehmen kann. Wenige überzeugte im Test leider die WLAN-Performance. Für den Alltag ist diese sicher ausreichend. Aber wer über die Gigacube-Angebote seinen regulären Anschluss zu Hause speist, sollte ggf. über einen anderen Router mit mehr WLAN-Power nachdenken, einen anderen Router dahinter schalten oder am besten gleich auf eine FritzBox setzen. Ansonsten können Tarif und Router durchaus im Alltag als Alternative zu festnetzgebundenen Zugängen überzeugen! Ich selbst habe den Gigacube schon mehrfach auf Reisen genutzt und er hat mich nie im Stich gelassen!

Weiterführendes

» Ratgeber LTE für Zuhause
» LTE Speedtest durchführen
» ausführlicher Installationsratgeber zum Gigacube
» alle alten und neuen Gigacube-Router Versionen im Überblick
» Was ist Gigacube Flex ohne Vertrag?

Bilder: © LTE-Anbieter.info


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