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Aug 07 2018

 von: A. R.

Bei 5G scheint sich ein bereits durch LTE altbekanntes Problem zu wiederholen. Die hiesigen Netzbetreiber wollen den fünften Mobilfunkstandard zunächst nur für ihre eigenen Produkte nutzen, reine Provider bleiben außen vor. Der Branchenverband MVNO Europe und Anbieter wie 1&1, Aldi Talk und Freenet sind empört und wollen die Telekommunikationsanbieter zum Umdenken drängen.

5G soll Netzbetreiber-exklusive Dienstleistung werden

In Deutschland dauerte es geraume Zeit, bis die Netzbetreiber ihren LTE-Zugang auch fremden Discounter-Marken zur Verfügung stellten. Die Deutsche Telekom lenkte sogar erst Anfang 2018 mit Edeka Smart ein. Als vorbildlich ist hingegen Telefónica zu bezeichnen, der Netzbetreiber unterstützt eine Vielzahl von Prepaid- und Vertragsanbietern. Neuer Mobilfunkstandard, gleiches Spiel? In der Tat drohen sich die Ereignisse der 4G-Generation in naher Zukunft zu wiederholen. Weder die Deutsche Telekom, noch Vodafone oder Telefónica wollen ihr 5G-Netz öffnen. Somit würde sich erneut eine Zweiklassengesellschaft beim Mobilfunk etablieren. Doch bevor es soweit kommt, steuern der Branchenverband Mobile Network Operator Europa, kurz MVNO Europe und die Provider dagegen. Es ist Zeit zum Handeln, schließlich soll über die Vergabebedingungen bereits am 24. September 2018 beraten werden.

Statements des Zusammenschlusses und der Anbieter

Eine Stellungsnahme der Vereinigung behandelt die bevorstehende Frequenzauktion. Es ist ein Aufruf der MVNO an die Bundesnetzagentur dafür zu sorgen, dass sich die Teilnehmer des 5G-Vergabeverfahrens formell verpflichten, einen fairen Netzzugang für Großkunden anzubieten. An Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer wird ebenfalls appelliert.

 

Es gibt die Befürchtung, dass die Netzbetreiber und der Politiker während des vergangenen Mobilfunkgipfels am 12. Juli ein Abkommen eingingen, welches die Telekommunikationsanbieter ohne eigenem Netz benachteiligt. Der Deal würde die Mobilfunker zum Tilgen der weißen LTE-Flecken verpflichten, im Gegenzug müssten diese nicht ihr 5G-Netz öffnen. Provider wie 1&1, Aldi Talk und Freenet schrieben deshalb gemeinsam einen Brief an Scheuer. Es wird ermahnt, dass sich Deutschland nicht auf das Oligopol von der Telekom, Vodafone und Telefónica verlassen soll. Es sei zudem ein Verstoß gegen den Koalitionsvertrag. Dieser sieht eine lückenlose Versorgung vor, auch im ländlichen Raum.


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Eine Meinung zu “Betreiber wollen 5G-Exklusivrecht, Provider wenden sich an Bundesverkehrsminister”

  1. Interessierter sagt:

    Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass LTE (4G) einst mit der Motivation ins Leben gerufen wurde, dass damit Regionen mit fehlender oder mangelhafter DSL-Abdeckung versorgt werden sollten und sich heute die Realität stellt, dann wird einem schnell klar, dass die Netzbetreiber genau das getan haben, was sie nicht tun sollten. Sie haben vor allem Ballungsgebiete, also Regionen mit eh schon guter DSL- oder Breitbandversorgung zusätzlich mit LTE versorgt und die unterversorgten DSL-Regionen auch mit LTE unterversorgt. Jetzt wird sogar damit arguementiert, man könne dort nicht wirtschaftlich tragfähig arbeiten. Wie schräg ist das denn?

    Jeder Unternehmer hat gute und schlechter laufende Projekte, daraus ergibt sich eine Mischkalkulation. Aber die Netzbetreiber wollen sich auf dem Rücken der Menschen nur die Rosinen* heraus picken und den Rest unter den Tisch fallen lassen. Wenn man ihnen diese Freiheit auch beim 5G wieder lässt, dann gute Nacht.

    Rosinen: Wenn ich mit dem Handy via Telekom nach Österreich telefoniere, dann zahle ich 1,99 EUR pro Minute obwohl dieser Anruf ab dem nächsten Knotenpunkt übers DSL-Netz geroutet wird. Wenn ich per VoIP nach Österreich telefoniere, dann zahle ich pro Minute 0,003 EUR. Mein VoIP-Anbieter verdient daran aber auch noch. Ich gehe also davon aus, dass die Telekom Kosten in Höhe von unter 0,003 EUR pro Minute hat und an meinem Anruf übers Telekom-Netz satte 1,987 EUR verdient. Das ist das 663-fache der tatsächlichen Kosten. Und das soll nicht wirtschaftlich tragbar sein? Soviel zur Glaubwürdigkeit dieser Argumentation.

Alle Rechte am vorliegenden Text bleiben vorbehalten.


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