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Nov 04 2014

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

Freie Frequenzen für den Mobilfunk sind ein sehr rares Gut und damit auch eine äußerst wertvolle Ressource. Nokia hat in einem neuen Whitepaper Möglichkeiten für den LTE-Funk in Bereichen bei 5 GHz erörtert, die bisher ungenutzt sind. Hier eröffnet sich möglicher Weise ein großes Potenzial für zukünftige städtische Funknetze.

 

LTE ist weltweit mittlerweile ein Erfolgsmodell für schnelle mobile Datendienste und auch bald schon für Sprache (VoLTE). Mittlereile nutzen über 300 Mio. Mobilfunkkunden die Vorzüge von 4G/LTE. Mit dem verbesserten LTE-Advanced sind (bald) Datenraten von 300 MBit oder mehr möglich. Doch überall auf der Welt ist das Nutzspektrum knapp und neue Kapazitäten für den wachsenden Datenhunger unerlässlich. Nokia sieht eine nutzbare Lücke (License Assisted Access, kurz LAA) im Spektrum bei 5 GHz. Diese könnte auf Basis von Spezifikationen des 3GPP Release 13 bald vielleicht schon erschlossen werden. Damit könnten Mobilfunkprovider besonders in urbanen Hotspots mehr Kapazitäten zur Verfügung stellen – zusätzlich zum Funk über lizensierte Bänder. Und das ohne teure Lizenzgebühren. Ideal wäre der Einsatz auch im indoor-Bereich, etwa in Firmengebäuden. Als stand alone Version ist das Konzept also nicht ausgelegt, eher als zusätzliches Kapazitäts-Backup.

5 GHz
LTE unlicensed Einsatzmöglichkeiten

Am interessantesten sei laut Nokia das Band um 5 GHz. Einigen wird bekannt sein, dass dort vor allem WLAN betrieben wird. Der neue WLAN-AC-Standard funkt z.B. explizit bei 5 GHz, während 802.11n optional auf 2.4 und/oder 5 GHz eingesetzt werden kann. Dennoch klaffen im Band recht deutliche Lücken, die noch ungenutzt sind. In Europa und Japan z.B. zwischen 5350 und 5470 MHz, sowie bei 5725 bis 5850 MHz. Eine Ressource von satten 455 MHz, wenn man sie zusammenfasst. Zum Vergleich: Bei der LTE-Auktion 2010 gingen keine 250 MHz für 4.4 Mrd. Euro „über die Ladentheke“. Dank Carrier Aggregation (ab Rel. 10) können mehrere Bänder ohne weiteres zusammengefasst werden, also auch im Bereich von 5 GHz. Für die Nutzer bedeutet das perspektivisch höhere Datenraten und zuverlässigere Services. Ein weiterer Vorteil von LAA: Das bestehende LTE-Kernnetz kann ohne teure Hardware-Upgrades weitergenutzt werden. Zur Umrüstung bedarf es also vor allem eines Softwareupdates in den Stationen und neuer Antennen.

Voraussetzungen

Selbstverständlich müssten die Netzprovider aber einige Vorkehrungen treffen, da auch unlizenzierte Spektren nicht frei von Regulatorien sind. So müsste zum einen sichergestellt werden, dass Radarfunk nicht gestört wird und ggf. andere Dienste. Falls bestimmte Kanäle belegt sind, wäre also ein direkter Einsatz nicht immer sofort möglich (listen before talk). Nokia zufolge belegen Studien, dass die LTE-Technik die regulatorischen Bedingungen mit sich bringt, um zusätzlich in nichtregulierten Bändern betrieben zu werden. Und zwar in störungsfreier Koexistenz von anderen LTE-Systemen und Funktechniken, wie WLAN, welches ja in eng benachbarten Bändern eingesetzt wird.

Roadmap

Bereits Mitte dieses Jahres, veranstaltete 3GPP einen Workshop zum Thema „LTE unlicensed“. Daran schloss sich eine Studie an, die bis zum Juni nächsten Jahres andauern wird. Die daraus gewonnen Erkenntnisse sollen dann in die finalen Spezifikationen einfließen. Mit einer endgültigen Spezifikation wird bis Mitte 2016 gerechnet, so dass der Praxiseinsatz wohl mindestens noch 2 Jahre auf sich warten lassen wird.

Wissenswertes zum Thema:

» alles über LTE-Unlicensed erfahren
» ganzes Nokia-Whitepaper zum Thema (engl.)

Quelle und Bild: Nokia Whitepaper

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