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Jan 25 2022

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

Bisher galt in der Branche immer: Mobilfunkunternehmen die neue Funklizenzen ergattern wollen, müssen diese im Zuge einer Auktion ersteigern. Im Zuge dessen investierten Vodafone, O2 und die Telekom in den vergangenen Jahrzenten zig Milliarden. Doch diesmal könnte alles ganz anders laufen…

 

Auktion für neue Frequenzen

Speziell abgegrenzte Frequenzbereiche im Funkspektrum sind sozusagen die digitalen Datenautobahnen, auf denen Vodafone & Co. die Sprache und Daten für Ihre Mobilfunkkunden transportieren. Diese sind jedoch sehr rar und damit heiß begehrt. Vereinfacht gesagt gilt: Je mehr Frequenzbandbreite ein Anbieter nutzen kann, desto schnelleres Internet ist möglich. Mit speziellen Bereichen um die 800 MHz lässt sich zudem die Abdeckung in ländlichen Regionen kostengünstig stark verbessern. Kein Wunder also, dass es bei den Versteigerungen oft zu harten Bieterkämpfen kommt, welche dann Milliarden schwere Löscher in die Kasse reisen. Geld was dann beim Ausbau fehlt.

2024/2025 keine neue Auktion?

In 2-3 Jahren könnte nun alles erstmals anders kommen. Denn Jochen Homann, der scheidende Chef der Bundesnetzagentur, hat eine Kehrtwende angekündigt. Zumindest für die kommende Vergabe. Stattdessen sollten die betreffenden Frequenzbereiche „kurzfristig und bedingt“ verlängert werden. Will heißen: Die Anbieter können die Bänder weiter nutzen ohne neu zu bezahlen – dafür gibt es Auflagen um den Ausbau zu beschleunigen.

Gründe für den Verzicht auf die Auktion

Der Schritt hat nach hat gleich mehrere Gründe. Betroffen wären einige Nutzungsrechte in den Bereichen 1800 und 2600 MHz. Besonders aber beim wichtigen Band um 800 MHz. Das eignet sich wie schon erwähnt ideal, um LTE auf dem ländlichen Raum in die Fläche zu bringen. Das wird schon seit 2010 so gemacht, mit mehr Frequenzbreite ließe sich aber zusätzlich die mögliche Geschwindigkeit erhöhen. Vor allem aber: 2026 laufen hier ebenfalls Nutzungslizenzen aus. Ohne diese wäre die Versorgung im ländlichen Raum sogar gefährdet.

 

Der gewichtigste Grund ist aber: Es gibt mit 1&1 nunmehr vier Bieter. Aber die zur Disposition stehenden Frequenzen bei 800 MHz ließen sich nur auf drei richtig aufteilen! Daher fürchte man einen ruinösen Bieterwettbewerb. Wie das aussieht zeigt das Jahr 2000, als die UMTS-Lizenzen versteigert wurden. Im Zuge der Dot-KOM Blasse dachten alle es wartet ein Goldregen, wenn man nur die neuen „schnellen“ Funklizenzen besitzt. So kamen zum Schluss rund 50 Mrd. Euro zusammen. Geld, was dann Jahre für den eigentlichen Ausbau fehlte. Daher wolle man diesmal erstmals einen anderen Weg gehen und die Lizenzen gegen Auflagen verlängern.

1&1 schäumt

Während es Beifall für den Vorschlag von Vodafone, Telekom und O2 gibt, sieht man die Sache bei 1&1 naturgemäß ganz anders. Schließlich würde das Unternehmen so um die Chance beraubt, sich weiter als Mobilfunker zu etablieren. Von daher dürfte mit Sicherheit noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Das 1&1 sich juristisch wehrt, ist wohl zu erwarten. Auch könnte die Angelegenheit noch ein Politikum werden, da im Bundesnetzagentur-Beitrat Bundestagsabgeordnete und Vertreter des Bundesrats sitzen. Die FDP positioniert sich schon pro Auktion, die SPD dagegen…

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