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Jan 13 2016

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

Vorgestern hat die Deutsche Telekom überraschend Voice over LTE (VoLTE) gestartet. Bei Vodafone und O2 gibt’s die Zukunft der mobilen Telefonie schon seit fast einem Jahr. Doch kaum einer weis richtig, welche Voraussetzungen gelten, um von dem Service überhaupt zu profitieren. Ganz ohne Hürden, gestaltet sich die Nutzung leider noch nicht. Wir zeigen, wer was benötigt, was funktioniert und was nicht.

 

Probleme zur Nutzung von VoLTE
Vorzüge von VoLTE

Auch wenn wir schon öfters die Vorteile beleuchtet haben, hier noch einmal die Kurzfassung. Mobiltelefonie funktioniert bisher fast ausschließlich noch über die 4G-Vorgängerstandards. Erst VoLTE bietet echte, IP-basierte LTE-Telefonie. Dadurch muss eine bestehende LTE-Datenverbindung bei der Annahme eines Anrufes nicht mehr vom Handy auf 3G oder niedriger umgestellt werden. Der Rufaufbau verkürzt sich enorm auf ca. 1-3 Sekunden und der Akku hält weit länger im Vergleich zu herkömmlichen Gesprächen. Vor allem steigt aber die Sprachqualität enorm.

Hürde 1) Das Smartphone

Viele Modelle, die seit 2015 auf den Markt gekommen sind, unterstützen hardwareseitig schon Voice over LTE – leider aber bei weitem noch nicht alle. Ob, erfährt der Kunde zudem manchmal gar nicht, da die Datenblätter oft keine Auskunft geben. Ein Indiz ist dann der verbaute Smartphoneprozessor. Bei Qualcomm (in den vielen Android-Geräten) sind das die meisten Modelle Generationen der 4xx, 6xx und 8xx. Welche genau, zeigt hier in unserem Snapdragon-Spezial die Übersichtstabelle. Apple unterstützt VoLTE seit der iPhone Generation 6. Samsung-Fans kommen ab dem Galaxy 3 in den Genuss der neuen Mobilfunktechnik. Bis spätestens 2017 sollte der Kompatibilitätsfaktor allerdings langsam in den Hintergrund rücken. Vodafone gab z.B. gestern in einer Pressemeldung bekannt, dass sich noch 2016 „ … die Anzahl vervielfachen wird.“ Aktuell biete das Unternehmen rund 20 kompatible Modelle.

Hürde 2) Das Branding

Ein passendes Smartphone reicht aber leider nicht. Hier liegt aktuell wohl einer der ärgerlichsten Stolptersteine für Kunden. Denn das Modell darf nicht über den Handel erworben worden sein, sondern direkt beim Mobilfunkanbieter. Anders ausgedrückt – nur gebrandete Smartphones erhalten momentan anbieterübergreifend Zugriff auf Voice over LTE. Zum Beispiel im Zuge eines Neuvertrages bei der Telekom, Vodafone oder O2. Dies bestätigte uns auch ein Pressesprecher der Telekom: „Branding-freie Smartphones im freien Handel haben und bekommen ein solches VoLTE-Update vorerst nicht.“. Der Satz enthält aber erfreulicher Weise noch einen Freiheitsgrad – „vorerst nicht“ lässt hoffen, dass dies in Zukunft noch folgen könnte.

 

Der Grund für diese Einschränkung ist allerdings weniger ein marketingtaktischer, sondern eher technischer Natur. Die Provider müssen ein spezielles Update für jedes Modell „einspielen“. Daher dauert auch die Umstellung so lange. Bei der Telekom werden, wie wir berichteten, seit Anfang der Woche ca. 10 Modelle unterstützt. Mehr sollen im Laufe des Jahres folgen.

Hürde 3) VoLTE nur netzintern möglich

Ärgerlich ist zudem, dass die Stärken von VoLTE erstmal nur greifen, wenn beide Gesprächspartner im selben Netz unterwegs sind. Also z.B. Herr A mit MagentaMobil-Vertrag am Smartphone, ruft Herrn B zu Hause an, der einen Telekom IP-Festnetzanschluss besitzt. Oder beide telefonieren mobil mit LTE-Smartphone-Vertrag von der Telekom. Auch dies wurde uns von Herrn Wende, der Pressestelle der Telekom, bestätigt. Zitat: „VoLTE bei der Telekom funktioniert nur im Telekom Mobilfunknetz sowie ins Telekom IP Festnetz, nicht aber Netzbetreiber übergreifend.“. Auch „ … VoLTE beim Wettbewerb funktioniert nur netzintern.“, fügte er ergänzend hinzu.

Fazit: Gut Ding will …

LTE als Datennetzdienst hat auch gut 3 Jahre gebraucht, um sich in Deutschland zu etablieren. Statt preislicher Hürden, stehen aber nun eher (netz-)technische Probleme im Weg. Dennoch sollte sich VoLTE unserer Meinung nach spätestens im 2. Jahr, also 2017, langsam als neuer Telefoniestandard im Mobilfunknetz etabliert haben. Migrationen in der Größenordnung sind nie von heut auf morgen stemmbar. Noch werden die Vorteile für den Verbraucher seitens der Unternehmen zu wenig kommuniziert. Dabei läutet Voice over LTE zweifelsohne ein Paradigmenwechsel in der Mobiltelefonie ein, auch wenn die meisten Verbraucher davon noch nichts wissen.

 

» alles über VoLTE erfahren
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Eine Meinung zu “Voice over LTE: Was Interessenten jetzt wissen sollten”

  1. Alex Jacubowsky sagt:

    Weitere Einschränkungen bei der Telekom: Kein VoLTE wenn Twincard, Family Option, @Home Festnetznummer, alter Vertrag, und noch einige andere.
    Schade!

Alle Rechte am vorliegenden Text bleiben vorbehalten.


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