VoLTE: Voice over LTE

Alles über „echte“ Telefonie via 4G Mobilfunknetze


Voice over LTE
Die LTE-Mobilfunktechnik (4G) ermöglichst seit nunmehr 9 Jahren turbo-schnelles Internet auch für unterwegs. 4G kam Anfangs aber vorwiegend zur Datenübertragung zum Einsatz. Sprache wurde dagegen, auch gut 5 Jahre nach der Einführung, noch über das alte 3G oder 2G abgewickelt. Erst seit 2021 ist 4G-Telefonie Standard für nahezu alle Nutzer - doch dazu später mehr.

Voice-over-IP over LTE“, kurz VoLTE, verspricht enorme Verbesserungen für Verbraucher und Provider gleichermaßen. Im folgenden Themenspezial erfahren Sie, worin diese liegen, welche Vorteile das Verfahren aufweist und warum heute jeder VoLTE nutzen sollte! Zudem erfahren Sie, ob Ihr Anbieter schon VoLTE bietet und was Sie benötigen.


Voice over LTE revolutioniert das Telefonieren

1. Was ist VoLTE?

Wer vor 2018 zum Smartphone griff, landete bei einem Telefonat fast immer zwangsläufig in „uralten“ Mobilfunkstandards, wie GSM (2G) oder UMTS (3G). Diese funktionier(t)en rein leitungsverbunden und übertragen die Sprache noch auf physikalisch bzw. virtuellen Kanälen. Mit VoLTE hingegen, wird die Sprachübertragung komplett digital im LTE-Netz abgewickelt. Und zwar in Form von Datenpaketen auf Basis des IP-Protokolls.

Definition: VoLTE ist ein offiziell von der GSMA verabschiedeter Standard, der Sprachdienste über LTE-Netzwerke realisiert. Und zwar ausschließlich IP-paketorientiert und basierend auf dem sogenannten IP Multimedia Subsystem, kurz IMS. Definiert im Protokoll PRD IR.92 [Info]. Roaming für VoLTE ist dagegen definiert in den Richtlinien PRD IR.88.

Das birgt erhebliche Vorteile, wie wir folgend noch zeigen werden. Leider erwies sich aber die Implementierung für die Mobilfunkanbieter lange Zeit als relativ schwierig. Warum das so ist, erklären wir später in diesem Spezial. Zunächst wollen wir uns die zahlreichen Pluspunkte näher ansehen.

2. Vorteile von VoLTE

Voice over LTE revolutionierte das mobile Telefonieren ähnlich positiv, wie es LTE beim mobilen Internet bereits lange zuvor geschafft hat. Schließlich surft man per 4G auch unterwegs mit 100, 150 oder sogar 500 MBit/s. VoLTE eröffnet eine ganze Reihe von Vorteilen – und zwar für die Endkunden und die Mobilfunkprovider!

Vorteile von Voice over LTE

2.1 Vorteile für die Nutzer:


  • 1) VoLTE bietet höhere Sprachqualität
    Der wohl zunächst interessanteste Aspekt ist die verbesserte Sprachqualität gegenüber 2G/3G oder OTT VOIP, wie z.B. Skype. VoLTE bietet von Haus aus „HD-Telefonie“, so dass Sprache noch natürlicher und klarer klingt. Genutzt werden dabei moderne AMR-WB Codecs [Adaptive Multirate Wideband] mit 12,65 oder 23,85 Kbit/s. Außerdem priorisieren die Mobilfunkanbieter die Daten-IP Pakete per QoS für möglichst niedrige Latenzen und höchste Zuverlässigkeit.

  • 2) VoLTE senkt den Stromverbrauch
    Nicht nur die Ohren profitieren von der neuen Technik. Auch der Smartphone-Akku hält deutlich länger. Im Vergleich zu Telefonaten über gängige VOIP-Dienste, sinkt der Energiebedarf um ca. 40 Prozent bei sonst gleicher Qualität![1] Aber auch gegenüber 3G- oder 2G-basierten Telefonaten reduziert sich der Energiebedarf erheblich. Dieser Effekt ist allerdings maßgeblich abhängig von der Effizienz des verbauten Chipsatzes im Gerät.

  • 3) Enorm beschleunigter Verbindungsaufbau
    Wer telefonieren mit VoLTE nicht gewohnt ist, wird zu Beginn wahrscheinlich als erstes über den extrem schnellen Rufaufbau staunen. Bisher konnte man bekanntlich gut und gerne eine Tasse Kaffee nachschenken, bis es beim Gegenüber klingelte. Mit VoLTE dauert dieser Vorgang zwischen 1 und 2 Sekunden! Wählen, Klicken, Sprechen!


2,2 Vorteile für die Provider:
Nicht nur für den Verbraucher birgt das Verfahren Vorzüge. Auch die Mobilfunkanbieter sind gut beraten VoLTE zu nutzen. Das Optimierungspotenzial kommt letztendlich aber auch teils wieder beim Endkunden an. Etwa in Form von entlasteten Netzen.

  • a) VoLTE bietet bessere Spektraleffizienz
    Das klingt zunächst etwas kompliziert, bedeutet aber im Prinzip nur: Der Provider benötigt bei Voice over LTE weniger Frequenzbandbreite als bei 2G oder 3G-Telefonaten. Theoretisch stände also, bei einer vollständigen Umstellung auf VoLTE und gleichem Gesprächsaufkommen, mehr Kapazität für mobile Datendienste zur Verfügung. In Zahlen bedeutet das folgendes: Ein Anbieter kann mit gleicher Frequenzbasis und identischen Kosten doppelt so viele Anrufe abwickeln, wie über 3G. Im Vergleich zur modernsten GSM-Technik sogar um Faktor 6. Samsung geht noch weiter: Analysen des Konzerns zufolge, könnten 15 Mal mehr Nutzer pro Mega-Hertz mit LTE als mit GSM (EFR) abgewickelt werden. Verglichen mit HSPA/3G Zweimal so viel.[2]

    Und selbst im Vergleich zu OTT-Voip punktet VoLTE deutlich mit einem geringeren Traffic-Aufkommen. Bei ungefähr gleicher Qualität, generiert ein Voip-Telefonat ein Datenaufkommen von ca. 45-50 Kbit/s. Demgegenüber steht VoLTE mit ca. 13-25 Kbit/s.

  • b) einfache Implementierung von RCS
    Vodafone & Co. haben mit VoLTE eine vergleichsweise einfache, technologische Grundlage zur Implementation von sogenannten „Rich Media Services“ – also zusätzlicher Kunden-Mehrwertdienste. Etwa für Videotelefonie, Instant Messanging und so weiter.

  • c) Mehrwert für Kunden
    Auch unter dem Aspekt der Kundenbindung kann die Technik betrachtet werden. Oben wurden bereits die Vorteile genannt, welche vom Nutzer zwangsläufig wahrgenommen und honoriert werden. Zumindest, falls alles reibungslos funktioniert.  Dank QoS und bester Sprachqualität, erhält der User dann eine einfache, stabile und zuverlässige Alternative zu OTT-VOIP. Letzteres belastet ohnehin die Netze unnötig, da der Volumenverbrauch, wie unter a) angedeutet, deutlich höher ist.

  • d) beschleunigt die Evolution von LTE allgemein
    Langfristig könnten die Provider nicht mehr benötigte Bänder, die bisher für 3G bzw. 2G genutzt wurden, für LTE umstellen. In den 4G-Datennetzen würde so zusätzliche Bandbreite ohne Mehrkosten bereitstehen. Dafür wäre aber selbstverständlich zuerst eine vollständige Migration nötig oder es werden nur Teilspektren genutzt.


3. Anbieter für VoLTE - wer bietet schon Voice over LTE an?

Den Anfang machten 2015 zunächst die Netzprovider selbst, also Vodafone (Start 16.03.2015), Dt. Telekom und O2 (Start 16.4.2015). Zunächst war der Dienst aber vor allem deren Vertragskunden vorbehalten. Im März 2018 öffnete O2 aber bald VoLTE für alle - auch Prepaidnutzer.

Mitte 2021 boten nahezu alle Mobilfunkanbieter ihren Kunden echte 4G-Telefonie an. VoLTE hat sich also schon als Standard etabliert...


Im August 2021 recherchierten wir, welche Anbieter VoLTE aktuell im Angebot haben. Die bessere Frage wäre aber, welcher Anbieter hat es nicht! Denn der überwiegende Teil lässt seine Kunden mit 4G telefonieren, was auch gute Gründe hat, wie wir unter 3.1 sehen werden. Die folgende Tabelle fasst noch einmal alle VoLTE-Anbieter zusammen:

LTE-Anbieter LTE VoLTE WLAN-Call
Dt. Telekom ja ja ja
Vodafone ja ja ja
O2 Telefónica ja ja ja
Callya (VF) ja ja nein
Otelo ja nein nein
SIMon ja ja nein
Aldi Talk ja ja ja
sim.de ja ja ja
winsim.de ja ja ja
maxxim ja ja ja
simply ja ja ja
Blau.de ja ja ja
Freenet Flex ja ja ja
Freenet Funk ja ja ja
Fraenk ja ja ja
Ay yildiz ja ja ja
congstar ja ja ja
congstar Prepaid ja nein nein
1und1 (via O2) ja ja ja
1und1 via VF (alt) ja ja nein
Lidl Connect ja ja nein
DeutschlandSIM ja ja ja
Fonic ja ja ja
Klarmobile ja ja ja
ja!mobil ja ja ja
Tchibo Mobil ja ja ja
smartmobil ja ja ja
Edeka Mobil ja ja ja
Nettokom ja ja ja
Norma Connect ja ja ja
Bildconnect ja ja ja
Whatsappsim ja ja ja
Fyve ja ja nein
Netzclub ja ja ja
Kaufland Mobil ja nein nein
Yourfone ja ja ja

Demnach sind die einzigen Nachzügler noch Kaufland, congstar (Prepaid) und Otelo. Ähnlich sieht es bei der WLAN-Telefonie aus. Bald aber schon dürften zumindest bei der VoLTE-Spalte überall grüne Häkchen zu finden sein, da...

Fazit: Egal ob Prepaid oder Vertrag, teuer oder billig. VoLTE gibts heute praktisch überall ohne Aufpreis!


3.1 Hintergrund 3G-Abschaltung

Im Juni 2021 haben Vodafone und die Dt. Telekom bundesweit die letzten 3G-Stationen abgeschaltet. UMTS/HSDPA ist also seither Geschichte. O2 folgt dem Beispiel noch bis Jahresende. Die freiwerdenden Ressourcen wollen die Netzprovider für das modernere 4G und 5G nutzen.

Das 3G-Aus hat aber weitreichende Konsequenzen. Nicht nur, dass alle die bisher kein 4G-fähiges Smartphone hatten spätestens jetzt umsteigen müssen. Zumindest wenn man noch eine Datenverbindung herstellen will, die nicht über das quälend langsame 2G läuft. Da der Fallback von 4G auf 3G beim Telefonieren ohne VoLTE wegfällt, bleibt sonst nur noch der Fallback auf 2G als Notlösung. Ohne VoLTE-fähiges Smartphone telefoniert man also seit Mitte 2021 nur noch über 2G GSM! Zeit fürs umrüsten also! Doch welche Geräte haben das?


4. Kompatible Endgeräte für VoLTE

Ab 2016 kamen immer mehr Smartphones auf den Markt, die Voice over LTE unterstützen. Zunächst ließen die Provider leider meist nur eigene, gebrandete Geräte zu. Doch das hat sich mittlerweile glücklicher Weise geändert. Heute bieten praktisch alle aktuellen Modelle von Haus aus VoLTE-Support. Als Richtlinie kann man davon ausgehen, dass Smartphones die nicht älter als 2018 sind den Standard beherrschen. Ist Ihr Gerät älter wäre eine Gegenprobe ratsam. Siehe dazu auch Punkt 6.


Folgend haben exemplarisch wir Ausführungen der beliebtesten Hersteller aufgelistet, ab denen fortfolgend VoLTE unterstützt wurde:

  • ab Apple iPhone SE, 6s / 6s Plus und neuer
  • Google Pixel ab Modell 2 / Pixel 2 XL und neuer
  • ab HTC 10 und U11 und neuer
  • Honor 7X und 8 und neuer
  • HUAWEI Mate S, HUAWEI Nova, HUAWEI P8 / Lite 2017, P9 / P9 Lite und neuer
  • ab LG G4, LG G5, LG K8 LTE, Q6, X-Screen und neuer
  • Microsoft Lumia ab 550, 640 / 640 XL, 650, 950/950 XL
  • Oneplus 6 fortfolgend
  • Samsung Galaxy ab A3/A5 2016, Galaxy Note 7, S5 / S5 Neo, Galaxy S6 und neuer
  • Sony Xperia X/X, Xperia XA1, XZ, XZ1 (Compact*), Z3, Xperia Z5 und neuer
  • Xiaomi Redmi 4a, Mi Mix 2 fortfolgend


5. Wie erkenne ich, ob ich schon VoLTE (aktiviert) habe?

Im Prinzip ist es extrem simpel zu erkennen, ob man schon per VoLTE telefoniert oder nicht. Stellen Sie zunächst, falls nicht aktiv, die mobile Datenverbindung her. Jetzt sollte das LTE oder 4G- bzw. 5G-Symbol oben in der Statusleiste des Smartphones auftauchen. Das folgende Bild zeigt rechts oben das VoLTE Symbol bei gleichzeitig bestehender 5G-Datenverbindung. Wird ein Telefonat aktiviert, darf die Verbindung nicht auf 2G (GSM) zurückspringen...

VoLTE aktiv

Fazit: Wird das 4G- oder 5G-Symbol während eines Telefonats nicht durch 3G oder 2G bzw. UMTS oder H+ ersetzt, ist VoLTE aktiv. Ansonsten wechselt das Telefon in einen der Vorgängerstandards.

Manchmal muss Voice over LTE noch extra aktiviert werden im Endgerät. Bei Androidgeräten finden Sie die Einstellung unter "Einstellungen" -> "Mobilfunknetze". Falls das Endgerät kompatibel ist bzw. das Firmwareupdate vom Provider bekommen hat, findet sich dort der Punkt "VoLTE-Anrufe" („Verwenden Sie 4G LTE-Daten für HD-Anrufe“) oder ähnlich.

VoLTE ist am Smartphone aktiviert


6. Alternative Wifi-Calling

Seit 2017 setzt sich eine weitere Technik für Mobilfunktelefonie zunehmend durch – das Wifi-Calling, auch WLAN-Calling oder WLAN-Telefonie genannt. Sofern Anbieter sowie Smartphone den Dienst unterstützen, kann der Kunde auch ohne herkömmlichen Mobilfunkempfang telefonieren, sofern nur ein Wifi-Hotspot vor Ort zugänglich ist. Etwa auf Zeltplätzen im Ausland oder im eigenen Keller. Mehr zu dem Thema, finden Sie hier in unserem großen Wifi-Calling Ratgeber.

7. Technik Probleme: Aller Anfang (war) schwer

Netztechnisch ist mobile Telefonie eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Neben der rein physischen Informationsübertragung über die Luftschnittstelle, müssen z.B. auch Teilnehmer unterschiedlicher Netze reibungslos zusammengeführt werden. Und das auch über sämtliche Mobilfunkstandards, Techniken, Zellgrenzen sowie Ländergrenzen. Warum die Einführung von VoLTE so lange dauerte, liegt im diffizilen Zusammenspiel von 4G mit älteren Vorgängerstandards. Ingenieure weltweit feilten Jahre lang nur an einem zentralen Problem: Der störungsfreien und nahtlosen Übergabe von per LTE geführten Telefonaten in frühere Netze – dem sogenannten Handover

Wo lag das Problem? Wir erinnern uns: Sprache wird bei Voice over LTE rein IP-basiert in Form von Datenpaketen übermittelt. Verlässt ein Mobilfunknutzer mit seinem Handy aber die Reichweite seiner LTE-Zelle, hinein in ein Gebiet ohne 4G-Versorgung, muss ein unmittelbarer Wechsel zum nächst besten Standard erfolgen. Man spricht auch von einem Fallback in ein Legacy-Netz. Doch hier wird Sprache technisch völlig anders übermittelt. Diese Umstellung im Kernnetz des Anbieters muss derart schnell und problemlos verlaufen, dass der Endkunde davon am besten nichts merkt. Erste Durchbrüche gab es für diese Problemlösung 2013.

SRVCC Prinzip im Schemata

Das Verfahren für einen reibungslosen Handover von LTE zu 3G (oder niedriger) lautet SRVCC bzw. eSRVCC. Die Abkürzung bedeutet „enhanced Single Radio Voice Call Continuity“. Ohne die Technik, würde jedes per VoLTE geführte Gespräch abrupt abreißen, sobald bei einem der beiden Teilnehmer kein LTE-Empfang mehr besteht.

8. Review: Der lange Weg zur LTE-Telefonie

Die Entwicklung um Telefonate über LTE-Endgeräte zu handhaben, lässt sich grob in drei technische Evolutions-Schritte einteilen. Phase 1 bildet den Zeitraum vor der Einführung von VoLTE ab. Die LTE-Netze dienten hier ausschließlich dem Datentransfer, was ernste Konsequenzen hat. Denn während sämtlicher ein- und abgehender Telefonate, muss das Endgerät auf veraltete 2G/3G Sprach- und Datendienste umschalten. Sehr zum Leidwesen der User, die ja nicht unerheblich viel Geld für das schnelle LTE bezahlen.  Jene Umstellung von 4G auf Vorgängerstandards bei Anrufen, nennt sich „Circuit-Switched Fall Back“ – kurz CSFB. Dieser Dienst gewährleistet praktisch die parallele Nutzung von LTE für mobiles Internet und Telefonie, bis VoLTE einsatzfähig ist.

In Phase 2 ist VoLTE als Standard in den Mobilfunknetzen implementiert. Seit März 2015 befinden wir uns in Deutschland praktisch im Übergang von Phase 1 zu Phase 2. Zusammen mit SRVCC (siehe weiter oben), wird dem Kunden eine ideale Erreichbarkeit und Dienstgüte garantiert. Das gleichzeitige Nutzen von Internetapplikationen und Telefonieren ist kein Problem mehr. Im Gegenteil: Sogar Videotelefonie und sonstige Dienste (RCS) gehören zum Standard. Roaming in ausländischen Netzen wird dagegen meist noch über CSFB abgewickelt.

Phase 3 hingegen ist noch ein relativ fiktives Szenario für die Zukunft. Das Stichwort heißt Konvergenz. Hier sollen sämtliche Übertragungsmethoden (UMTS, Wifi, etc.) problemlos ineinander greifen und arbeiten können, unabhängig vom Standard oder Provider [3].


Im Folgenden haben wir einige der wichtigsten Schlüsselereignisse der letzten Jahre zusammengefasst. Diese zeigen, wie sich die Technik bis heute entwickelt hat.

  • Okt. 2012: in den USA und Südkorea gehen erste VoLTE-Netz für Endkunden an den Start [mehr]
  • Feb. 2013: O2 Technikern gelingt nahtloser Handover im Labor zu UMTS [mehr]
  • Mai 2013: Wir sprechen mit O2 über die Pläne zum VoLTE Start [mehr]
  • Sep. 2013: LTE-Anbieter.info testet VoLTE auf der IFA [mehr]
  • Jan. 2014: O2 zeigt im eigenen Netz unter Praxisbedingungen erstmals Handover zu UMTS [mehr]
  • Feb. 2014: auch Swisscom will VoLTE noch 2014 einführen [mehr]
  • Jun. 2014: österreichische A1 testet VoLTE [mehr]
  • Jul. 2014: O2 meldet VoLTE sei in vielen Städten schon „ready“ [mehr]
  • Sep. 2014: iPhone6 kommt mit VoLTE-Support [mehr]
  • Sep. 2014: VoLTE erst von 11 Providern weltweit im Einsatz [mehr]
  • Sep. 2014: Eplus und ZTE bereiten Start vor [mehr]
  • Okt. 2014: O2 Netz ist startklar für Voice o. LTE [mehr]
  • Nov. 2014: seit dem iPhone 6 boomt VoLTE in den USA [mehr]
  • Dez. 2014: auch Telekom Austria testet erfolgreich VoLTE [mehr]
  • Jan. 2015: 80 Länder arbeiten an der Einführung [mehr]
  • März 2015: Vodafone luncht VoLTE im gesamten Netz [mehr]
  • April 2015: O2 startet ebenfalls ins Zeitalter der 4G-Telefonie [mehr]
  • Jan. 2016: Mit der Telekom geht der letzte dt. Anbieter an den Start [mehr]
  • Aug. 2016: GAS bescheinigt weltweit enormes Wachstum bei VoLTE [mehr]
  • Jan. 2017: O2 schaltet auch Multicard-Kunden endlich frei [mehr]
  • Feb. 2018: O2 will noch 2018 VoLTE für alle freischalten [mehr]
  • Feb. 2020: congstar und klarmobile jetzt auch mit VoLTE [mehr]
  • Juni 2020: Vodafone gibt VoLTE für Prepaid frei [mehr]
  • Juni 2021: nahezu alle Anbieter haben auf VoLTE umgestellt [mehr]
  • Juni 2021: Vodafone und Telekom schalten die letzten 3G-Antennen ab


9. Häufige Fragen zum Thema (FAQ)

Kostet Voice over LTE extra?

Nein, die Provider bieten den Dienst ohne Mehrkosten für alle Kunden, welche über einen LTE-fähigen Tarif und passende Smartphones verfügen.

Verbraucht das Telefonieren per VoLTE mein Datenvolumen der Internetflat?

Nein, es handelt sich um einen reinen Netzdienst. Es wird kein Volumen angerechnet.

Klappt Voice over LTE auch bei LTE-Zuhause Tarifen?
Nein, die Telefonie wird hier, sofern überhaupt angeboten, über VOIP realisiert. Das ist natürlich relativ ähnlich, aber netzintern sind das zwei völlig verschiedene Dienste.

10. Was kommt als nächstes?

Wie man sich vorstellen kann, wird auch Voice over LTE noch nicht das Ende der Entwicklung darstellen. Mit dem neuen 5G-Standard rückt auch natürlich Telefonie über eben jenen in den Focus.

Hier verhält es sich ähnlich wie damals zur VoLTE-Einführung. Zunächst müssen die technischen Grundlagen gelöst werden, wie etwa die Übergabe von 5G- auf 4G-Telefonate, wenn der Nachfolger nicht verfügbar sein sollte. Voice over 5G (auch VoNR), soll nochmals ein besseres Nutzererlebnis ermöglichen. Also bessere Sprachqualität beispielsweise. Der Vorteil echter 5G-Telefonie wäre vor allem, dass man die 5G-Datenverbindung nicht aufgeben muss für den Switch auf 4G während eines Gespräches. Also wie damals der Fallback von 4G auf 3G während dem Telefonieren. Die Einführung dürfte aber noch Jahre dauern. Im Sommer 2021 hat die Telekom erstmals im Labor erfolgreich den weltweit ersten 5G-Call durchgeführt. Bis zur Praxis ist es also noch ein langer Weg!

Glossar: Was bedeutet ... ?

OTT VoiP: kostenlose Übermittlung von Sprachinhalten über das Datennetz des Mobilfunkproviders

GSMA: Hierbei handelt es sich um einen Interessens-Zusammenschluss mehrerer hundert Mobilfunkanbieter und Netzausrüster weltweit. Erarbeitung von netzwerkübergreifenden Standards für Mobilfunk.

IP Multimedia Subsystem (IMS): Hierunter versteht man ein rein IP-basiertes System im Telekommunikationsnetz, das Mobildienste aus unterschiedlichen Netzwerken standardisiert abwickelt. Hauptaufgabe ist die Schnittstelle von „Pre-4G“-Netzen, wie GSM zu IP-basierten Netzen, inklusive der Bereitstellung von VoLTE. Siehe auch hier bei Wiki.

RCS: Rich Communications Services: Dabei handelt es sich um zusätzliche Mehrwertdienste für den Mobilfunkkunden zur Kommunikation, basierend auf IMS. Beispielsweise Videotelefonie am Smartphone, gleichzeitiges Teilen von Daten während man telefoniert und verbesserte Instant-Messenging/Chat Funktion. Aber auch die Übermittlung der eigenen Position an ausgesuchte Kontakte ist möglich.


QoS: Quality of Service: Hier soll einem Kommunikationsdienst eine besondere Relevanz zugeordnet werden. Vereinfacht gesagt, erhalten IP-Datenpakete bei der Übertragung eine Art Bevorzugung. Wie ein Eilbrief, der deutlich schneller zugestellt wird, wie ein "normaler" Brief.


VoLTE bie Vodafone

Was lange währt...

Eigentlich war eine Einführung in Deutschland schon eher geplant. Ende 2013 zeigt sich O2 recht zuversichtlich, Voice over LTE bald einführen zu können. Bereits im Mai desselben Jahres, gingen die Pläne von einem Start noch vor dem Jahr 2014 aus. Diese waren wohl etwas zu optimistisch. Immerhin: In Berlin und München beispielsweise, hatte O2 Mitte 2014 VoLTE schon freigeschaltet, konnte aber von Endkunden noch nicht genutzt werden und war lediglich für die Netz-Ingenieure zugängig.

Die Verzögerung lag aber nicht in einer zu langsamen Umstellung begründet. Die Anbieter wollen absolut sicher sein, dass die Technik auch zuverlässig arbeitet und testeten den Einsatz von VoLTE intensiv. Ein ganz essentieller Hauptgrund war aber weit trivialer: Es mangelte bis 2015 schlicht noch an ausreichend Endgeräten, welche kompatibel sind. Bis die Telekom nachzog, dauerte es bis 2016. Also satte 5 Jahre nach der Einführung von LTE als Datenstandard in Deutschland. Die endgültige Etablierung erfolgte aber erst 2021.

Quellen:

[1] fiercewireless.com

[2] Samsung Whitepaper "The Smart VoLTE Solution" (nicht mehr zugänglich)

[3] Qualcomm Whitepaper 2012 „Volte und SRVCC


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