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Aug 15 2012



Eine traurige Nachricht für alle, die LTE von Vodafone als DSL-Ersatz nutzen. Seit heute ist nun offensichtlich die sogenannte Drosselungsautomatik aktiv. Zwar sehen die Verträge die umstrittene Praxis seit jeher vor. Bisher verzichtete der Provider allerdings weitestgehend auf deren Einsatz. Hintergründe …

Update 16.08.2012: Nun offiziell bestätigt!

Nachdem es diese Woche zunächst nur etliche Gerüchte gab und nichts Offizielles, haben wir uns noch einmal direkt an die Pressestelle gewandt. Die Antwort des Vodafone – Pressesprechers Thorsten Hoepken bestätigt nun leider die Vermutung. Bezüglich Drosselung hieß es: „Ja die gibt es. Seit gestern wurde diese technisch aktiviert.“ Es ist durchaus möglich, dass noch nicht alle Regionen gleichzeitig betroffen sind. „In den nächsten Tagen erfolgt die stufenweise Anpassung des tatsächlich abrufbaren Datenvolumens, an das in Verträgen vereinbarte Volumen.“, so Herr Hoepken weiter.

Drosseln …

… mögen nette Vögelchen sein, für Mobilfunkkunden bedeutet dieses Wort hingegen nichts gutes für den Blutdruck. Dahinter verbirgt sich eine Art Kontrollsystem, das „übermäßigen“ Gebrauch beschränken soll. Zur Erklärung eignet sich am besten ein kurzes Beispiel. Wer etwa den Tarif „Vodafone LTE-Zuhause 21600“ bestellt (aktuell übrigens mit Top-Preisvorteil), kann unter idealen Empfangsbedingungen mit maximal 21,6 MBit pro Sekunde surfen und downloaden. Soweit, so gut. Alle Mobilefunkverträge, welcher Art auch immer, haben jedoch eine Art „Bremse“ implementiert. Jedes Kilobyte, dass der Kunde über durch senden oder empfangen über das Mobilfunknetz transferiert, wird mitgezählt. Überschreitet nun der Nutzer innerhalb eines Monats ein Datenvolumen X, wird der Anschluss in der Geschwindigkeit stark limitiert. Man spricht dann im Sprachgebrauch von einer Drosselung. Beim genannten Beispieltarif sind das aktuell 15 Gigabyte im Monat. Ein „Otto-Normaluser“ kann damit durchaus gut zurechtkommen. Grenzwertig wird es für alle, die häufig große Sachen laden, Onlinespiele spielen oder gar Filme schauen wollen. Stichwort Youttube oder Maxdome (VoD). Hier fallen schnell hohe Voluminas an, so dass 10 GB in wenigen Tagen kein Problem sind. Hier gibt es ausführlicheres zum Thema „LTE-Flatrates“.

Vodafone drosselt nun auch Zuhause-Tarife

Wie die Überschrift schon andeutet, war die gängige Praxis bisher die, dass die Drosselung für LTE-Kunden bei Vodafone nicht aktiv war. Dies bestätigten auch alle Nutzer in unserem Forum, sowohl bei den Erfahrungsberichten, als auch im täglichen Gebrauch. Telekom und O2 setzten dagegen von Anfang an auf diese Limitierung. Das die Technik früher oder später zum Einsatz kommt, galt hingegen als sicher. Schon vor einigen Wochen wurde deutlich, dass es nicht mehr sehr lange dauern kann. Denn die Drosselung für alle mobile LTE-Tarife (via Sticks und Smartphones) wurde als erstes aktiviert. Nun scheinen auch die anderen Tarife betroffen zu sein.

 

Warum eigentlich?

Die Volumenbegrenzung ist keine Erfindung der Mobilfunkkonzerne, um Kunden zu ärgern, wie man des öfteren den Kommentaren vergrätzter User entnehmen könnte. Vielmehr hat die Praxis technische Hintergründe. Ein Mobilfunkmast deckt nur ein bestimmtes Areal ab und kann eine begrenzte Zahl an Kunden gleichzeitig mit einer Gesamtkapazität X versorgen. Würden nun beispielsweise alle Nutzer in einer Funkzelle gleichzeitig ein Video am Smartphone schauen und die Summe aller Datenströme die Kapazität X übersteigen, käme es ohnehin bei jedem zu Einschnitten in Sachen Datenrate. Das kann man sich bildlich vorstellen wie einen Bach. Greifen 5 Landwirte das komplette Wasser ab, bleibt für den 6. weiter Talwärts nichts mehr übrig. Durch die Drossel sind alle gehalten, nur ein Kontingent X zu verbrauchen, das für alle reicht. Wer mehr will, muss mehr zahlen.

Wieso gerade jetzt?

Hierüber kann man nur spekulieren. Die wahrscheinlichste These ist folgende: Zur Anfangszeit von LTE verteilten sich sehr wenige Kunden auf die vielen tausend Sendeanlagen im ganzen Land. Nun wird die Technik langsam erwachsen, die Zahl der abgeschlossenen LTE-Verträge nimmt rasch zu. In den jüngst veröffentlichten Zahlen nennt Vodafone über 300.000 4G-Kunden (Detailanalyse). Mit anderen Worten: Am Anfang machte eine Drosselung noch keinen Sinn, wenn die durchschnittliche Zahl der Nutzer sowieso die Gesamtkapazität einer Zelle nie auslasten konnte. Doch seit einigen Wochen häufen sich auch im Forum die Meldungen über starke Schwankungen und Performanceprobleme. Daher ist anzunehmen, dass in etlichen Regionen schon zu viele Kunden an einem Sendemast hängen.

Was tun?

Wer merkt, dass er mit dem aktuellen Tarif bei weitem nicht hinkommt, könnte in erster Linie den Vertrag upgraden. Der schnellste Zuhause-Tarif mit 50 MBit, bietet bei Vodafone immerhin 30 GB pro Monat. Welcher Tarif welches Volumen bietet, erfahren Sie hier im Vergleich. Zudem gibt es etliche Möglichkeiten das Volumen im Blick zu behalten und an der einen oder anderen Stelle auch Transfervolumen zu sparen.

Wie langsam wird mein Anschluss bei der Drosselung?

Bei den Vodafone-Zuhause-Tarifen und bei „Call&Surf via Funk“, fällt die maximale Datenrate auf UMTS-Niveau. Das sind immerhin noch rund 390 Kbit/s. Was wiederum in etwa einem DSL-Light-Anschluss entspricht oder 6 x ISDN. Man muss also keineswegs den „Supergau“ fürchten. Nichtsdestotrotz ist der Fall von 50 MBit auf 0,4 MBit schon recht hart. Bei den mobilen LTE-Tarifen wird hingegen stärker reduziert, nämlich auf 64 Kbit/s.

Drossel alternativlos?

Nein. Um alle Nutzer aber unbegrenzt mit Highspeed per Funk zu versorgen, ähnlich wie bei Kabel- oder Glasfaser-Internet, wären viele, viele neue Sendeanlagen nötig. Diese widerum, müssten möglichst per Glasfaser ans Kernnetz angeschlossen sein. Das ist technisch kein Problem, aber wie man sich denken kann, auch ungemein teuer. Das es auch anders geht, zeigt der österreichische Provider „Drei“, der LTE-Tarife ohne Drossel zum Schnäppchenpreis anbietet. Allerdings ist die Nutzerdichte dort auch etwas geringer als bei uns.

Wissenswertes zum Thema:

» LTE Verfügbarkeit prüfen
» Tipps bei Problemen mit der Uploadrate bei LTE
» Vergleich der LTE Tarife



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10 Kommentare zu “Vodafone LTE: Drossel ab sofort aktiv”

  1. TDGHUDGAS sagt:

    ich wohne irgendwo im nirgendwo und muss LTE benutzen weil bei uns kein festnetz verlegt wird und drei kilometer weiter haben alle gutes
    unbegrenztes internet ich hasse das da ein 10GB tarif sehr schnell weg ist

  2. lte-anbieter.info sagt:

    Hallo,
    nein mit der Router-Firmware hat das definitiv nichts zu tun. Die Drosselung wird wenn dann direkt im Netz von Vodafone gemanagt. Im Forum haben wir auch etliche Meldungen von Nutzern, die nach wie vor 30,40,100, ja sogar bis zu 500 GB(!) pro Monat ziehen konnten ohne Drosselung. Merkwürdiger Weise schlägt sie bei dem einen direkt zu, bei anderen erst bei 60 GB und bei anderen wiederum noch garnicht. Der Hintergrund ist bis jetzt leider noch im Dunkeln. Ich persönlich vermute, dass die Drossel von Station zu Station nach Auslastung mehr oder weniger „intelligent“ greift. Das wird allerdings erst die Zeit zeigen…

  3. Aljodomo sagt:

    Kann es sein das diese Einschränkung mit einem neuen Update eingeführt wurde? Ich habe nämlich keine Drosselung obwohl ich mehr als 10 GB von meinem Tarif verbuche. Ich habe meinen Router nicht geupdatet.

  4. Andreas sagt:

    Dies zeigt wiedermal deutlich, wie verlogen es ist, die LTE-Anbindung als richtiges Internet darzustellen. Es ist eine – für die Anbieter billige – Notlösung. Am Kabelanschluß für alle Nutzer führt kein Weg vorbei, auch wenn das die Telekommlobby nicht hören will!

  5. Maik sagt:

    Es ist doch logisch das gedrosselt wird.Wie beschrieben gibt die Technik nach wenn zuviele an einem Sendemast hängen und jeder seine volle Bandbreite auskostet.Der Provider will keinen Kunden damit ärgern!Wir Kunden müssten mehr Geld für die Verträge zahlen damit das Geld für die Glasfaserkabel da ist die dann an den Hauptkern angeschlossen werden und dann könnten alle Ihre Bandbreite voll auskosten aber mehr zahlen möchte keiner.Immer das beste haben wollen und gaaaaanz wenig dafür bezahlen.

  6. lte-anbieter.info sagt:

    Hallo Eric, dem muss ich dennoch wiedersprechen. Auf „DSL-Light“-Niveau müsste es wenn schon richtig heißen. DSL ist ja eine ganz andere, leitungsbasierte Technik :-)
    DSL-Light-Niveau ist im Maximus meist 384 KBit. Das entspricht exakt der von Vodafone angegebenen Drosselungs-Datenrate für die VF-Zuhause-Tarife. Der Einfachheit halber habe ich das auf 400 KBit aufgerundet, was ja 0,4 MBit entspricht. Wenn bei dir weniger ankommt, ist vielleicht in Sachen Ausrichtung der Antenne etc. noch was im Argen. Dann vermute ich, dass die vertraglich vorgegebene Datenrate ohne Drosselung bei dir auch nicht erreicht wird? Wenn, dann könntest du sicher noch etwas optimieren. Außenantenne etc.?!
    Viele Grüsse

  7. Eric sagt:

    Im Artikel ist leider ein Fehler. Es wird tatsächlich auf DSL Light gedrosselt. Das entspricht aber nicht UMTS und es sind auch keine 0,4 Mb/s. Tatsache ist das man mit der Drosselung mit 40 Kb/s vorlieb nehmen muss. Und das ist kaum tragbar.

  8. lte-anbieter.info sagt:

    Hallo Stefan, also das mit rund 390 KBit/s keine Emails abzurufen sind glaube ich dir ehrlich nicht. Ich hab jahrelang mit 5KBit auch ganz gut Emails gemacht und gesurft. Und im Urlaub mit nem Surfstick komme ich mit 50 KBit auch ganz gut zurecht. 390 KBit entspricht immerhin gut 6 ISDN-Zugängen. Wenn deine Datenrate deutlich drunter liegt, liegt sicher eher ein Empfangsproblem vor. Prüf das mal und schau vielleicht mals ins Forum. Hast du schon eine externe Antenne? Viele Grüsse

  9. Stefan sagt:

    Es ist schon schlimm wenn LTE als das Netz der Zukunft angepriesen wird und dann gedrosselt wird. Bei gedrosseltem LTE funktioniert nicht mal Facebook oder der Email Abruf. Die Folgen: Unnötiger Stromverbrauch und das in Zeiten der Energiewende! Dafür ist das Konzept von LTE schlicht und ergreifend: UNGEEIGNET!!!

  10. Ronny sagt:

    Der Artikel ist gut und verständlich geschrieben. Auch das Beispiel mit den Landwirten ist sehr anschaulich gewählt. Ich weiß zwar nicht wie das bei den anderen Anbietern gehandhabt wird, jedoch wird bei der Telekom das Datenvolumen immer zum 1. eines Monats für alle Kunden zurückgesetzt, so dass rein theoretisch an diesem Tag alle Nutzer wieder „volles Rohr“ laden könnten und einige auf der Strecke bleiben würden, da es wie auch von Ihnen beschrieben ein „Shared Medium“ ist. Solche Berichte sind mir aber nicht bekannt, so dass durchaus noch einige Reserven in den Kapazitäten vorhanden sind, die womöglich eine Drosselung „überflüssig“ machen könnten. Man könnte wenigstens darüber nachdenken auf 1 MBit zu drosseln, anstatt auf 384 KBits. Ist ja eigentlich auch nachvollziehbar, wenn die Kapazitäten am Monatsanfang ausreichen, um alle Nutzer ungedrosselt mit LTE zu bedienen, das diese das am Ende des Monats immer noch machen würden. Ist ja nicht so, dass die Masten in den ersten 15 Tagen so heiß laufen, dass sie die letzten 15 Tage brauchen um abzukühlen. Es sei denn, es ist Hochsommer ;)
    In diesem Sinne…

Kategorie: LTE-Anbieter, Vodafone | Schlagwörter: , ,
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