LTE Flatrates - wirklich "unbegrenzt surfen"?

Ratgeber für schnelles Internet per LTE-Flatrate


LTE trägt der Entwicklung Rechnung, dass der Bedarf an Bandbreite in mobilen Netzen stetig zunimmt. Für immer mehr Nutzer ist das Internet nicht nur zu Hause am PC ein wichtiger Begleiter. Auch unterwegs soll der Zugriff mit Highspeed erfolgen. Darüber hinaus erfüllt LTE noch die wichtige Aufgabe, unterversorgte Regionen auf dem Land mit schnellem Internet zu versorgen - praktisch als Ersatz für DSL oder VDSL. Jahrelang verhinderten teure und langsame Tarife den Durchbruch in Deutschland. Mobile Surfflatrates versprechen heute unbeschränkten Zugriff auf das Internet - Zeit- bzw. Volumentarife sind nicht mehr zeitgemäß. Oder? Halten die euphorischen Werbeslogans wirklich das, was sie versprechen? Gibt es "echte" LTE-Flatrates schon oder rücken diese endlich in greifbare Nähe? Alles zum Status Quo und den Hintergründen ...


Mobiles Internet bleibt vorerst „gedeckelt“

Bislang haben (fast) alle Angebote am Markt eines gemein. Es handelt sich zwar im weiteren Sinne um Flatrates, allerdings mit eingebautem Handicap. Um dies zu verstehen, bietet sich an, ein Beispiel aus der Praxis zu bemühen. Nehmen wir den Tarif „GigaCube von Vodafone“. Dieser verspricht eine LTE-Flatrate mit maximal 150 MBit/s Downloadleistung. Die volle Geschwindigkeit wird seitens der Anbieter allerdings nur bis zum Erreichen eines bestimmten Datenvolumens (je Monat) bereitgestellt. In unserem Beispiel sind es 50 Gigabyte (GB). Überschreitet ein Kunde vor dem Tag des Abrechnungsmonats (bei Telekom gilt der Kalendermonat) dieses Limit, wird die Geschwindigkeit heruntergedrosselt. Im genannten Beispiel auf 32 KBit/s. Das ist langsamer als frühere ISDN-Anschlüsse! Bei Smartphone-Tarifen wird ähnlich stark auf die Bremse getreten. Hier bleiben nach der Drossel auf nur 32-64 KBit übrig - das ist quälend langsam! Es gibt aber mittlerweile erste kleine Ausnahmen, wie wir einige Abschnitte weiter zeigen werden...



Ist der Begriff "Flatrate" dann nicht irreführend?

Jain. Flatrate bedeutet ja per Definition, dass man unbegrenzt einen Daten- oder Sprachdienst nutzen kann, ohne mehr als den vereinbarten Betrag zu zahlen. Dies ist trotz Drosselung bei praktisch allen LTE-Tarifen der Fall, sofern keine Datenautomatik aktiviert ist. Im Effekt wird "nur" ab einem vertraglich vereinbarten Volumen (50 GB im oberen Beispiel), die Geschwindigkeit reduziert. Im Gegensatz dazu würde ein Volumentarif bedeuten, dass ab einem Datenverbrauch von XY Gigabyte für den Kunden Mehrkosten entstehen. Auch mit Drosselung, sind daher streng genommen alle LTE-Tarife dennoch Flatrates. Einige Verbraucher beklagen in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Provider auf diesen Umstand in Ihrer Werbung bisher unzureichend hinweisen. Auch die Verbraucherzentralen haben in dieser Hinsicht die meisten Beschwerden zu verzeichnen, wenn es um das Thema LTE geht. Zumindest konnten wir dies in einer Befragung im 3. Quartal 2013 ermitteln.


Hybrid: Der innovative Zwischenweg ohne Drossel

Seit März 2015 bietet die Telekom eine interessante Technik, die (V)DSL mit LTE bündelt und ganz ohne Volumenbegrenzung auskommt. Verbraucher im ländlichen Raum können damit erstmals Highspeed-Internet (theoretisch bis 100 MBit) mit einer echten Flatrate erhalten. Selbst dann, wenn der DSL-Zugang vor Ort maximal 1 MBit schafft. Dabei teilen sich Festnetz und Mobilfunk sozusagen die Arbeit. Angeboten wird das ganze über "MagentaZuhause Hybrid". Alles zu den Preisen und Voraussetzungen, haben wir für Sie hier übersichtlich zusammengestellt.

Hybrid: Flatrate ohne Drossel

Erste echte LTE-Flatrates für Mobilfunkkunden

Zur IFA 2016 überraschte die Deutsche Telekom mit einem echten Knaller! Die meisten werden wohl nie geglaubt haben, dass es jemals echte Mobilfunk-Flatrates in Deutschland geben wird. Telekomkunden können seither am Smartphone oder Tablet auf zwei Arten unbegrenzt, also drosselfrei surfen. Variante 1 fürhrt über einen sündhaft teuren Smartphone Premium-Tarif der eine echte Fullflat bietet. Variante 2 ist aber für die Allgemeinheit sicher weit interessanter, da diese nur 5 € kostet. Zumindest je Buchungstag. Über die sogenannte "Dayflat" ist man einen Tag vollkommen losgelöst von jeder Volumenbegrenzung und kann beliebig Filme downloaden oder Uploads durchführen. Voraussetzung ist nur ein MagentaMobil- oder DataComfort Tarif. Darüber hinaus bietet der Konzern eine Art Multimedia-Flat namens Stream ON. Mit dem passenden Smartphone-Tarif, lässt sich unterwegs unendlich viel Youtube schauen oder Musik streamen. Stream on gilt nur für ausgesuchte Dienste - aber die Auswahl wächst immer mehr!



Wozu die Drosselung?

Wäre es nicht viel entspannter als LTE-Kunde nicht darauf achten zu müssen, wie viel man im Internet herunterlädt? Oder stets zu hadern, ob der Youtube-Clip jetzt wirklich sein muss? Die meisten Kunden stören sich daher verständlicher Weise an dieser Praxis. Bei kabelgebundenen Internetzugängen, per DSL oder VDSL, sind unlimitierte Flatrates schließlich schon lange Gang und Gebe. Oder?

Was viele nicht wissen: Auch dort gibt es oft Grenzklauseln. Meist liegen diese deutlich höher, also im Bereich von 100-200 GB. In den Fokus der Öffentlichkeit gelang diese Erkenntnis erst im Zuge der Diskussion um eine mögliche Drosselung von DSL- und VDSL-Zugängen bei der Telekom. Eine Ankündigung des Konzerns im April 2013, diese ab 2016 auch im Festnetz einzuführen, empörte nicht nur die Netzgemeinde. Auch Politik und Bundesnetzagentur waren plötzlich alarmiert. Daraufhin revidierte der Konzern die Pläne. Die künstliche Datenbarriere soll einer unverhältnismäßigen Nutzung entgegen wirken. Besonders delikat - herkömmliche DSL-Zugänge sollen demnach schon ab 75 GB in die Drossel fallen. Für die meisten viel zu wenig! Glasfaser und VDSL hingegen, sollten erst ab 200-400 GB auf 2 MBit gebremst werden. Der gewöhnliche User würde bei solch hohen Grenzen in der Praxis kaum etwas merken, da derartige Volumina praktisch eine rund-um-die-Uhr-Nutzung voraussetzen. Aber eben nur bei den modernen Premiumtarifen - die meisten DSL-Kunden wären wohl direkt mit dem Problem konfrontiert. Aktuell liegen die Pläne übrigens noch auf Eis. Ob dies ewig so bleibt, wird sich zeigen, schließlich ist eine Volumendrosselung im Festnetz in vielen anderen Ländern völlig normal.

Das sind die DSL-Anbieter mit Drossel

Es gibt sie - Anbieter, die auch (V)DSL oder Kabelanschlüsse nicht unlimitiert anbieten. Streng genommen also auch keine "echten" Flatrates. Aktuell ist dies der Fall bei (V)DSL-Tarifen von O2, beim günstigsten Einstiegsangebot von 1&1. Die Grenzen liegen aber hier derart hoch, dass kaum ein Nutzer davon konfrontiert werden dürfte. Einzig der besagte 1&1-Tarif setzt die Grenze bei 100 GB etwas eng...


Was sagen die Mobilfunkprovider?

Die Mobilfunkanbieter rechtfertigen die Drosselung von mobilen Internettarifen zusätzlich damit, dass es sich um eine „Shared“ Technologie handelt. Das bedeutet, dass alle Nutzer in einem Radius X sich die Leistungsfähigkeit der LTE-Zelle teilen müssen. Beanspruchen einzelne Kunden die Verbindung zu stark, bleibt kaum noch etwas für die anderen übrig. Das Argument ist sogar richtig! Aber: LTE wird in erster Instanz ja auch als DSL-Ersatz im ländlichen Raum eingesetzt. Wer den Anschluss etwa beruflich nutzt, kommt monatlich schnell auf 20-30 GB. Im Zeitalter von Youtube und Skype muss man sich mit wenigen GB im Monat doch sehr in Disziplin üben.

Diskussion auf der Cebit | Bild: lte-anbieter.info


Bereits auf der Cebit 2011 haben wir Managern der großen LTE-Anbieter und Vertreter der Politik dazu befragt. Erfahren Sie in dem Beitrag, wie diese die Drosselungspraktik begründen.


Fazit: Die Begrenzung seitens der Mobilfunkprovider ist verständlich. Aber die Volumengrenzen sollten früher oder später angehoben werden. Wenn man schon superschnelles Internet via LTE hat, möchte man es wenigstens auch ein bisschen auskosten. 50-100 Gigabyte wären völlig ausreichend für die meisten Nutzer und sicher auch für die Netzbetreiber akzeptabel. Eine Änderung der Tarifpolitik ist aber aus heutiger Sicht noch nicht absehbar. Vor dem Hintergrund einer schleichenden Einführung im Festnetzsegment, schwindet im Gegenteil sogar die Hoffnung auf eine Änderung.


Tipps zur „Schonung“ des Datenvolumens

Aufgrund der Volumenbegrenzung, lohnen sich also für jeden LTE-Nutzer zwei Dinge. Erstens Datenvolumen sparen und zweitens, den „Verbrauch“ im Auge zu behalten. Dann wissen Sie immer um den aktuellen Stand. Vielleicht lohnt es sich zum Monatsende, wenn genug übrig ist, nochmal ein paar große Downloads zu tätigen. Der folgende Guide zeigt, wie Sie ohne großen Verzicht Daten "sparen" können und Ihr Volumen überwachen. Für Smartphone-User stehen zahlreiche Apps für diese Aufgabe bereit.


"Freikaufen" aus der Drosselung

Die Deutsche Telekom hatte bereits vor Jahren ein Modell vorgestellt, das anbieterübergreifend Schule gemacht hat. Mit der sogenannten "Speedon"-Option, können LTE-Kunden sich quasi aus der Drosselung für einen Betrag (z.B. 5 €) freikaufen bzw. mehr Volumen nachbuchen. So hat man, auch wenn es teils recht teuer ist, die Zügel zumindest selbst in der Hand. Dieses Mittel steht bei der Telekom übrigens allen Kunden offen. Also sowohl bei den alten Zuhause-Tarifen (Call&Surf via Funk), am Smartphone oder Surf-Stick (MagentaMobil). Mittbewerber Vodafone bietet die Option ebenfalls gegen Entgelt. Per "Speedbucket" lassen sich verschiedene Kontingente. Etwas überhöhte Preise finden wir, da sollte Vodafone nachbessern. Alle Möglichkeiten und Preise zum Freikaufen aus der Drossel gibts hier in dieser Übersicht.

Noch recht jung ist der Trend hin zur sogenannten Datenautomatik bei Smartphone-Tarifen. Mittlerweile ist dieses Feature besonders im O2-Tarifuniversum weit verbreitet. Dabei wird automatisch ein Speedbucked gekauft, wenn der Kunde sein Volumen aufgebraucht hat. Je nach Provider unterscheiden sich die Kosten und Bedingungen ziemlich stark. Unser Ratgeber zur Datenautomatik gibt Aufschluss darüber was das kostet und vor allem, wie man diese bei Bedarf deaktiviert!


Für wen eignet sich eine LTE-Flat?

In erster Linie für alle im Einzugsbereich von sogenannten „weißen Flecken“. Also jenen Regionen, die noch nicht mit DSL oder alternativen Breitbandtechniken erschlossen sind. Angebote sind bereits seit Ende 2010 am Markt verfügbar und erreichen mittlerweile einen Großteil der Landbevölkerung. Interessenten können hier die Tarife vergleichen.


Die Paradedisziplin für LTE ist jedoch mobiles surfen. Turboschnell mit dem Smartphone oder Laptop ins Web. Von überall! Bereits seit dem 4. Quartal 2011 gibt es von der Telekom (klick) und Vodafone (klick) mobile LTE-Tarife. O2 folgte wenig später. Die Preise haben sich in den letzten 2 Jahren schon recht deutlich gesenkt und auch das Inklusivvolumen wächst wieder. Je nach Tarif, können am Smartphone ca. 1 - 30 GB pro Monat mit Highspeed genutzt werden.


Unbegrenzte Flatrates im Ausland teils gängig

Dass drosselfreie Tarife durchaus praktikabel sind, zeigt z.B. der österreichische Mobilfunkprovider "Drei". Seit jeher bietet der Provider LTE-Tarife ohne Volumenbegrenzung. Etwa die "Hui Flat 20" mit 20 MBit und unlimitiertem Datenvolumen. Allerdings ist "Drei" damit selbst in Österreich die Ausnahme. Ob es jemals vergleichbare Angebote auch hierzulande geben wird, ist stark zu bezweifeln. Auch in den USA sind entsprechende Tarife längst gängige Praxis.

Turbo ON: LTE-Flatrates mit 500 MBit/s

Rein theoretisch bietet LTE die Möglichkeit für mobile Flatrates mit bis zu 500 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload. Möglich macht dies die Weiterentwicklung "LTE-Advanced". Wir nennen LTE daher auch gerne „das VDSL der Lüfte“. Wir berichten regelmäßig über neue Angebote für mobile Flats oder aktuelle Sonderaktionen und empfehlen daher unseren kostenlosen Newsfeed per RSS! So bleiben Sie jederzeit auf dem Laufenden.





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