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Okt 28 2014



Kanada ist das zweitgrößte Land der Welt, trotzdem ist die Bevölkerung mit etwa 35 Millionen Menschen nicht mal halb so groß wie die in Deutschland. Für Mobilfunk-Provider sind das schwierige Voraussetzungen, denn natürlich möchte auch in Kanada jeder Mensch mit schnellem Internet versorgt werden. Max von LTE-Anbieter.info hatte die Gelegenheit, das LTE-Netz von Kanadas führendem Netzbetreiber „Rogers Wireless“ einige Monate zu testen und zeigt in diesem Artikel, dass eine gute LTE-Versorgung auch bei geringer Bevölkerungsdichte und weitläufiger Landstriche durchaus möglich ist. Welche Unterschiede gibt es im Vergleich zu Deutschland und was sollten Urlauber am besten machen?

Anbieter und Roaming-Abkommen
Kanadische Flagge in Banff

Der kanadische Mobilfunk-Markt unterscheidet sich signifikant von dem in Deutschland. So gibt es mit Rogers Wireless, Telus und Bell drei große, überregionale Anbieter. Diese haben aber trotz ihrer überregionalen Tätigkeit nicht in jeder Provinz ein eigenes Mobilfunknetz. Hierzu muss man wissen, dass das Land in mehrere dieser Provinzen unterteilt ist, ähnlich wie in England. Zum Beispiel „British Columbia“, was wie der Name bereits andeutet, eher durch England geprägt ist oder das benachbarte „Alberta“ mit deutlich französischen Einflüssen. Selbst an der Art der Zubereitung der Pommes merkt man mitunter, wo man ist. Doch zurück zum Mobilfunk.

 

In einigen Provinzen gibt es Anbieter, die nur regional tätig sind. Dazu gehören zum Beispiel MTS (Manitoba) und SaskTel (Saskatchewan). Hinzu kommen diverse Discount- und Sub-Marken wie Fido, Virgin Mobile und Kodoo, die in den Netzen der drei überregionalen Anbieter operieren. Ähnlich also, wie bei uns Fonic und O2 beispielsweis.

 

Doch auch bei der Vielzahl der verschiedenen Anbieter und Netze, braucht man im Normalfall keine Angst haben, ein Netz mal nicht nutzen zu können: Zwischen den regionalen und überregionalen Anbietern gibt es zahlreiche Roaming-Abkommen, die es den Kunden erlauben, das jeweils andere Netzwerk zu benutzen. So können zum Beispiel Kunden von Rogers Wireless das Netz von MTS in Manitoba nutzen – die meisten Kunden werden vermutlich nicht mal wissen, dass sie im MTS-Netz eingebucht sind. In der Regel gelten diese Roaming-Abkommen übrigens für alle Netztechnologien, also für GSM, UMTS und LTE gleichermaßen!

Preisstruktur: Prepaid wenig verbreitet

In Kanada (und USA) sind die Preise für LTE-Tarife ein wenig teurer als in Deutschland. Wer aber einen Tarif auf Vertragsbasis abschließt, erhält sehr faire Konditionen. So wählte ich für meinen Aufenthalt einen Tarif des Anbieters Fido (Discount-Tochter von Rogers Wireless), bei dem 5 GB Datenvolumen monatlich etwa 24 Euro kosteten. Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte. Anders als in Deutschland, sind die angebotenen Tarife und Preise bei jedem Anbieter nahezu identisch. Große Unterschiede gibt es nicht. Ein Tarifvergleich ist also praktisch kaum sinnvoll, es sei denn, man will den letzten Cent sparen. Einzig bei Prepaid-Tarifen muss man sich die Konditionen genau anschauen, wobei Prepaid in Kanada generell wenig Verbreitung findet und oft auch kein Zugang zum LTE-Netz möglich ist. Ohnehin macht Prepaid hier nur relativ wenig Sinn. Denn die meisten Verträge sind in Kanada ohne Laufzeit erhältlich und lassen sich monatlich kündigen. Auch als Ausländer kann man problemlos einen solchen Vertrag abschließen, was zum Beispiel für einen längeren Urlaub sehr sinnvoll sein kann. Fazit: Generell sind die Vertragsbedingungen im Vergleich zu Deutschland sehr fair und transparent.

Netzausbau in Kanada

Die Mobilfunknetze decken hauptsächlich die Provinzen ab, die eine nennenswerte Bevölkerungsabdeckung aufweisen. Von einer flächendeckenden Funkversorgung, wie sie in vielen Ländern in Europa üblich ist, kann in Kanada keine Rede sein. Dennoch ist der Netzausbau meiner Erfahrung nach erstaunlich gut. In den Städten, egal ob groß oder klein, hat man eigentlich immer LTE oder seltener auch 3G im Display stehen – das in Deutschland leider noch oft sichtbare 2G (GSM-Netz), lässt sich in Kanada kaum noch beobachten. Auch auf dem Land zeigt sich der Ausbau erstaunlich gut: So ist etwa auf der bei Touristen sehr beliebten Strecke durch die Rocky Mountains, von Calgary nach Jasper über Banff, öfter auch LTE an Orten verfügbar, an denen man es überhaupt nicht erwartet. Und das ist salopp gesagt Pampa pur, wo sich Wolf und Bär begegnen!

 

Urlaubsregion um Banff

Banff in den Rocky Mountains – viel Empfang trotz viel Natur

 

Als besonders gut habe ich den LTE-Ausbau in Manitoba empfunden. Der Anbieter MTS hat hier ganze Arbeit geleistet und bietet trotz sehr geringer Bevölkerungsdichte viel LTE an. Auch tief im Nationalpark, weit entfernt von jeder Siedlung, stehen die Chancen auf LTE oder 3G nicht schlecht. Ein Speedtest ergab Geschwindigkeiten von rund 30 MBit/s im Downlink und 12 MBit/s im Uplink. Ein Ergebnis, was man in deutschen Großstädten erwarten würde.

Frequenzbänder als wichtiger Faktor

In Deutschland wurde LTE Ende 2010 vor allem als Alternative zu DSL gestartet. So begann die Erschließung der vierten Mobilfunk-Generation zuerst auf dem Land, bevor dann in den Jahren 2011 und 2012 erste Städte mit LTE versorgt wurden. Eine wichtige Grundlage für den schnellen LTE-Ausbau war die Versteigerung der Frequenzbänder im 800 Megahertz-Bereich im Mai 2010. Nur mit den weit reichenden 800 MHz Frequenzen, ist ein wirtschaftlicher Ausbau in wenig besiedelten Gebieten durchführbar.

 

In Kanada startete LTE im September 2011 zuerst in den Städten Toronto und Vancouver im Frequenzbereich um 1700/2100 MHz. Der Grund war, dass die weit reichenden Frequenzbänder unter 1 Gigahertz noch nicht versteigert wurden und damit von den Providern nicht für LTE genutzt werden konnten. Das war aber nicht sehr tragisch, denn das UMTS-Netz galt damals schon in weiten Teilen Kanadas recht gut ausgebaut, anders als man das aus Deutschland kennt.

 

Vancouver - einer der ersten LTE-Städte Kanadas

In Vancouver (British Columbia) startete der kanadische LTE-Ausbau

 

Erst später wurde dann das 700 bzw. 850 MHz Band für die LTE-Nutzung freigegeben und LTE wurde auch auf dem Land ausgebaut. Die Anbieter in Kanada können mit den Frequenzbändern unter 1 GHz große Flächen mit geringer Bevölkerungsdichte wirtschaftlich versorgen. Da das Frequenzspektrum getrennt nach Provinzen versteigert wird, haben auch kleinere Anbieter, wie MTS und SaskTel, die Möglichkeit, ihren Standortvorteil gegen die größeren, nationalen Anbieter auszuspielen.

Fazit: erstaunlich gute LTE-Versorgung zu akzeptablen Preisen

Die vierte Mobilfunk-Generation LTE ist in Kanada nicht mehr weg zu denken. Die Netzabdeckung mit 4G ist gut bis sehr gut. Wer ein LTE-fähiges Endgerät hat, wird selten das 3G oder gar 2G Symbol im Display entdecken. Selbst in abgelegenen Regionen ist oftmals noch LTE-Empfang vorhanden, obwohl die nächste Siedlung viele Kilometer entfernt ist. Auch die Geschwindigkeiten können sich sehen lassen. Wenngleich sich in Deutschland punktuell deutlich schnellere Datenraten erreichen lassen. Erfreulich sind zudem die Konditionen: LTE bzw. generell Mobilfunk ist in Kanada keinesfalls billig, aber die Preise sind fair und die Vertragsbedingungen transparent.

 

Banff Innenstadt

 

Reisende sollten für Ihren Urlaub also unbedingt einen Mobilfunkshop besuchen und sich nach einer günstigen Lösung für den Aufenthalt umsehen. Denn nur 2 Megabyte per Roaming (nicht mal ein Bild) mit SIM eines deutschen Netzproviders, können schon teurer sein, als eine Monatslösung mit 5000 MB dort!

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Bilder: © lte-anbieter.info


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