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Sep 08 2013

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

Der LTE-Ausbau in Deutschland macht große Fortschritte, wie wir in den letzten Tagen wieder mehrfach berichteten. Viele Städte und Gemeinden sind bereits mit dem neuen Mobilfunkstandard versorgt, die Abdeckung bei Vodafone und Telekom liegt um die 60 Prozent. Während LTE für die Datenübertragung auf Smartphones und Modems ein Segen ist, müssen Endgeräte für die Telefonie weiterhin in das 3G oder 2G Netz wechseln, sobald ein Anruf getätigt wird. Dazu nutzen die Netzbetreiber die CSFB-Technologie (Cirquit Switched Fallback), die Rufaufbauzeiten verzögern sich im Vergleich zu normalen GSM-Verbindungen um rund eine Sekunde. Mittels VoLTE (Voice over LTE), soll dieser Zustand nun bald ein Ende haben. „Echte Telefonie“ via LTE ist endlich auf dem Weg!

VoLTE Demonstration auf der IFA 2013

Auf der internationalen Funkausstellung in Berlin zeigte sowohl die Deutsche Telekom, als auch Vodafone, den neuen Voice over LTE (VoLTE) Standard live in Aktion. Damit werden in Zukunft Handy-Telefonate auch im LTE-Netz möglich sein, Mobiltelefone müssen also nicht mehr extra auf das 2G- oder 3G-Netzwerk umschalten. Die Schwierigkeit an Voice over LTE ist aber nicht die Sprachverbindung im LTE-Netz, sondern das Handover auf die anderen Netze, wenn die LTE-Versorgung nicht mehr gegeben ist. Hier stehen sich zwei Technik-Generationen gegenüber: während das GSM-Netz und UMTS-Netz Sprachverbindungen noch leitungsgebunden übermittelt, wird im LTE-Netz ausschließlich der IP-Standard unterstützt. Hier hatten die Ingenieure und Techniker die Aufgabe, die VoLTE Technologie entsprechend zu optimieren, sodass Anrufe nicht abbrechen. Was so simple klingt, beschäftigt Experten und Funk-Ingeniere weltweit nun schon seit Jahren. Laut Vodafone ist die VoLTE-Netztechnik nun endlich so weit entwickelt, dass Telefonate ohne hörbare Verzögerung aus dem LTE-Netz in das UMTS- oder GSM-Netz übergeben werden können. Auch anders herum, also von 2G bzw. 3G auf LTE, ist eine unterbrechungsfreie Telefonverbindung durchführbar. Auch O2 kündigte bereits im Februar entsprechende Erfolge bei Live-Tests im eigenen Netz an.

Vorteile von VoLTE

Sowohl bei der Deutschen Telekom, als auch bei Vodafone, bringt die VoLTE Technologie aber noch weitere Vorteile. So wird zum Beispiel Strom gespart, da die Smartphones bei einem Anruf nicht mehr auf eine andere Netztechnologie wechseln müssen. Auch die Gesprächsqualität wird merklich verbessert: bei Voice over LTE ist HD-Voice standardmäßig aktiviert, sodass dem Nutzer ein deutlich breiteres Frequenzspektrum für Sprache zur Verfügung steht. Die Folge: man versteht sein Gegenüber klarer und Störgeräusche werden effektiver minimiert. Im August erst rüstete Vodafone sein Handy-Netz auf HD-Voice um, wie wir berichteten. Der dritte große Vorteil von VoLTE ist die im Vergleich zu UMTS und GSM drastisch minimierte Rufaufbauzeit, wenn sich die Endgeräte beider Gesprächspartner im LTE-Netz befinden. Bei einer Demonstration mit zwei speziell für VoLTE präparierten Sony LTE-Smartphones, auf dem Messe-Stand der Deutschen Telekom, klingelte das eine Gerät schon etwa 2 Sekunden, nachdem auf dem anderen Gerät der Rufaufbau gestartet wurde. Wie bereits bei 3G und teilweise 2G möglich, lässt sich während eines Telefonates auch die Internetverbindung weiter nutzen. So kann man während eines Gespräches zum Beispiel den Internetbrowser benutzen oder Downloads ausführen, ohne dass das Gespräch unterbrochen wird. Dies war bisher für LTE-Kunden oft nicht möglich.

 

Marktstart ab 2014

Telekom und Vodafone gehen unseren Nachfragen davon aus, dass Voice over LTE ab 2014 erstmals nutzbar sein wird. Aktuell werden die LTE-Netze und die restliche Netztechnik mit den entsprechenden Updates für VoLTE ausgerüstet. Die Endgeräte, wie LTE-Smartphones, benötigen ebenfalls Firmware-Updates und einen VoLTE-fähigen Chipsatz. Wie ein Mitarbeiter von Vodafone am Rande einer Technik-Demonstration auf dem Vodafone Messe-Stand mitteilte, wird auch nicht jedes LTE-Smartphone ein solches Update erhalten. Nur bei aktuellen Geräten, wie etwa dem Samsung Galaxy S4, oder dem kommenden iPhone, sei ein Update sehr wahrscheinlich. Wer also vor Weihnachten plant ein neues Handy zu kaufen, sollte nach Möglichkeit gleich darauf achten, dass es VoLTE-fähig ist. Besitzer von älteren LTE-Smartphones brauchen sich dennoch keine Sorgen zu machen: die aktuell für Telefonate genutzte CSFB-Technik wird auch in Zukunft weiter im Netz verfügbar sein, sodass es keinerlei Einschränkung in der Nutzung geben wird.

Update Sep. 2014

So wie es aussieht, wird sich der Marktstart für Voice over LTE noch etwas verzögern. Auch der IFA gab es leider keine neuen Informationen von den Providern hinsichtlich der Einführung. Kurz nach der Messe präsentierte Apple das neue iPhone 6. Überraschender Weise ist das neue iPhone eines der allerersten Smartphones überhaut, welches VoLTE von Haus aus unterstützt. Bleibt zu hoffen, dass sich Vodafone & Co. mit der Einführung der interessanten Technik beeilen.

 

Alles zum Thema und den aktuellen Stand, können Sie hier im großen VoLTE Spezial nachlesen.

 

Wissenswertes zum Thema:

» Telefonieren per LTE – der große Ratgeber



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