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Feb 16 2018

 von: A. R.

Eine langsame LTE-Verbindung ist, sofern der Nutzer nicht direkt bei einem Netzbetreiber Zuhause ist, eher Regel anstatt Ausnahme. Warum ist das so? Das Magazin Stern.de hat nachgehakt und bekam von Drillisch, Telefónica, 1&1 und Klarmonbil mehr oder weniger aussagekräftige Antworten. Im Endeffekt lautet das Fazit: Wer schnell surfen will, muss mehr zahlen.

 

„Surfen mit LTE-Geschwindigkeit“

Mit dem oben aufgeführten Slogan, werben viele Provider. Die Kunden assoziieren damit, was nachvollziehbar erscheint, ein gesteigertes Tempo beim mobilen Internet. Das kann so sein – muss aber nicht. Der Montabaur Anbieter 1&1 schildert dem Stern: „Die Bezeichnung ‚LTE-Geschwindigkeit‘ ist in Abgrenzung zum bisher verwendeten Mobilfunkstandard 3G als marktübliche Bezeichnung einer bestimmten Übertragungstechnik, nicht als Beschreibung einer Mindestgeschwindigkeit zu verstehen“. Technisch mag diese Antwort stimmen, moralisch ist sie aber sicherlich fragwürdig.

Schnelles Internet gegen Aufpreis

1&1 selbst bietet im o2-Netz LTE Max, die Teilnehmer können also bis zu 225 Mbit/s erreichen. Hierfür muss aber mindestens der Tarif LTE M gebucht sein. Beim kleinsten Paket (LTE S) ist bei 50 Mbit/s Schluss. Der Telekommunikationsanbieter Drillisch, zu dem neben 1&1 auch Marken wie WinSIM und Yourfone gehören, ist hingegen erfrischend direkt. Man habe verschiedene Pakete zu unterschiedlichen Preisen im Angebot, um den Kunden eine Auswahl abhängig vom Budget zu bieten. o2-Konzernmutter Telefónica vertritt dieselbe Meinung: „Nicht jeder Mobilfunknutzer sieht für sich die Notwendigkeit für LTE-Maximalgeschwindigkeit. Entscheidend ist, dass der Kunde entsprechend seinen Bedürfnissen das für ihn passende Angebot zu einem attraktiven Preisleistungsverhältnis findet“.

Klarmobil ist sich keiner Schuld bewusst

Klarmobil meldete sich ebenfalls zu Wort. Dort schiebt man den schwarzen Peter dem Netzbetreiber, in diesem Fall Telefónica, zu. Man würde keine LTE-Geschwindigkeit ausbremsen, sondern sei auf die Angebote des Netzbetreibers angewiesen. Wie Telefónica bestätigte, ist der Internet-Speed tatsächlich Verhandlungssache. Ironischerweise surfen die Teilnehmer Klarmobils mit UMTS (D-Netz, bis zu 42,2 Mbit/s) aber schneller als mit LTE (o2-Netz, bis zu 21,6 Mbit/s).

Unser Fazit

Wie immer heißt es „Augen auf beim Eierkauf“. Verbraucher assoziieren mit LTE in der Tat mittlerweile besonders schnelle, mobile Internetzugänge. Doch die meisten Anbieter hierzulande sind lediglich virtuelle Anbieter, welche auf das Netz der großen Drei (Vodafone, Telekom, O2) zugreifen. Besonders O2 zieht für Partner, wie etwa Aldi-Talk oder Tchibo, die Grenze bei nur 21,6 MBit. LTE ist also nicht zwingend immer gleichbedeutend mit einem „state of the art“ Daten-Turbo. LTE Max, also die beim jeweiligen Netzbetreiber aktuell höchstmögliche Geschwindigkeit, gibt es meist nur bei den Anbietern selbst. Einige Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Wer darauf Wert legt, ist also mit Drittmarken meist schlechter beraten. Allerdings zeigen Netztests immer wieder, dass die durchschnittlichen Datenübertragungsraten ohnehin weit, weit von den ausgelobten Maximalraten entfernt sind. Im Mittel werden da kaum mehr als 50 MBit erzielt. Zudem benötig man ein entsprechend modernes Smartphone und vor Ort müssen die Netze entsprechend ausgerüstet sein. Nicht zuletzt determiniert aber auch die Auslastung der LTE-Zellen, was zum Zeitpunkt X möglich ist.

Wissenswertes zum Thema:

» Ratgeber: Wie schnell ist LTE eigentlich
» Was ist LTE Max?
» Smartphone Tarife im Vergleich
» LTE Datentarife vergleichen


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Statement der Mobilfunk-Provider über das teils quälend langsame LTE: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
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2 Kommentare zu “Statement der Mobilfunk-Provider über das teils quälend langsame LTE”

  1. lte-anbieter.info sagt:

    Also in einem Punkt irren Sie sich. Otelo ist praktisch das Vodafone-Pendant zu congstar im Telekomnetz. Otelo ist also immer Vodafone und nicht O2! Im O2-Netz gibt es keine Beschränkungen mehr, man surft immer (soweit verfügbar) mit LTE. Anders bei Vodafone. Lidl Connect und Otelo sind außen vor bei LTE. 4G im Vodafonenetz gibts nur bei der Konzernmutter.

  2. Ralf sagt:

    Der Bericht stellt eine reine Meinungsäußerung dar und keine Fakten. Ich selbst bin bei Vodafone direkter Endkunde und habe einen Tarif der sich „LTE-Zuhause“ nennt. Vereinbart ist vertraglich eine Bandbreite bis zu 50 Mbit/s. Wer ein wenig Ahnung von Technik hat, weiß dass diese Bandbreite nur erreicht werden kann, wenn nur 1 oder wenige Teilnehmer an der Netz-Zelle hängen und kein weiterer Kunde oder Mobilfunkteilnehmer dieselbe Zelle nutzt.
    Inzwischen gibt es diesen Tarif nicht mehr online zu buchen da Vodafone ein angeblich „besseres Angebot“ mit seinem „GIBACUBE“ vermarktet. Hier sollen angeblich 300 Mbit/s erreicht werden aber auch das ist nur in der Theorie möglich wenn nur wenige Kunden surfen. Telefonieren ist mit dem Gigacube nicht mehr über eine Festnetzrufnummer möglich wie es beim LTE-Zuhause-Vertrag der Fall ist da dieser Anschluss einen „Festnetzanschluss“ ersetzen soll. Lt. Auskunft der Bundesnetzagentur drosseln die Provider ihren Stromverbrauch indem sie die Sende- und Empfangsleistung herunterkorrigieren. Letztlich leidet der Kunde hierunter.

    Ein weiterer Punkt ist der, dass die Verkäufer einem einen Vertrag verkaufen; z.B. Otelo – vermeintlich supergünstiger LTE-Vertrag im O²-Netz. So glaubt es zumindest der Kunde. Tatsächlich bietet o² seinen Kunden auch LTE mit entsprechend hoher Geschwindigkeit. Otelo jedoch erhält diesen Vorzug nicht und wenn man seinen Vertrag mal genauer liest stellt man fest, dass man sich u.U. ein teures, LTE-fähiges Händy gekauft hat, aber Otelo im Vertrag das LTE-Netz ausschließen muss da es von o² nicht für Otelo-Kunden zur Verfügung steht. Hier stimmt der Bericht um den es hier geht denn nur o²-Direktkunden erhalten wirklich eine Zugangsmöglichkeit zum LTE-Netz. Oder der Anbieter hat ausdrücklich einen Vertrag mit o² geschlossen und kann deshalb LTE an seine Kunden weitergeben. Also genau lesen, was im Vertrag steht. o²-Netz heißt nicht gleich auch LTE-Netz und genau dasselbe dürfte auch für alle anderen Netze gelten.

    Dass 1 & 1 über ein eigenes Netz verfügt dürfte ein Wunschtraum sein denn dann wäre 1&1 auch verpflichtet, Anschlüsse für Privatkunden zu schalten oder entsprechende Leitungen zu verlegen so dass der Kunde telefonieren und surfen kann. Genau dies ist aber nicht der Fall. 1&1 mietet die Leitungen der großen Netzbetreiber und schlägt eine zusätzliche Gebühr für die „Fremdnutzung“ auf. So muss ich z.B. bei Vertragsabschluss zusätzliche 5,- € pro Monat rechnen wenn ich einen Vertrag bei 1&1 abschließe die ausschließlich die Telekomleitung benutzen. Da ich keine Telekomleitung habe hält sich 1&1 aus der Sache raus und bietet trotz Zahlung von 5,- € keinen Vertrag an. Soviel zum angeblich „besten Netz“. Lediglich große Firmenkunden oder Städte bzw. Gemeinden können 1&1 beauftragen, direkte Leitungen zu verlegen. Das klappt aber auch nur dann, wenn es für 1&1 rentabel ist. Lt. Telekomunikationsgesetz ist jeder Netzbetreiber mit erheblichem Marktanteil verpflichtet, Telefonanschlüsse zu legen und Kunden ans Netz anzuschließen.

    Einzig allein die Telekom ist aber tatsächlich Netzbetreiber mit „erheblichem Marktanteil“ und kann zur Verlegung von Leitungen verpflichtet werden. Lt. Auskunft der Bundesnetzagentur gibt´s aber auch hier den Haken der „Wirtschaftlichkeit“. Wenn es also für die Telekom unwirtschaftlich ist, ein Haus ans eigene NEtz anzuschließen gibt´s keine rechtliche Möglichkeit, die Verpflichtung aus dem TKG erfüllen zu müssen. Also wozu brauchen wir überhaupt ein TKG wenn alles nur noch nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten geregelt ist. Das ist auch das Problem, warum die Digitalisierung vor den kleineren Städten und Gemeinden halt macht. Vodafon stellt jetzt auch noch die LTE-Versorgung der ländlichen Bereiche ein die den Gemeinden damals zugesagt wurde. Entsprechend verzichteten die Gemeinden auf den teureren Leitungsbau der Telekom und schossen entsprechend Bundesförderungen in den Wind. Heute bekommt der Einwohner die entsprechende Quittung in Form eines Sonderkündigungsrechts. Der Vertrag wird einfach nicht erfüllt und man kann dann sehen wo man schnell genug ein paar Brieftauben herbekommt um mit dem Rest der Welt in Verbindung zu bleiben. Bitte liebe Leser; dies ist kein Sarkasmus sondern eigene Erfahrung.

Alle Rechte am vorliegenden Text bleiben vorbehalten.


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