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Okt 13 2015

 von: A. R.

Jedes Jahr testet Computer-Bild das Netz der vier deutschen Betreiber Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus. Im Vorjahr gab es eine Überraschung, denn E-Plus konnte einiges an Boden gut machen. Nun werden die Karten aber neu gemischt, was auch für die Platzierungen der Anbieter gilt. Nur eines blieb gleich – zum Testsieger wurde erneut die Telekom gekürt. Ihr LTE-Netz macht die mit Abstand beste Figur.

 

Netztest Computerbild´15
Die Rahmenbedingungen des Computer Bild Netztest

Von Verbrauchern für Verbraucher, so lautet hier wohl das Motto, denn das Printmagazin nutzt die erhobenen Daten seiner Netztest-App zur Auswertung. Die Anwendung kann von jedem Bundesbürger auf dem Smartphone heruntergeladen werden. Man erhält durch die Applikation eine Übersicht von der Netzperformance und leitet die Ergebnisse an Computerbild weiter. Insgesamt wurden 2.099 GB von 78.510 Teilnehmern verbraucht. Es gab 136.234 Verbindungen und 105.482 Tests. Genug Daten also, um eine authentische Auswertung zu ermöglichen. Die Internetverbindung wurde nach Verfügbarkeit bewertet – sofern LTE beim Nutzer vor Ort verfügbar war, wurde dieses genutzt, andernfalls UMTS.

LTE-Ergebnisse nach Bundesländern

Die einzelnen Bundesländer zeigen erwartungsgemäß ein gemischtes Bild bezüglich der Bandbreite und des Ausbaus. Generell liefern die Telekom und Vodafone eine gute Verfügbarkeit, bei der Geschwindigkeit ist aber auch dort noch Luft nach oben. Die Bandbreiten entsprechen dem gemessenen Durchschnitt.

 

Berlin:Erwartungsgemäß hohe Werte verzeichneten man im Schnitt in Berlin. Die Telekom bietet hier 51 Mbit/s bei einer Flächenabdeckung von 83 Prozent. Vodafone versorgt sogar 85 Prozent des Bundeslandes, jedoch nur mit 25 Mbit/s. O2 rangiert mit 20 Mbit/s und 84 % der Versorgung auf dem dritten Rang. Abgeschlagen zeigt sich E-Plus: Zwar sind 28 Mbit/s noch brauchbar, allerdings erreicht der Anbieter nur 63 Prozent Berlins.

 

Nordrhein-Westfalen: In NRW sind die Positionen der Netzanbieter ähnlich, die Bandbreite von O2 jedoch enttäuschend. Der Bonner Betreiber hat hingegen erneut die Nase vorne, in Nordrein-Westfalen werden 36 Mbit/s und 67 Prozent Flächenabdeckung gemessen. Vodafone hält den zweiten Platz mit 28 Mbit/s und beliefert 57 Prozent des Bundeslandes. Bei O2 waren nur 17 Mbit/s möglich – bei lediglich 47 Prozent Flächenabdeckung. Die Werte von E-Plus sind allerdings noch alarmierender. Zwar liegt das kleinere Telefonica-Unternehmen mit 21 Mbit/s vor dem großen Schwester-Netz, aber nur bei 36 Prozent Nordrhein-Westfalens.

 

Hamburg: Sowohl die Telekom als auch Vodafone haben in Hamburg ihre Hausaufgaben gemacht und bieten eine gute Performance nebst effizienter Versorgung. Der magentafarbene Anbieter setzt sich mit 35 Mbit/s und 78 Prozent Abdeckung erneut die Krone auf. Vodafone erreicht zwar 81 Prozent Hamburgs, allerdings nur mit 23 Mbit/s. Eine relativ gute Figur macht E-Plus (23 Mbit/s, 64 Prozent Fläche). Bei O2 ist hingegen lediglich Surfen im Schneckentempo (12 Mbit/s) möglich, wobei das auch nur für 67 Prozent des Bundeslandes gilt.

 

Bayern: Das bayrische 4G-Netz lässt noch zu wünschen übrig. Die Telekom rangiert mit 27 Mbit/s bei 73 Prozent Abdeckung auf Position Eins, danach geht es aber steil bergab. Vodafone liefert nur 19 Mbit/s und versorgt 66 Prozent Bayerns. Weniger als Zweidrittel der Fläche (59 Prozent) werden bei O2 notiert, wobei die Geschwindigkeit mit 22 Mbit/s etwas höher als bei Vodafone ist. Wer in Bayern E-Plus nutzt, hat ganz schlechte Karten, denn bei diesem Anbieter gibt es lediglich 18 Mbit/s bei gleichermaßen 18 Prozent des Bundeslandes.

 

restliche Bundesländer:
In Schleswig-Holstein erscheint die Lage für E-Plus-Kunden mit 9 Prozent Flächenabdeckung katastrophal, in Mecklenburg-Vorpommern ist die Versorgung von Telefonica allgemein mit maximal 26 Prozent ebenfalls düster. In Bremen sollte man auch den grünfarbenen Netzbetreiber meiden, da dort nur 39 Prozent des Bundeslandes versorgt werden. Dieses Szenario zieht sich wie ein roter Faden durch die anderen Regionen bis zum traurigen Tiefpunkt von 8 Prozent Flächenabdeckung in Thüringen (E-Plus). Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen haben alle um die 80 Prozent Versorgung bei der Deutschen Telekom. In Baden-Württemberg kommt aber selbst das Bonner Unternehmen nicht über 60 Prozent hinaus, in Brandenburg sind es immerhin noch 70 Prozent.

LTE-Ergebnisse nach Großstädten

Computer Bild hat die Ergebnisse der 25 größten Städte Deutschlands innerhalb des Netztest festgehalten. Ausgewertet wurde erneut die durchschnittliche Bandbreite. Die höchste Geschwindigkeit wurde dabei mit 85,9 Mbit/s bei der Telekom in Mönchengladbach gemessen. Der zweithöchste Wert von 58,9 Mbit/s stammt ebenfalls von diesem Konzern und kam aus Nürnberg. In Berlin schaffte die Telekom 26,2 Mbit/s, E-Plus 19,8 Mbit/s, Vodafone 15,3 Mbit/s und O2 9,4 Mbit/s. Die Kölner erhalten von O2 den meisten Speed. Dort gibt es 30,5 Mbit/s, E-Plus liegt mit 28,3 Mbit/s leicht dahinter. Vodafone hält mit 20,9 Mbit/s den vorletzten Platz, ganz hinten liegt erstaunlicherweise die Telekom mit 19,4 Prozent.

 

Fernab der Durchschnittswerte, lassen sich natürlich in der Praxis auch deutlich höhere Datenraten erreichen. Passende Hardware und Tarif natürlich vorausgesetzt. In einem jüngst durchgeführten eigenen Test, konnten wir per LTE-Advanced im Telekomnetz z.B. bis zu 180 MBit erzielen. Und zwar mit einem iPhone 6s samt LTE-Advanced fähigen MagentaMobil-Tarif der Telekom.

 

Speedtest mit CAT6
Flächenabdeckung in der Stadt und auf dem Land

Neben den Bundesländern und Städten wurden auch die Ballungszentren und abgelegenen Regionen im Speziellen unter die Lupe genommen. In der Stadt ist man sowohl bei der Telekom (76,02 Prozent), als auch bei Vodafone (75,39 Prozent) und O2 (71,16 Prozent) gut aufgehoben. Lediglich bei E-Plus sieht es mit 51,60 Prozent mager aus. Zwar sind alle Netzbetreiber bemüht, auch die ländlichen Regionen gut mit LTE zu versorgen, richtig geglückt ist das bislang allerdings nur der Telekom. Der Anbieter versorgt hier 72,60 Prozent, Vodafone nur 57,47 Prozent und O2 weist 40,64 Prozent auf. Außerhalb der Stadt hat man mit E-Plus keinen Spaß am 4G-Netz, lediglich 13,40 Prozent der Fläche werden erreicht. Wichtig insbesondere dann, wenn LTE für Zuhause als Alternative zu DSL eingesetzt wird.

Finales Testergebnis: Vodafone holt sich den zweiten Platz zurück

Die Telekom hat erneut den Titel beim Computer Bild Netztest verteidigt und mit der Note 2,34 (gut) abgeschnitten. Vodafone ist jedoch dicht auf den Fersen und erhielt eine Bewertung von 2,53 (befriedigend). Bronze schnappt sich O2 mit 2,83 (befriedigend), was lediglich ganz knapp vor E-Plus (auch befriedigend / 2,84) ist. Mit 7,4 gemessenen Mbit/s hält E-Plus zwar den Negativ-Rekord der Bandbreite, dafür ist der UMTS-Ausbau jedoch der beste aller Netzbetreiber. Besonders auf dem Land macht sich das bemerkbar. Generell zeigen sich die Telekom und Vodafone auch 2015 stark, Telefonica muss allerdings etwas zulegen. Der LTE-Ausbau auf dem Land ist bei allen Netzbetreibern noch nicht optimal.

Wissenswertes zum Thema:

» Computer Bild Netztest 2014
» LTE Speedtest machen
» LTE Tarife vergleichen und wechseln


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2 Kommentare zu “Computer Bild Netztest: Telekom vorn, Vodafone kämpft sich zurück”

  1. lte-anbieter.info sagt:

    Da hast du prinzipiell Recht, aber die meisten neueren Smartphones unterstützten seit Monaten wenigstens CAT4. Somit wären also 100-150 MBit schon drin gewesen. Das da nicht einer bei war!?

  2. tomas-b sagt:

    Zitat:
    „…Allerdings wundert uns etwas, dass die schnellste Geschwindigkeit im Telekomnetz nur bei etwas über 85 MBit liegen soll….“

    Das wird daran liegen, dass die Hardware bei den Testern (sind ja *nur* normale User) noch nicht fit für LTE Advanced ist. Somit kann auch keiner den maximalen Speed erreichen…

Alle Rechte am vorliegenden Text bleiben vorbehalten.


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