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Aug 14 2019

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

Spätesten seitdem Vodafone den LTE-Nachfolger „5G“ Mitte 2019 erstmals ans Netz brachte, redet seither die gesamte Branche nur noch von der 5. Mobilfunkgeneration. Doch in der Realität hängen viele Nutzer noch im fast 20 Jahre alten 3G-Netz fest, ganz ohne 4G/LTE! Das könnte sich bald rächen und Millionen zurück in die Mobilfunksteinzeit (2G) schicken. Wir zeigen, warum alle ohne LTE/4G so schnell wie möglich wechseln sollten, wer betroffen ist und wie man dabei meist sogar noch spart.

4G/LTE Nutzung noch längst nicht die Regel – trotz guter Verfügbarkeit

Als dieser Beitrag entstand (Aug. 2019), war LTE/4G bereits für ca. 95 Prozent aller Haushalte in Deutschland verfügbar. Bis 2022, so eine Vorgabe der Bundesnetzagentur, müssen sogar 98 Prozent mit über 100 MBit per LTE versorgt werden. Die Abdeckung von O2, Telekom und Vodafone unterscheidet sich zwar regional, aber im Schnitt kann ein Großteil der Bevölkerung schon auf die 4. Generation zugreifen. Doch ein Jahresbericht der Bundesnetzagentur sorgte im Sommer 2019 für Schlagzeilen. Demnach nutzt erst rund die Hälfte der Verbraucher (47 Prozent) 4G/LTE. Satte 53 Prozent sind noch ausschließlich mit dem veralteten 3G (UMTS/HSDPA) oder gar 2G unterwegs[1].

 

Über die Hälfte der Deutschen nutzt noch das veraltete 3G oder 2G

 

Allein bei Vodafone soll es 400 Tsd. Kunden betreffen – bei Drittanbietern im Vodafone-Netz (wie z.B. Otelo) sogar über 1 Millionen. Genauere Angaben liegen hier leider seitens der anderen Mobilfunker nicht vor, aber alleine die Vodofone-Zahlen zeichnen kein gutes Bild und dürften in etwa für den Branchenquerschnitt sprechen.

Ende von 3G: Millionen Smartphone-Nutzer vor dem Blackout

Doch wo ist das Problem, wenn man noch kein LTE hat? Dies ist nämlich keinesweg nur der schlechteren Internet-Performance geschuldet, wie die meisten glauben werden. Vielmehr sollen die alten 3G-Netze bald schon gänzlich abgeschaltet werden und Platz für die moderneren Standards 4G und vor allem 5G machen.

 

3G wird bald abgeschaltet und schafft mehr Raum für LTE & 5G

 

Millionen Nutzer müssen also bald wechseln oder fallen zurück auf 2G, welche als Backupstandard weiter betrieben werden soll. Hier ist aber vorwiegend Telefonie möglich. Die Datenrate bei EDGE & Co. reicht gerade so zum Aufrufen einer herkömmlichen Webseite – mit erheblicher Wartezeit versteht sich.

Warum wird 3G (UMTS/HSDAP) abgestellt?

Das hat mehrere, vor allem ökonomische Gründe. Zur Übertragung von Sprache und Daten benötigen die Mobilfunkunternehmen bildlich gesprochen „Autobahnen“ in Form von Frequenzbereichen im elektromagnetischen Spektrum. Üblicher Weise liegen die zurzeit zwischen 700 MHz und 3.600 MHz. Jeder Provider kann dabei immer nur bestimmte Bereiche, also „Spuren“ auf der Autobahn, nutzen, die auch unterschiedlich breit sind. Je breiter und zahlreicher, desto schneller kann die Internetverbindung in Kombination mit 4G oder 5G sein. Diese „Autobahnen“ stehen aber nur begrenzt zur Verfügung. Das veraltete 3G und 2G belegt etliche dieser wichtigen Datenstraßen im Funkspektrum. Daher sollen so viele wie möglich für neuere weichen und bald für die Nachfolger eingesetzt werden.

 

Doch das ist längst nicht die ganze Wahrheit. Denn viele der im Jahr 2000 versteigerten Lizenzen, zur Nutzung eben dieser Autobahnen, laufen ab 2020 ab und können neu belegt werden. Ohnehin wäre es zu teuer und aufwändig, vier Mobilfunkstandards gleichzeitig zu betreiben. Also 2G, 3G, 4G und nun auch noch 5G. Unsinnig kommt noch als Argument hinzu! Denn 2G als Reserve reicht aus, während LTE & 5G die Hauptlast des Telekommunikationsaufkommens für Sprache und mobiles Internet stemmen.

 

Es gibt aber noch einen weiteren Grund für die Einstellung von 3G. Denn um 5G auszubauen, mussten sich Dt. Telekom, Vodafone und O2 verpflichten, bis 2022 98 Prozent aller Haushalte mit >100 Mbit zu versorgen. Das geht schon technisch bedingt nur mit 4G oder höher[2].

Wann kommt das 3G-Aus?

Hierzu gibt es von den drei Netzbetreibern unterschiedliche und nur vage Angaben. Am konkretesten ist dabei die Deutsche Telekom. Der Konzern hat bereits 2017 einen Passus in seine AGB aufgenommen, wonach man ab Ende 2020 vorbehaltlich 3G zugunsten von neueren Techniken abstellen könnte. O2 hat noch keinen offiziellen Termin genannt, aber informierte Unternehmenskreise sprechen wohl von 2022 als Zielmarke. Bei Vodafone gibt man sich noch vage und redet nur von „in einiger Zeit“. 2021 dürfte aber auch hier als sehr wahrscheinlich gelten. Die Zeit drängt also!

Noch vor dem 3G-Blackout zu LTE wechseln

Auch wenn Sie nicht direkt Kunde bei Vodafone, der Telekom oder O2 sind: Sämtliche andere Anbieter und Tarife, egal ob Aldi, Tchibo, klarmobil, Lidl (um nur einige zu nennen), greifen auf das Mobilfunknetz eines der drei Netzbetreiber zu. Von daher ist ein Wechsel für jeden ohne 4G unumgänglich, sonst droht der Rückfall ins Jahr 1995, als Handys nur zum Telefonieren genutzt wurden. Im schlimmsten Fall (kein 2G vor Ort) droht sogar der komplette Blackout – also weder Sprache noch Internet funktionieren. Die gute Nachricht: Wechseln ist nicht nur kinderleicht, sondern kann auch Geld sparen. Dazu mehr im übernächsten Abschnitt!

 

3G offline: Im schlimmsten Fall bleibt das Handy einfach stumm

Gründe: Warum viele noch mit dem alten 3G surfen und telefonieren

Hier können drei Ursachen ausgemacht werden. Zu alte Handys/Smartphones, veraltete Tarife oder veraltete SIM-Karten. Jedes für sich sperrt Sie aus den neusten Funknetzen, also 4G oder 5G, aus.

 

Grund 1: Das Handy: Nicht jeder kauft sich aller zwei bis drei Jahre ein neues Smartphone für 500-1.000 Euro. Ein nicht unerheblicher Teil verwendet sein Telefon bis zu 10 Jahre, besonders Gelegenheitsnutzer, Rentner oder wenn die Geräte nur zum Notfall – etwa im Auto – mitgeführt werden. Rein optisch lässt sich leider nur schwer erkennen, ob ein Telefon schon LTE unterstützt. Denn nur bei wenigen Modellen ist auf dem Gehäuse der Zusatz 4G oder LTE vermerkt. Meist hilft nur ein Blick ins Handbuch. Pauschal kann man aber feststellen, dass es kein LTE kann, sofern es vor 2013 gekauft wurde. 2011 wurde der Standard hierzulande eingeführt und LTE-Smartphones kamen erst 2 Jahre später und zudem noch sehr langsam auf den Markt. Gleiches gilt, wenn es vor 2014 erworben wurde und unter 300 Euro gekostet hat. Etliche Jahre war LTE als Feature bei Smartphones nämlich recht teuer und nur Top-Modellen vorbehalten. Heute gibt es mitunter schon 4G-taugliche Geräte um die 100 Euro.

 

Grund 2: Der Tarif: Nach der Einführung war LTE noch etliche Jahre eher ein Premium-Feature, musste als extra bezahlt werden. Besonders im Prepaid-Segment kam die 4. Generation erst vor wenigen Jahren an. Zudem gibt es auch heute noch einige wenige Tarife, die gar kein LTE bieten. Besonders wenn ihr Tarifangebot im Vodafone- oder Telekomnetz realisiert wird. Einzig alle im O2-Netz sind fein raus! Denn die Telefónica lässt seit 2016 alle im eigenen Netz ohne Aufpreis das neuere LTE nutzen. Eine Tarifumstellung ist hier nicht nötig. Für alle anderen kann ein Tarif oder Anbieterwechsel hilfreich sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach, sparen Sie dabei sogar Geld, denn viele alte Tarife sind überproportional teuer. Eine Allnet-Sprachflat mit LTE gibt’s heute z.B. schon ab rund 8 € monatlich. Daher hilft ein Blick hier auf unseren Tarifvergleich.

 

Grund 3: Alte SIM-Karte: Es kann auch durchaus sein, dass Ihr Tarif Sie prinzipiell ins LTE-Netz lassen würde, aber die SIM-Karte dies nicht zulässt. Wer nur sehr selten sein Handy wechselt, bei dem verrichtet aller Wahrscheinlichkeit nach noch eine alte SIM-Karte ihr Werk. Sofern diese der auf dem folgenden Bild im linken Bereich gleicht, ist sie schon deutlich über 8 Jahre alt. Üblich sind seit längerem nämlich vorgefertigte Stanzungen auf kleinere Formate, wie das Micro- oder Nano-Format (ganz rechts im Bild). SIMs im Standardformat kommen fast gar nicht mehr zum Einsatz.

Standard- Micro und Nano SIM im Vergleich

 

Problematisch der Umstand aus zweierlei Gründen. Einmal fassen alle neueren Geräte nur noch die kleineren Formstandards – die große SIM-Karte lässt sich also gar nicht erst einlegen. Zum anderen sind besonders betagte SIMs unter Umständen noch nicht USIM fähig – ein für LTE notwendiges Authentifizierungsverfahren für mehr Sicherheit. Abhilfe schafft dann ein Wechsel der SIM-Karte. Die meisten Anbieter tauschen diese bei Bedarf kostenlos. Wenden Sie sich einfach an den Kundendienst und geben an, die SIM sei zu alt oder defekt.

Wie erkenne ich, ob ich 4G nutzen kann und welchen Anbieter ich habe?

Ersteres lässt sich leicht feststellen, sofern man schon ein Smartphone einsetzt. Wenn vor Ort LTE ausgebaut wurde (wahrscheinlich ja, sonst hilft ein Blick auf die Ausbaukarten von > Vodafone > Telekom > O2 Telefónica), zeigt jedes Gerät bei bestehender Datenverbindung im Kopfbereich den gerade genutzten Standard an. Die folgende Aufnahme zeigt exemplarisch eine Verbindung mit 3G und 4G.

3G vs. 4G auf dem Handy

Einige Modelle geben „4G“ oder „LTE“ an. Ansonsten wird „EDGE“, „UMTS“, „3G“, „H“ / „H+“ oder „2G“ angezeigt. Mehr Möglichkeiten und Tipps dazu, hier in unserem Spezial „Habe ich schon LTE?“.

 

Für mehr Details helfen zudem spezielle Apps, wie z.B. „Network Signal Info“. Hier bekommt man neben dem gerade anliegenden Funkstandard, sogar seinen Anbieter und Netzprovider angezeigt.

Anbieter und Standard prüfen

Erste Anbieter reagieren

Nicht immer liegt es aber nur am Kunden selbst, der z.B. veraltetes Equipment einsetzt. Einige Tarifanbieter sperren sich seit Jahren LTE für alle freizugeben. Besonders die Drittmarken und Unternehmenstöchter von Vodafone und Telekom sind hier zu nennen. Bei Otelo und congstar gibt es LTE erst seit kurzem und auch nur gegen Aufpreis für Vertragstarife. Hier spielt offensichtlich die Angst mit, dass dann die eigenen Premium-Tarife völlig überteuert und unattraktiv erscheinen, wenn es vergleichbares für die Hälfte bis ein Drittel des Preises gibt. Mittelfristig dürften daher – also bis spätestens Ende 2020 – die letzten LTE-Verweigerer nachgeben, da sonst herbe Imageverluste drohen, wenn dann ein Großteil der Kunden ohne Netzabdeckung oder mit dem uralten 2G dasteht.

Kostet LTE mehr?

In der Regel nein. Nur sehr wenige Anbieter verlangen noch einen Aufpreis. Meist ist 4G ohne Aufpreis Vertragsbestandteil.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Zunächst sollten Sie in den nächsten Monaten (wie oben beschrieben) herausfinden, welche Faktoren ursächlich sind, dass Sie noch kein LTE haben bzw. ob dies überhaupt der Fall ist. Wenn dem so ist, empfiehlt sich auf jeden Fall der Wechsel zu einem Smartphone neueren Typs, allein schon aus Sicherheits- und Komfortgründen. Denn neue Modelle sind deutlich schneller und leistungsstärker als noch vor 5-8 Jahren. Gute LTE-Smartphones müssen dabei nicht einmal besonders teuer sein und 1.000 Euro kosten. Ausgezeichnete Geräte sind schon für 100-300 Euro zu haben. Auch Lebensmitteldiscounter, wie Aldi, haben oft preiswerte Schnäppchen im Angebot. Ein Tarif- bzw. Anbieterwechsel ist ebenfalls nicht schwer – die Rufnummer kann selbstverständlich mitgenommen werden. Im besten Fall sparen Sie sogar bares Geld. Hier geht’s zum Vergleich aller Smarthpone-Tarife.

Ist LTE immer schneller als 3G?

Nein, nicht unbedingt. Bei den Netzbetreibern selbst gibt’s immer LTE-Max, also 225 bis 500 MBit/s, was schon fast Glasfaserniveau ist. Viele Discount-Tarife werden aber von den Netzanbietern ausgebremst. Fast alle Drittanbieter im O2-Netz bieten daher nur 21,6 MBit/s. Das ist zwar langsamer als 3G, welches bis zu 42 MBit ermöglichte, dafür ist 4G aber weit besser ausgebaut und punktet dank der niedrigeren Latenzzeit dennoch mit einem besseren Surferlebnis.

Wissenswertes zum Thema:

» Smartphone Tarife im Vergleich
» Wie schnell ist LTE?
» Marktübersicht LTE

 

Quellen:
[1] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/3g-abschaltung-handynutzer-mit-billigvertraegen-stehen-bald-ohne-netz-da-a-1275578.html
[2] Bundesnetzagentur Auflagen 5G-Auktion

 



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