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Aug 21 2018

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

In einigen Ländern der Welt ist der Traum schon länger gelebte Realität: Unbegrenztes Datenvolumen beim mobilen Internet. Ganz ohne Drossel und Volumengrenze. Doch in Deutschland herrscht maßgeblich die Limitierung vor. Es gibt aber erste Tarife und Ansätze ohne lästige Bremse. Wir zeigen, was für LTE-Nutzer mittlerweile möglich ist.

 

Egal ob man LTE als DSL-Alternative in ländlichen Gefilden nutzt oder am Smartphone bzw. Tablet zum schnellen surfen: Dank der 4. Mobilfunkgeneration geht das mittlerweile mit 500-1000 MBit pro Sekunde, also auf Glasfaser-Niveau. Derartige Anschlüsse (FTTH), bringen es in der Spitze auf bis zu 1000 MBit. Im Kabelnetz bietet Vodafone in vielen Städten ebenfalls 500 MBit. Dabei sind die Möglichkeiten bei LTE noch längst nicht ausgereizt und dürften bald ebenfalls weiträumig die 1000 MBit knacken. Vodafone zumindest betreibt schon erste Städte mit derart ausgerüsteten Netzen.

 

Ärgerlich nur, dass der Datenturbo sich kaum zu 100 Prozent nutzen lässt! Bei günstigen Smartphone-Tarifen, ist im Schnitt bei 2-5 GB Datenvolumen monatlich Schluss (Übersicht). Natürlich gibt es auch teure Tarife mit 20-30 GB monatlich, diese rangieren aber meist nahe der 100 Euro Marke oder sogar darüber. Unlimitierte LTE-Flatrates wären daher der Traum der meisten Mobilfunkkunden. Besonders für alle, die LTE notgedrungen als DSL-Ersatz nutzen. Im Sommer 2016 starteten erstmals vereinzelte Angebote, welche völlig unlimitiert sind, also keine Volumenbegrenzung aufweisen. Nach der Telekom folgten Vodafone und O2 ebenfalls mit Alternativen zur bisherigen Drosselung, wenn auch mit etwas anderem Vorzeichen. Folgend zeigen wir was geht und was nicht.

LTE ohne Drossel Variante A)

Den ersten Schritt, hin zu LTE ohne Begrenzung, machte Anfang September 2016 die Deutsche Telekom. Mobil surfen ohne Limit gibt’s seither im Magenta-Netz auf zwei Wegen. Der einfachste führt über die Option „Dayflat“, welche in allen Smartphone– und Datentarifen gebucht werden kann. Einmal eingeloggt, geht’s dann mit LTE-Max (hier bis 300 MBit) völlig grenzenlos durchs Internet – 24 Stunden zu 4.95 Euro. Prinzipiell könnte man damit also auch ein Videostreaming-Dienst, wie Netflix oder Amazon Video einen Tag lang ohne Limit nutzen. Zudem erhalten Neukunden, die hier eine der Smartphone Allnetflats MagentaMobil bestellen, einen Monat lang die Dayflat kostenlos – jeden Tag!

 

Full Flat mit LTE von der Telekom

 

Variante 2 führt bei der Telekom über den Smartphone-Tarif „MagentaMobil XL“. Seit 06. März 2018 eröffnet dieser deutschen Verbrauchern erstmals die Möglichkeit für eine bezahlbare 4G-Mobilfunk Allnetflat. Mit nur knapp 80 Euro monatlich, könnte der Durchbruch für den Massenmarkt unmittelbar bevorstehen. Eine Nutzung als stationärer DSL-Ersatz wird von der Telekom allerdings kategorisch ausgeschlossen.

 

Ganz neu ist das Thema unbegrenzte Allnetflat bei der Telekom allerdings nicht. Denn bereits seit über einem Jahr bietet der Konzern mit MagentaZuhause XL Premium, ein Tarifmodell mit unendlich Highspeedvolumen, auch ohne Buchung einer Option. Leider kein billiges Vergnügen. Sage und schreibe 200 € dürfte den meisten der endlose Surfspaß wohl nicht wert sein, obgleich noch etliche weitere Premiumdienste mit enthalten sind.

 

Es gibt aber noch eine 3. Variante für Telekomkunden: Ende April 2017 führten die Bonner ein weiteres Feature ein, welches unendliches Streaming von Video, Film und Musik per LTE ermöglicht. Mit „Stream on“ wird das Datenvolumen bei der Nutzung ausgewählter Dienste (schon > 150) nicht angetastet. Stream On ist sogar kostenlos, aber nur bei bestimmten Smartphone-Tarifen der Telekom enthalten. Alle Details hier in unserem großen Stream On Spezial.

LTE ohne Drossel von Vodafone)

Wie zu erwarten, dauerte es nicht lange, bis Vodafone mit einem ähnlichen Angebot wie die Telekom konterte. Die Antwort der „Roten“ nennt sich „Vodafone Pass“. Wie auch bei Stream On von der Telekom, sind bestimmte Dienste vom Datenverbrauch ausgenommen, werden also nicht gezählt. Alle RED-Kunden können bei Bestellung hier auf www.vodafone.de/red, zwischen vier verschiedenen Pässen wählen. Jedes hat seinen Schwerpunkt auf einem anderen Themenfeld, wie z.B. Video, Musik oder Social Media. Ein Pass ist inklusive, weitere können optional zugekauft werden. Mehr dazu auch hier in unserem Vodafone-Pass Themenspezial.

 

Variante 2: Mit dem Tarif „RED XL“, hat Vodafone seit 15.5.2018 ebenfalls eine unendliche LTE-Flat im Angebot. Das Angebot ähnelt dem der Telekom und kostet ebenfalls knapp 80 Euro monatlich.

Unbegrenzt Surfen bei O2)

Variante 1: O2 ging zunächst einen etwas anderen Weg, der sowohl Vorteile wie auch Nachteile aufweist. Bevor wir uns den Details widmen sei verraten, der Vorteil liegt in der Bezahlbarkeit. Mit „O2 free“ führte der Mobilfunker erstmals Tarife ein, welche nicht mehr auf magere 32 oder 64 Kbit gedrosselt werden, sondern auf 1 MBit (ca. 1000 Kbit). Statt einer Vollbremsung auf der Datenautobahn, gibt’s also keinen harten Break – man fährt noch in annehmbarer Geschwindigkeit! Mit 1 Mbit sind sogar prinzipiell noch Youtubevideos nutzbar, wenn auch ggf. mit Rucklern gerechnet werden muss. Gängige Alltagsaufgaben sind dagegen in durchaus akzeptablem Tempo weiter möglich. O2 wirb damit, dass man „unendlich weiter surfen“. Ganz konnten wir den Aussagen nicht glauben und haben 2 Wochen selbst O2 Free getestet. Sowohl mit Videoapps (Sky, Mediathek, Zattoo etc.) und mit normalen Anwendungen a la Whatsapp und Google Maps. Die überraschenden Ergebnisse des Tests, können Sie hier nachlesen.

 

 

Zudem haben wir einmal kurz ausgerechnet, was man im Extremfall pro Monat laden könnte: Angenommen, man lädt immer mit der maximalen Datenrate von 1024 Kbit/s, ergibt das pro Monat maximal 317,4 Gigabyte, sofern man mit dem günstigsten Tarif (1 GB Highspeedvolumen) sofort in die Drosselung fallen würde. Rein rechnerisch wären mit 32 Kbit/s pro Monat nur 9,88 GB möglich. Nachteilig ist, dass ebenfalls gedrosselt wird, nur eben bei weitem nicht so heftig wie bei der Konkurrenz. Auch auf LTE muss man dann temporär verzichten.

 

Variante 2: Seite August 2018 gibt es aber auch erstmals eine echte LTE-Datenflat ohne Geschwindigkeitsbeschränkung (LTE Max), ähnlich wie bei den von Vodafone und der Telekom oben vorgestellten Angeboten. Mit „O2 Free Unlimited„, gibt es keine Limits mehr. Der Preis liegt dabei erfreulicher Weise deutlich unter dem der Konkurrenz. Bereits für rund 60 Euro ist man dabei. Bestellung hier auf www.o2online.de/o2free.

Studie zu den Preisen in Europa

Wie ein Vergleich von LTE-Anbieter.info im Juni 2018 zeigt, zahlen Mobilfunkkunden hierzulande für unbegrenzte Datenflatrates nach wie vor am meisten. Eine Reduktion der Preise ist vorerst nicht in Sicht.

 

Fazit

Die ersten Grundsteine wurden Anfang 2018 gelegt. Dennoch gibt’s in Deutschland weiterhin keine für die breite Masse bezahlbare, unbegrenzten Allnet-Flats mit LTE. Immerhin setzte O2 im August 2018 mit der O2 Free Unlimited Flat von 60 Euro monatlich einen ersten Akzent zu niedrigeren Preisen. Dennoch bleibt der reuelose Surfspaß für unterwegs vorerst eine etwas elitäre Angelegenheit. Entweder muss man tief in die Tasche greifen, bei Bedarf nachbuchen, spezielle Datenpässe buchen oder sich eben mit einer relativ flotten Drossel (O2 Free) zufrieden geben. Stream on eignet sich dagegen vor allem für jene, die sowieso mit dem Telekomnetz liebäugeln und sehr viel Videos streamen möchten. Vodafones „Pass“-Konzept dürfte ebenfalls bei einigen Zielgruppen die ideale, kostengünstigste Lösung sein. Immerhin ist ein Grundstein hin zur „echten“ Flat ohne Wenn und Aber gelegt. Bis daraus eine Strasse wird, die zur Datenautobahn führt – das kann noch dauern.



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9 Kommentare zu “Unbegrenzte LTE-Flats: Was geht schon, was nicht?”

  1. Redaktion LTE-Anbieter.info sagt:

    Sorry auch wieder falsch. Die Rücksendung des Routers ist natürlich obligatorisch und Teil des Sonderkündigungsrechtes – Zitat: „Als Neukunde mit einem GigaCube-, GigaCube Flex- oder GigaCube Max-Vertrag hast Du ein Sonderkündigungsrecht, wenn Du mit dem Vodafone-Netz unzufrieden bist. Das gilt innerhalb von 30 Tagen ab Vertragsabschluss. Die Kündigung hat in Textform zu erfolgen. Das Gerät musst Du an uns zurückgeben.“

    Bezüglich der mobilen Nutzung und Telefonie. Sie ist ausgeschlossen aber nicht „verboten“, nur eben möglich. Bisher ist kein einziger Fall bekannt, wo das Probleme gäbe. Und das es geht, dafür können wir nichts. Wenn Sie mir nicht glauben, dann vielleicht den Kollegen von Teltarif: https://www.teltarif.de/vodafone-gigacube-50-gb-tarif-test/news/68608.html?page=2

    Das ein Update im Flextarif zu einer Abrechnung des Monatspreises führt ist klar. Daher schreibt Vodafone eineindeutig, man soll bei Nichtnutzung die SIM gänzlich aus dem Gerät entfernen. Im GigaCube-Spezial schreiben wir daher auch eineindeutig „Denn die Grundgebühr fällt nur dann an, wenn die Box bzw. SIM genutzt wird. Als „genutzt“ gilt ein Monat, sobald Daten verbraucht wurden, unabhängig vom Volumen.“

  2. Stefan Körner sagt:

    Ich habe die Nutzungsbedingungen von Vodafone zitiert. Was immer Sie ausprobiert haben oder emfpehlen, inkl. Telefonie-Hack: VF hat einen klaren Riegel davorgeschoben und könnte das als Verstoß ahnden. Auch im angegebenen Link fehlen so wichtige Infos wie dass die 30-Tage-Test-Rückkgabe sich nur auf dn Cube bezieht, aber alle anderen Ausgaben – über 100 € für Bereitstellung, Versand, usw – verfallen. Ebenso fehlt der Hinweis, dass die Funktion „Automatische Updates – emfpohlen(!) dau führt, dass der Cube sich monatlich updatet und damit die Vertragsoption „Flex“, also nur zahlen wenn benutzt, aushebelt, dann auch das Update wird als Nutzung gezählt. Sie schreiben von „im Wohnwagen“, während VF die mobile Nutzung ausschließt. Sie lassen Kunden hier ziemlich allein. „Erstmal lesen“ ist so eine Sache, wenn nirgends klargestellt ist, was die Verträge genau sagen und es keinerlei Kommentarfunktion unter den kritisch zu sehenden Berichten gibt. Leserschelte ist immer die letzte Option….

  3. Redaktion LTE-Anbieter.info sagt:

    Die Angaben sind keineswegs falsch! Die SIM läss sich in jedem geeigneten Endgerät nutzen.

    Wie wir in unserem ausführlichen Testbericht zeigten (ab Gliederungspunkt 9), können sie damit beliebig (z.B. via Tablet) bundesweit agieren. Nur der GigaCube braucht einen Stromanschluss. Sie müssen den Tarif aber nicht mit dem Router nutzen!! Auch unser Spezial „GigaCube Hacks“ sei da ans Herz gelegt. Also bitte nicht immer gleich meckern, sondern erstmal lesen ;-)

  4. Stefan Körner sagt:

    Ja, aber die Überschrift lässt erwarten, dass es allgemein um LTE-Flats geht. Auf der anderen Seite stehen auch falsche Angaben (ohne Kommenarfunktion), so gibt es wie bei uns Altverträge mit nur 15 GB/Monat, und auch die Behauptung, der VF Cube sei „mobil nutzbar“ ist falsch und grobe Irreführung: „Für das GigaCube-Gerät gilt: Du brauchst einen Stromanschluss, um es zu nutzen. Die Anwendung ist auf nomadische oder stationäre Nutzung beschränkt, eine mobile Nutzung ist ausgeschlossen“ steht im Kleingedruckten, sprich Urlaub oder Zweitwohnung ist ok, immer deutschlandweit dabei zB, für Vertreter, Bauarbeiter oder LKWfahrer, geht eben nicht.

  5. Redaktion LTE-Anbieter.info sagt:

    Hallo und danke fürs Feedback! Leider verstehe ich den Punkt aber nicht ganz. Ich hab lediglich in der Einleitung einmal darauf hingewiesen, dass LTE mittlerweile von der Geschwindigkeit in etwa gleichauf mit Glasfaser und Kabel liegt. Die Tarif-Analyse bezieht sich hingegen rein auf den Mobilfunkbereich. Tarife mit LTE für daheim, haben wir hier unser extra Spezial verlinkt.

  6. Stefan Körner sagt:

    Schade, dass es beim Thema LTE immer mit mobil (Smartphone/Tablet) und stationär (Festnetz-Ersatz) durcheinander geht und auch dieser Artikel das nicht klar trennt und erklärt. Auf dem Land wäre man teilweise schon mit den (für verwöhnte Städter ach so schrecklichen) 1-2 mbit sehr glücklich, wenn man sie dauerhaft, unbegrenzt und bezahlbar bekäme. Ohne Drossel auf 48 kbit nach mickrigen 15 oder 30 GB.

  7. mimikri sagt:

    …. Nach Verbrauch des Highspeed Datenvolumens kann unendlich im O2 2G/GSM und 3G/UMTS Netz mit bis zu 1000 KBit/s (im Durchschnitt 994 KBit/s ) weiter gesurft werden ….
    Es ist leider kein LTE, was sich in Verfügbarkeit und ping niederschlägt.

  8. lte-anbieter.info sagt:

    Ja, dass hatten wir ja auch im Stream on Spezial geschrieben. Falls man regulär in die Drossel fällt (durch anderweitigen Verbrauch), wird auch Stream on deaktiviert. Oder man kauft einfach ein kleines Kontingent dazu, dann gehts auch wieder. Man darf halt nur nicht sein reguläres Volumen verbrauchern…

  9. Ben sagt:

    Was StreamOn angeht, solte man sich aber dringend das Kleingedruckte durch lesen. Zitat telekom.de/unterwegs/tarife-und-optionen/streamon:
    Sofern das Inklusiv-Volumen des Basistarifs durch anderweitige Datennutzung verbraucht und die Bandbreite auf max. 64 KBit/s im Download und 16 KBit/s im Upload beschränkt wurde, gilt die Bandbreitenbeschränkung auch für StreamOn Music&Video.

Kategorie: Allgemein, LTE-Anwendungen | Schlagwörter: , , ,
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